Mit Wehmut ein letztes Mal auf das Meer sehen. Doch Wehmut kennen die Wellen nicht. Der Wind erhebt sich, kräftiger werdend vom Wasser her in Richtung Land. Er treibt die Wogen hoch auf den Strand, dass sie ihn zur Hälfte in sich verschlingen.
Heute ist der Tag, schreien die Möwen, als sie sich von den Windstößen davon tragen lassen, leicht schräg gegen die Strömung des Wehens ihre Schwingen ausbreitend, sich tragen lassend entlang des aufgewühlten Küstenstreifens.
Heute ist der Tag, pfeift und heult der Sturm zwischen den harzig duftenden Kiefernstämmen. Heute ist der Tag, rufen es die brodelnden Wellen, unaufhörlich auf den nass gepressten Sand und das Geröll prasselnd, klatschend, in den Ohren dröhnend.
Heute ist der Tag, flüstert es in mir. Die Sonne hat einen großen Teil ihrer Kraft gelassen und versteckt sich milchig hinter den Vorhängen grauer Schwaden ganz weit oben. Denn heute ist der Tag, dass der Herbst über uns in Laut und Farbe aufbricht. Die dämmrig-feuchte Zeit kommt und heute leuchtet noch einmal alles in die weiten Augen und die sommergetränkten Herzen.
In unaufhörlichem Lob rasen die Wellen gen Ufer. Das Meer kocht heftig auf und spült in schäumendem Brodel. Es kocht sich ein in kühler Hitze und lässt die Kormorane, Möwen, Dohlen und Enten mit ihrem je eigenen Ruf einstimmen, überschwänglich lebendig.
Nie endend schlägt Welle auf Welle übereinander und trifft schaumig zerfließend auf gelb-gepeitschten Sand. Selbst wenn kaum ein Hauch die Lüfte rührt, so schlägt das steinweiße, atemgrüne, spiegelblaue Wasser wieder und wieder das Ufer, reißt mit sich und spült heran. Lass mich, oh lass mich in Wellen sein! Wer viel liebt, treibt ewig Wellen, die an Ufer treffen!

Hinterlasse einen Kommentar