Der Wind hat gedreht und kommt nun vom Land her, nicht mehr vom Wasser wie zuvor. Die Wellenbewegungen schlagen nun weiter unten auf den Sand. Dort sieht man, wie die Fluten Stein um Stein, Kiesel um Kiesel zerreiben, bis nur noch der feine Staub übrig bleibt. Zerbrochene Muscheln und scharfkantige Feuersteine knirschen unter den Füßen.
Eine lang andauernde, kräftige Welle schlägt hoch und klatsch auf den Sand, einen feinen Rand hinterlassend. Sie zieht sich zurück, trifft auf die nächste Welle, bricht sie, so dass die zweite weiter unten aufschlagen muss und dort ihren gezeichneten Rand hinterlässt. Und so überlagern sich die einzelnen Ränder wie dünne Sandadern. Unterhalb des Saumes liegt der Sandboden in Wellen, wie feucht getränkte Wüstendünen.
Über dem Schauspiel thront einer, unbeweglich und mit stiller Miene. Er ist golden gekleidet und auf seinem Rücken prangt auf weißem Schwert „Jahwe“, der Name Gottes. Thront er wirklich über allem? Golden und still, der unbewegte Beweger, wie es die alten Denker schon behaupteten? Oder ist er selbst bewegt, bewegt sich in allem, was sich bewegt? Tanzt auf den Wellen. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Das wird greifbar. Der Lebendige, der Gott des Lebenden, der bewegte Beweger.
Ich tu dem goldenen Mann eine Münze in die Muschelschale. Er regt sich, spielt eine aberwitzig alberne Melodie, lächelt und winkt mir zu. Wenn ich mein Leben in die große Waagschale werfe, dann wird Er lächeln, sich bewegen lassen und mir ein Lied formen, das meiner Seele passt, wie dem Mann das goldene Gewand, wie dem Lebendigen das Kleid aus Licht.

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