Zehnter Tag

Der Tag sinkt hin im trüben Herbstdunst und das Meer ruht still und fast schweigend. Träge nur schwappt es gleichmäßig auf das festgedrückte Ufer. Besät mit weißen, schwarzen, grauen Scherben von einer Myriade und einem Tausend Muscheln und Kies. Mit den nackten Füßen jede scharfe Kante erlaufen bis die Haut ein glühendes Rot annimmt und ein angenehm kühler Schmerz alle Fasern durchläuft. Im Sand die Sohlen trocken laufen und warm aufatmen.
Über uns kreisen und rufen die Möwen. Möwen jeder Art und Größe. Sie laufen so plump und ihre Körper wirken dabei wie ein sanft-heiter Scherz, ein Lächeln der Schöpfung. Doch wenn sie ihre Schwingen ausbreiten und in der Luft die fliegenden Brocken erhaschen, gezielt und sicher, dann biegen sie sich geschmeidig, tanzen mühelos vor und zurück. Fast schwebend halten sie sich in der Luft.
So sicher möchte ich in dem sein, was ich kann. In allem anderen will ich selbst ein sanftes Lächeln der Schöpfung bleiben.

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