So hat er den Anderen denn endlich erschlagen, weil der Blick seiner eigenen Augen nach unten gerichtet war und nicht frei erhoben. Ist es nicht sein Boden gewesen, da er ihn auch beackerte? Sattes Schwarz und zufriedenes Braun, das an seinen Händen klebte und aus dem er seinen Reichtum zog. Auch fand er Steine darin, aus denen man bauen und erschaffen konnte. Einen davon nahm er auf.
Ja, ist es nicht sein Boden und ist es nicht sein stein? Ist es nicht sein Werk, das Fülle und Bereicherung hervor bringt und hilft zu bleiben, jenseits von Eden? Doch das Mehr und das Große scheinen jenem zu gehören, der bei ihm stand auf dem Feld. Darum nahm er den Stein in seiner Hand und schlug den Anderen.
Nur wenig davon sickerte hervor und netzte rot die dunkle Krume. Doch das Blut des Anderen war dem seinen zu gleich und schwer rann es in die Schollen, schwerer als das Blut der Böcke seines Bruders.
Und die Stimme, die sich seit Eden immer weiter entfernte und vor der sie sich fürchteten, rief: „Wo ist er?“ so wie sie einst: „Wo bist du?“ rief. Der Atem des Ewigen fragte erst nach dem verlorenen Selbst, jetzt fragte er nach dem verlorenen Anderen.
Nicht meine Schuld, nicht meine Schuld, so antworten die Kinder Adams. Darum dürft ihr mir nicht nahe sein, denn stets sagt ihr, dass alles euch gehört bis auf eure Schuld. Erst wenn ihr auch die Schulden als euren Besitz erkennt und antwortet, wenn ich rufe „Wo bist du?“ „Wo ist der Andere?“, kehrt die Ruhe Edens zurück und Kain muss nicht mehr wandern.

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