Achter Tag

Grüngolden, rotgolden und gelbgolden leuchten die Wipfel und färben sich nahezu von Minute zu Minute ein. Ich hatte Unrecht. Denn die Buchen rosten nicht, sondern sie stehen in stillen Flammen gegen den trüben Herbsthimmel, als wären sie dazu angehalten, alle von der Sommersonne eingefangene Kraft wieder freizugeben.
Der Himmel ist verschleiert und müde, doch die Sonne schiebt sich noch einmal als warme Scheibe hervor und zaubert das kostbare Abendlicht auf alles, was vor Augen ist. Das Wasser kleidet sich zu diesem Fest in reiches, königliches Blau, voll feuchter und wogender Schwere. Der Himmel ist ein zarter Dunst aus violettem Staub, rosig erblühend und fliedern welkend.
Die Gedanken hängen lose wie das vom Tag erschöpfte Fleisch. Worte und Schauen singen entfernt darin ihr Lied zur Nacht. Es bleibt ein Vers, der ruft, dass auf allem das Siegel des Guten und Vollkommenen liegt. Kreise der Ordnung, Reigen des Spiels, Tanz der Kostbarkeiten. Was darin verderbt ist, muss einen anderen Sender haben.

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