Das verzehrende Feuer
„Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ Hebräer 12,29
Nichts ist so unerbittlich wie die Liebe.[1] Liebe, welche sich dem Gebet beugt, ist unvollkommen und ärmlich. Denn dann ist es nicht Liebe, die sich beugt, sondern ihr Abklatsch. Denn wenn die Liebe auf die Stimme des Flehens hin Unbill beseitigt, dann ist es Liebe, die sich selbst bestätigt, nicht Liebe, die ihre Ansprüche aufgibt. Es ist keine Liebe, die eine Segnung unwillig erteilt; noch weniger ist es Liebe, die ein Gebet erhört zu Falsch und Schaden dessen, welcher betet. Liebe ist einig mit sich und unwandelbar.
Denn Liebe liebt zur Lauterkeit. Liebe hat immer die vollkommene Lieblichkeit dessen, was sie betrachtet, im Blick. Wo Lieblichkeit unvollständig ist und die Liebe es nicht zur Fülle lieben kann, da gibt sie sich selbst, um es lieblicher zu machen, dass es mehr lieben möge; sie strebt nach Vollkommenheit, bis dahin selbst vollkommen gemacht zu werden – nicht in sich selbst, sondern in ihrem Objekt. Da es zuerst Liebe war, die die Menschheit erschuf, wird selbst menschliche Liebe, im Verhältnis zu ihrer Göttlichkeit, fortfahren das Schöne zu erschaffen um seiner selbst willen. Es gibt nichts Ewiges, außer dem, was liebt und geliebt werden kann, und Liebe steigt immer auf zur völligen Vereinigung hin, wenn solcherart das Universum sein wird, unvergänglich, göttlich.
Darum muss alles, was nicht schön ist im Geliebten, alles, was dazwischensteht und nicht nach der Art der Liebe ist, zerstört werden.
Und unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.
Wenn dies schwer zu verstehen ist, dann ist es wie die einfache, vollkommene Wahrheit schwer zu verstehen. Es mag Jahrhunderte von Zeitaltern dauern, ehe ein Mensch dahin kommt, die Wahrheit zu sehen – Zeitalter des Streitens, Mühens, Strebens. Doch wenn er sie einmal sieht, ist sie so eindeutig, dass er sich wundert, dass er hat leben können, ohne sie zu sehen. Dass er sie nicht eher verstanden hat, lag einzig und allein daran, dass er sie nicht gesehen hat. Eine Wahrheit zu sehen, zu wissen, worin sie besteht, sie zu verstehen und sie zu lieben, ist alles eins. Es gibt manch eine Bewegung hin zu ihr, manches Elend im Verlangen nach ihr, manchen Schrei des Gewissens gegen ihre Ablehnung, manch aufdämmerndes Sehnen nach ihr als einem unerkannten Bedürfnis, ehe endlich die Augen wach sich öffnen und das Dunkel traumschwerer Nacht nachgibt dem Licht der Wahrheitssonne. Doch einmal erblickt, ist es für immer. Eine göttliche Tatsache zu erkennen heißt, von Angesicht zu Angesicht zu begegnen dem wesenhaft ewigen Leben.
Für dieses Schauen der Wahrheit hat Gott hat durch alle Zeitalter hindurch gewirkt. Für diesen einfachen Zustand, diesen Höhepunkt des Lebens, auf welchem ein Mensch sich wundert wie ein Kind, dass er andere Menschen nicht sehen machen kann, wie er sieht, hat das ganze Walten von Gottes Wissenschaft, Geschichte und Dichtung – von der Zeit an, als die Erde sich sammelte in einen einzelnen Tropfen Feuer vom Rande des rotierenden Sonnenrades bis zu der Zeit, als Alexander John Scott[2] ihn von ihrem Antlitz aus anbetete – Wahrheit um Wahrheit entfaltend in lieblicher Schau, in bezwingendem Gesetz, niemals leugnend, niemals bereuend; und dazu wird die Geduld Gottes sich mühen, solange es noch eine menschliche Seele gibt, deren Augen nicht geöffnet worden sind, deren Kind-Herz noch nicht in ihm geboren worden ist. Für diesen einen Zustand des Menschseins, für dieses einfache Schauen ist all das Ersinnen Gottes von Grundlegung der Welt an in unzählige und wechselhafte Formen geflossen; und dazu ist auch die göttliche Zerstörung ausgegangen; dass sein Leben unser Leben sein möge,[3] dass auch in uns dasselbe verzehrende Feuer wohne, welches wesenhaft Liebe ist.
Lasst uns die Äußerung des Apostels betrachten, welche gekrönt wird von diesem lieblichen Schrecken: „Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“
„Darum, dieweil wir empfangen ein unbeweglich Reich, haben wir Gnade, durch welche wir sollen Gott dienen, ihm zu gefallen, mit Zucht und Furcht; denn unser Gott ist ein verzehrend Feuer.“[4] – Wir haben ein unbewegliches Reich empfangen – dessen Natur unbeweglich ist: lasst uns Gnade haben, dem Verzehrenden Feuer zu dienen, unserem Gott, mit göttlicher Furcht; nicht mit der Furcht, die bebt und bettelt, sondern indem sich alle Gedanken, alle Freuden, alles Lieben vor ihm beugen, welcher das Leben all dessen ist und sie alle reinigen will. Das Reich, das er uns gegeben hat, kann nicht bewegt werden, weil es nichts Schwaches in sich hat: es ist aus der Welt der Ewigkeit, der Welt des Seins, der Wahrheit.[5] Darum müssen wir ihn mit einer Furcht anbeten, so rein wie das Reich unerschütterlich ist. Er wird Himmel und Erde erschüttern, auf dass nur das Unerschütterliche bleiben mag (Vers 27):[6] Er ist ein verzehrendes Feuer, damit nur das, was nicht verzehrt werden kann, ewig bestehen bleibt. Es ist die Natur Gottes, so furchtbar rein, dass sie alles zerstört, was nicht so rein ist wie Feuer, welches von uns dieselbe Reinheit in unserer Anbetung verlangt. Er muss Reinheit haben. Es ist nicht so, dass das Feuer uns verbrennen wird, wenn wir ihn nicht in solcher Weise anbeten; sondern dass das Feuer uns verbrennen wird, bis wir ihn solcherart anbeten; ja, es wird weiter in uns brennen, bis all das, was ihm fremdartig ist, sich seiner Kraft beugt, nicht länger mit Schmerz und Verzehren, sondern als höchstes Bewusstsein des Lebens, der Gegenwart Gottes. Wenn das Böse, welches allein verzehrbar ist, in seinem Feuer von den Bewohnern seines unbeweglichen Reiches gewichen ist, wird die menschliche Natur der Natur Gottes ins Angesicht sehen und des Menschen Furcht wird also rein sein; denn eine ewige, das heißt eine heilige Furcht, muss aus dem Verständnis der Natur entspringen, nicht aus dem Empfinden der Macht. Doch das, welches nicht verzehrt werden kann, muss in sich selbst eins sein, eine schlichte Existenz; deshalb wird die Furcht Gottes in solch einer Seele eins sein mit der heimeligsten Liebe. Ja, die Furcht Gottes wird einen Menschen in die Flucht schlagen, nicht von Ihm weg, sondern von sich selbst weg; nicht von Ihm weg, sondern zu Ihm hin, den eigenen VATER, im Schrecken, dass er sich nicht an Ihm vergehe oder an seinem Nächsten. Und die ersten Worte, die der Entfaltung dieser Gnade folgen, wodurch wir Gott annehmbar dienen können, sind diese – „Bleibet fest in der brüderlichen Liebe.“[7] Unseren Bruder zu lieben heißt, das Verzehrende Feuer anzubeten.
Das Sinnbild des verzehrenden Feuers scheint sich dem Schreiber durch das Feuer auf dem Berg des alten Gesetzes[8] empfohlen zu haben. Dieses Feuer war Teil der Offenbarung Gottes, die den Israeliten dort gegeben wurde. Doch war es nicht das erste Beispiel solch einer Offenbarung. Das Sinnbild von Gottes Gegenwart, vor welcher Mose seine Schuhe ausziehen musste und welcher er sich nicht sicher nähern konnte, war ein Feuer, das den Busch, in welchem es brannte, nicht verzehrte.[9] Beide Offenbarungen waren voll Schrecken. Aber dasselbe Sinnbild, verwendet durch einen Schreiber des Neuen Testamentes, sollte mehr bedeuten, nicht mehr, als es vorher bedeutete, aber mehr, als wozu es zuvor verwendet wurde, es auszudrücken; denn es konnte nicht verwendet werden, um mehr auszudrücken als für sie[10] möglich war zu empfangen. Was anderes als Schrecken konnte eine Nation aus Sklaven, in deren Seelen sich der Rost ihrer Ketten gefressen hatte, in deren Erinnerung der Dampf der Fleischtöpfe Ägyptens verweilte, welche lieber, als nicht von ihrer Lieblingsnahrung zu essen, zum Haus ihrer Gefangenschaft zurückgekehrt wären[11] – was sonst konnte solch eine Nation in diesem Feuer sehen als Schrecken und Zerstörung? Wie sollten sie an Reinigung durch Feuer denken? Der Zustand ihres Geistes ließ noch nicht zu, dass solch ein Gedanke erzeugt wurde. Und wenn sie den Gedanken gehabt hätten, würde die Vorstellung des inbegriffenen Leidens bald die Vorstellung der Reinigung überlagert haben. Noch hätte solch eine Nation irgendeiner Lehre gelauscht, die nicht durch Schrecken gestützt gewesen wäre. Furcht war das, wozu sie bereit waren. Sie konnten kein Wesen anbeten, vor welchem sie sich nicht hätten fürchten müssen.
War also diese Aufführung auf dem Berg Sinai ein Mittel, um Gehorsam zu bewirken, so wie schlechte Ammen es bei Kindern anwenden? Ein Hauch von ungewissem und hinterhältigem Schrecken? War es keine wahrhaftige Offenbarung Gottes?
Wenn es keine wahre Offenbarung war, dann war es überhaupt keine und die Geschichte ist entweder falsch oder die ganze Zurschaustellung war ein politischer Streich des Mose. Jene, welche den Geist Mose lesen können,[12] werden das Letztere nicht so einfach glauben, und jene, welche die Tragweite der vorgetäuschten Offenbarung verstehen, werden keinen Grund zur Annahme des Ersteren sehen. Das, was Politik sein würde, wäre es eine Täuschung, ist deshalb nicht von der Möglichkeit einer anderen Quelle ausgeschlossen. Einige Leute glauben so wenig an einen Kosmos oder eine geordnete Welt, dass gerade das Argument des Geeignet-seins eine Begründung für Unglauben ist.
In jedem Fall zeigte Gott ihnen, was wahrhaftig ist, als er ihnen diese Dinge zeigte. Es war eine Offenbarung seiner selbst. Er wird keine Maske aufsetzen. Er hat ein Gesicht. Er wird nicht aus dem flammenden Feuer sprechen, wenn dieses flammende Feuer ihm fremd ist, wenn da nichts in ihm ist, was dieses flammende Feuer offenbaren kann. Sollten seine Kinder noch so barbarisch sein, er wird sie nicht mit einer Lüge schrecken.
Es war eine Offenbarung, aber eine teilweise; ein wahrhaftiges Sinnbild, nicht eine letztgültige Schau.
Keine Offenbarung kann anders als teilweise sein. Wenn für eine wahre Offenbarung einem Menschen alle Wahrheit erzählt werden muss, dann Lebwohl der Offenbarung; ja, Lebwohl der Sohnschaft. Denn was für eine andere Offenbarung als eine teilweise kann der höchste geistliche Stand vom unendlichen Gott empfangen? Doch sie ist deshalb nicht unwahr, weil sie teilweise ist. Im Verhältnis zu einem niedrigeren Stand des Empfängers, mag eine mehr teilweise Offenbarung wahrer sein als es der Fall sein würde, wo eine vollere Offenbarung für jemanden in höherem Stand begründet ist; die erstere mag ihm viel offenbaren, die letztere mag gar nichts offenbaren. Nur, was auch immer sie offenbaren mag, wenn ihre Natur solcherart wäre, Entwicklung und Wachstum auszuschließen, auf diese Art den Menschen an seine Unvollkommenheit kettend, wäre sie bloß eine falsche Offenbarung, gegen alle göttlichen Gebote des menschlichen Daseins kämpfend. Die wahre Offenbarung weckt durch die Wahrheit ihrer Unvollständigkeit das Verlangen, mehr zu wissen.
Hier war eine Nation auf ihrem niedrigsten Stand: konnte sie denn eine andere als nur eine teilweise Offenbarung empfangen, eine Offenbarung der Furcht? Was anderes als erschreckt sollten die Hebräer sein über das, was im Gegensatz zu allem stand, was sie über sich selbst wussten, Geschöpfe, die es für gut befanden, ein goldenes Kalb zu ehren?[13] So wie sie waren, taten sie gut daran, sich zu fürchten. Sie waren in einem besseren Zustand, den Schrecken über sich wahrzunehmen, flammend auf dieser unbekannten Bergeshöhe, als sich niederbeugend, den Götzen unter sich anzubeten. Furcht ist edler als Sinnlichkeit. Furcht ist besser als kein Gott, besser als ein mit Händen gemachter Gott. In dieser Furcht lag tief verborgen der Sinn für das Unendliche. Die Anbetung der Furcht ist wahrhaftig, obwohl sehr gering; und obwohl sie für Gott selbst nicht annehmbar ist – denn nur die Anbetung in Geist und Wahrheit[14] ist für ihn annehmbar -, so ist sie aus seiner Sicht trotzdem kostbar. Denn er sieht die Menschen nicht lediglich als das an, was sie sind, sondern wie sie sein werden; nicht nur wie sie sein werden, sondern wie sie jetzt wachsen, fähig sind zum Wachstum, hin zu dem Bild, nach dem er sie geschaffen hat, dass sie zu ihm hin wachsen.[15] Darum sind tausend Stufen, jede in sich selbst alles andere als wertlos, von unschätzbarem Wert als notwendige und miteinander verbundenen Stadien eines unendlichen Fortschritts. Ein Zustand, der in seiner Erniedrigung auf einen Teufel deuten würde, mag im Wachstum auf einen Heiligen deuten. Insofern also mag die Offenbarung, so wenig endgültig wie vollständig, und das Beste hervorrufend, zu welchem sie jetzt fähig waren, auf diese Weise zukünftige und höhere Offenbarung möglich machend, eine wahrhaftige gewesen sein.
Doch wir werden feststellen, dass genau diese Offenbarung des Feuers, in einem höheren Sinne, in sich selbst wahr ist, sowohl für den Geist des jubelnden Heiligen als auch für den Geist des bebenden Sünders. Denn der erstere sieht tiefer in die Bedeutung des Feuers und weiß besser, was es mit ihm tun wird. Es ist ein Sinnbild, welches nicht aufgehoben werden muss, nur entfaltet. Während Menschen noch verbunden sind mit ihren Sünden, während sie sich fühlen, als ob sie, getrennt von ihren Sünden, nicht mehr länger sie selbst wären, wie können sie da verstehen, dass das aufblitzende Wort ein RETTER ist – das Wort, welches durchdringt zur Scheidung zwischen dem Menschen und dem Bösen, welches die Sünde erschlagen wird und dem Sünder Leben gibt?[16] Kann es ihnen irgendeinen Trost geben, wenn ihnen gesagt wird, dass Gott sie so liebt, dass er sie rein brennen wird? Kann die Reinigung des Feuers ihnen als irgendetwas erscheinen jenseits von dem, was es immer, mehr oder weniger, sein muss, – ein Vorgang der Marter? Sie wollen nicht rein sein und sie können es nicht ertragen, gemartert zu werden. Können sie etwas anderes tun oder können wir verlangen, dass sie etwas anderes tun, als Gott zu fürchten, gerade mit der Furcht eines Boshaften, bis sie lernen ihn zu lieben mit der Liebe eines Heiligen? Für sie ist der Berg Sinai gekrönt mit den Zeichen der Vergeltung. Und ist Gott nicht bereit, ihnen zu tun, wie sie fürchten, allerdings mit einem anderen Gefühl und zu einem Ende verschieden von jedem, welches sie fähig sind anzunehmen? Er ist gegen Sünde: insoweit wie und während sie und die Sünde eins sind, ist er gegen sie – gegen ihre Wünsche, ihre Ziele, ihre Ängste und ihre Hoffnungen; und auf diese Weise ist er völlig und immer für sie. Dieses Blitzen und Donnern und Stürmen, diese Dunkelheit, vom Klang der Posaune zerrissen, dieses sichtbare Grauen, ausgefüllt mit der Stimme des Wortes,[17] war für die Sinne der Sklaven alles nur ein blasses Abbild von dem, was Gott gegen Niedertracht und Selbstsucht fühlt und denkt, von der Unruhe der unüberwindlichen Abscheu, mit welcher er solche Zustände betrachtet; so dass das unverständige Volk, sich etwas davor hütend zu tun, wie sie eigentlich tun wollten, ein wenig Raum lassen möge für diese Gnade, in ihnen zu wachsen, welche sie schließlich sehen lässt, dass es das Böse ist, und nicht das Feuer, was zu fürchten ist; ja, sie so zu verwandeln, dass sie glücklich hinaufstürzen würden in den Posaunenschall des Sinai, um dem Flötenspiel beim goldenen Kalb zu entkommen.[18] Wenn sie das hätten verstehen können, hätten sie keinen Berg Sinai benötigt. Es war eine wahrhaftige und aus Notwendigkeit teilweise Offenbarung – teilweise, damit sie wahrhaftig sei.
Sogar Moses, der Mann Gottes, war nicht bereit, die ganze Offenbarung zu empfangen; nicht bereit, obwohl er aus Liebe zu seinem Volk sogar betete, dass Gott ihn aus seinem Buch des Lebens streichen möge.[19] Wenn das bedeutet, dass er anbot, sich selbst als Opfer an ihrer Stelle zu geben, würde es genügend Grund aufzeigen, warum er nicht mit der Schau des ERLÖSERS geehrt werden konnte. Denn so würde er gedacht haben, Gott zu besänftigen, indem er nicht sah, dass Gott so sanftmütig war wie er selbst, indem er nicht sah, dass Gott der VERSÖHNER, der ERLÖSER ist, indem er nicht sah, dass das Opfer des Herzens die Rechtfertigung ist, um welche allein er sich kümmert. Er wollte ausgelöscht sein, damit ihre Namen bleiben. Sicherlich, wenn Gott ihm gesagt hätte, dass der, der gesündigt hat, dafür büßen soll, hätte Moses nicht erkennen können, dass dies das Gütigste ist, was Gott tun könnte. Doch ich bezweifle, dass es das ist, was Moses meinte. Es scheint eher die Äußerung einer göttlichen Verzweiflung zu sein: – er wollte nicht die Kinder seines Volkes überleben. Er kümmerte sich nicht um eine Liebe, die ihn allein retten würde und diese Tausenden, Kalb-anbetenden Brüder und Schwestern zu Staub zerfallen ließe. Doch in beiden Fällen, wie viel hätte Moses verstehen können, wenn er anstelle der Rückseite das Angesicht der Gestalt, die an ihm in der Felsspalte mitten in den donnernden Wolken des Sinai vorüberzog, gesehen hätte?[20] Hätte diese Gestalt sich umgewandt und dieses Gesicht auf ihn gesehen, das Gesicht dessen, welcher mehr Mensch war als jeder andere Mensch; das Gesicht, durch welches das göttliche Empfinden sich in den kommenden Zeitaltern den Augen der Menschen zeigen würde, beugte sich, es mag gut sein, in einem solchen Augenblick, in Erwartung der Krone, mit welcher die Kinder des Volkes, für welches Moses mit seinem Leben einstand, es eines Tages krönen würden;[21] das Gesicht dessen, welcher ihren Kummer und ihre Sorgen ertrug und noch ertragen würde, welcher jetzt unseren Kummer erträgt und unsere Sorgen trägt; das Gesicht des Sohnes Gottes, welcher, anstatt das Opfer eines seiner Geschöpfe anzunehmen, um seine Gerechtigkeit zu befriedigen oder seine Ehre zu verteidigen, sich selbst bis zum Äußersten unter sie hingab und darin dem VATER, indem er seinen lieblichen Willen tat; welcher bis zum Tod litt, nicht, dass die Menschen nicht leiden mögen, sondern dass ihr Leiden sein möge wie seines und sie hinauf führe zu seiner Vollkommenheit; wenn dieses Gesicht, sage ich, sich umgewandt hätte und auf Moses gesehen, hätte Mose gelebt? Wäre er nicht gestorben, nicht wegen Herrlichkeit, nicht aus Kummer, (Schrecken war nicht dabei), sondern wegen der blanken Sicht des Unfassbaren? Wenn das unendliche Geheimnis ihn nicht erschlagen hätte, wäre er nicht benommen davongegangen, nichts tuend, keine Aufgabe mehr habend, die er in der Welt hätte ausrichten können, einsehend, dass Gott für ihn völlig unbekannt ist? Deshalb wäre eine volle Offenbarung nicht nur keine Offenbarung gewesen, sondern die Zerstörung aller Offenbarung.
„Würde es dann nicht schaden, zu sagen, dass Gott Liebe ist, ganz Liebe und nichts anderes als Liebe? Ist es nicht genug zu antworten, dass solches die Wahrheit ist, sie es sogar sicher ist? Nach deiner eigenen Ausführung würde zu viel Offenbarung verletzen, weil sie verwirrt und blendet.“
Da ist ein großer Unterschied zwischen einem Geheimnis Gottes, das kein Mensch versteht und einem erfassten Geheimnis Gottes, sei es nur durch einen einzelnen Menschen. Das letztere ist bereits eine Offenbarung; und, durch den Geist dieses Menschen gehend, wird es so dargelegt, es mag so dürftig dargelegt werden, dass es seine Mitmenschen nicht verletzt. Lasst Gott verbergen, wie er will (obwohl ich glaube, dass er das Verborgene fortlaufend beseitigt, immer alles gebend, was er kann, alles, was Menschen von seinen Händen empfangen können, dass er nichts verbergen will, sondern alles offenbaren): das Licht, welches ein jeder Mensch empfangen hat, soll nicht unter einen Scheffel getan werden;[22] es ist für ihn und seine Mitmenschen bestimmt. Indem er die Saat aussät, wird er seine Hand nicht zurückhalten, weil dort Dornen und steinige Plätze und Wegränder sind. Er wird denken, dass in einigen Fällen selbst ein Vogel der Lüfte die Sache austrägt, dass die gute Saat zu viel sein mag für die Dornen, dass das, welches verwelkt auf den steinigen Plätzen, dort durch seinen eigenen Zerfall tiefere Erde für die nächste Saat zurücklassen wird, um sich einzuwurzeln.[23] Außerdem können nur jene die Lehre empfangen, welche Ohren haben zu hören.[24] Wenn der selbstsüchtige Mensch es glauben könnte, würde er es missverstehen; doch er kann es nicht glauben. Es ist nicht möglich, dass er es könnte. Doch die liebende Seele, unterdrückt durch falsche Lehre oder durch teilweise Wahrheit, die behauptet, die ganze zu sein, wird hören, verstehen, jubeln.
Denn wenn wir sagen, Gott ist Liebe, lehren wir dann die Menschen, dass ihre Furcht vor ihm grundlos ist? Nein. Soviel sie fürchten, wird über sie kommen, möglicherweise weit mehr. Doch da ist etwas jenseits ihrer Furcht, – eine göttliche Bestimmung, welcher sie nicht widerstehen können, weil sie durch die menschliche Persönlichkeit, welche die göttliche Persönlichkeit in ihnen erschaffen hat, wirkt. Der Zorn wird verzehren, was sie ihr Selbst nennen; so dass die Persönlichkeiten, die Gott erschaffen hat, zum Vorschein kommen mögen, heraustreten mit dem zehnfachen Bewusstsein ihres Seins und mit sich bringend alle Segnungen des Lebens, das die Menschen versucht haben, ohne Gott zu führen. Sie werden erkennen, dass sie jetzt zum ersten Mal völlig sie selbst sind. Der habgierige, ermattete, selbstsüchtige, argwöhnische alte Mensch wird vergangen sein.[25] Das junge, ewig junge Selbst wird bleiben. Das, von dem sie dachten, es wäre ihr Selbst, wir verschwunden sein: das, was sich wie ihr Selbst anfühlte, obwohl sie ihre eigenen Gefühle missdeuteten, wird bleiben – bleiben, verherrlicht in bußfertiger Hoffnung. Denn das, was nicht erschüttert werden kann, wird bleiben. Das, was unsterblich ist in Gott, wird bleiben im Menschen. Der Tod, der in ihnen ist, wird verzehrt werden.[26]
Es ist Naturgesetz – das heißt das Gesetz Gottes –, dass alles, was zerstörbar ist, zerstört werden wird. Wenn das, welches unsterblich ist, sich selbst vergräbt im Zerstörbaren – wenn es alle Botschaften vom Außen empfängt, durch die es umgebende Ebene der Vergänglichkeit, und nichts vom Innen, von den ewigen Toren – kann es nicht, auch wenn es immer noch unsterblich ist, seine eigene Unsterblichkeit kennen. Das Zerstörbare muss aus ihm gebrannt werden oder anfangen, aus ihm herausgebrannt zu werden, ehe es Teil haben kann am ewigen Leben. Wenn dies alles fortgebrannt und vergangen ist, dann hat es ewiges Leben. Oder vielmehr, wenn das Feuer des ewigen Lebens Besitz ergriffen hat von einem Menschen, dann ist das Zerstörbare völlig vergangen und er ist rein. Manch ein Menschenwerk muss verbrannt werden, so dass er eben durch dieses Verbrennen hindurch gerettet werden mag – „wie durchs Feuer hindurch“.[27] Hinfort in Rauch gehen die Herrschaften auf, die Rabbinerschaften der Welt, und der Mensch, der sich in das Verbrennen fügt, wird durch das Feuer gerettet; denn es hat das Zerstörbare zerstört, welches der vorteilhafte Ausgangspunkt des Tödlichen ist, welches beides, Leib und Seele in der Hölle zerstören würde.[28] Wenn er sich immer noch an das klammert, welches verbrannt werden kann, dann geht das Brennen tiefer und tiefer in seinen Busen, bis es die Wurzel der Falschheit erreicht, die ihn versklavt – möglicherweise indem sie aussieht, als wäre sie die Wahrheit.
Der Mensch, welcher Gott liebt und noch nicht rein ist, begrüßt das Brennen Gottes. Nicht dass es immer Marter wäre. Das Feuer zeigt sich selbst manchmal nur als Licht – doch es wird immer noch das Feuer der Reinigung sein. Das verzehrende Feuer ist nur der Ursprung, die tätige Form der Reinheit, – das, welches rein macht, das, welches tatsächlich Liebe ist, die schöpferische Kraft Gottes. Ohne Reinheit kann keine Schöpfung und so auch kein Fortbestehen sein. Das, welches nicht rein ist, ist verweslich und Verweslichkeit kann keine Unverweslichkeit erben.[29]
Der Mensch, dessen Absichten böse sind, fürchtet das Brennen. Doch das Brennen wird nicht weniger kommen, da er es fürchtet oder ablehnt. Flucht ist aussichtslos. Denn Liebe ist unerbittlich. Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Er wird nicht herauskommen, ehe er nicht den letzten Heller gezahlt hat.
Wenn der Mensch dem Brennen Gottes widersteht, dem verzehrenden Feuer der Liebe, erwartet ihn ein schreckliches Los und sein Tag wird kommen. Er wird in die äußerste Finsternis geworfen, welche das Feuer Gottes hasst. Welch übles Entsetzen wird dann von ihm Besitz ergreifen! Denn lasst einen Menschen noch so wenig an Gott denken und sich um ihn kümmern, er existiert deshalb nicht ohne Gott. Gott ist hier mit ihm, ihn aufrichtend, wärmend, erfreuend, lehrend – das Leben zu etwas Gutem für ihn machend. Gott gibt ihm sich selbst, auch wenn er es nicht weiß. Doch wenn Gott sich von einem Menschen zurückzieht – sofern das gehen kann, ohne dass der Mensch aufhört zu sein –; wenn der Mensch sich verlassen fühlt, in der grenzenlos schwindelnden Höhe seiner Existenz über dem Rand der Kluft seines Seins hängend, ohne Halt, ohne Zuflucht, ohne Richtung, ohne Ziel – denn die Seele hat keine Waffe, womit sie sich selbst zerstören könnte – ohne einen Atemzug der Freude, mit nichts, um das Leben angenehm zu machen; dann wird er in Todespein nach dem blassesten Laut des Lebens von der verschlossenen Tür lauschen; dann, wenn das Stöhnen der leidenden Menschheit jemals das Ohr der Ausgestoßenen der Finsternis erreicht, wird er bereit sein, geradewegs ins Herz des Verzehrenden Feuers zu stürzen, um einmal noch das Leben zu kennen, um dieses Entsetzen übler Verneinung, des unaussprechlichen Todes, gegen diese Ebene schmerzhafter Hoffnung einzutauschen. Die Vorstellungskraft kann uns nicht irreführen in dem Maß des Grauens, ohne Gott zu sein – diesen lebendigen Tod. Ist das nicht
… schlimmer noch als das Schlimmste,
was zügellos schwirrend Denken
sich heulend vorstellt? …[30]
Aber mit diesem göttlichen Unterschied: dass die äußerste Finsternis nur die fürchterlichste Form des verzehrenden Feuers ist – das Feuer ohne Licht – die sichtbare Finsternis, die schwarze Flamme. Gott hat sich selbst zurückgezogen, aber nicht seinen Halt verloren. Sein Gesicht hat sich abgewandt, aber seine Hand liegt immer noch auf ihm. Sein Herz hat aufgehört im Herzen des Menschen zu schlagen, doch er erhält ihn am Leben durch sein Feuer. Und dieses Feuer wird fortfahren in ihm zu forschen und zu brennen, ebenso wie im höchsten Heiligen, welcher noch nicht so rein ist wie Er rein ist.
Doch zuletzt, Oh Gott, wirst du da nicht Tod und Hölle in den Feuersee werfen[31] – gar in dein eigenes verzehrendes Selbst? Der Tod wird dann auf ewig sterben,
Und die Hölle selbst wird vergehen,
Und ihre düstre Behausung überlassen dem kommenden Tag.[32]
Dann wirst du wirklich Alles in Allem sein.[33] Denn dann werden unsere armen Brüder und Schwestern, jeder Einzelne – Oh Gott, wir vertrauen auf dich, das Verzehrende Feuer – rein gebrannt sein und nach Hause gebracht. Denn wenn ihr Stöhnen, Myriaden von Zeitaltern weit fort, für uns den Himmel in Hölle verwandeln würde – sollte ein Mensch denn barmherziger sein als Gott? Sollte von all seinen Herrlichkeiten allein seine Gnade nicht unendlich? Sollte ein Bruder einen Bruder mehr lieben als der VATER einen Sohn? – mehr als der BRUDER Christus seine Brüder? Würde er nicht abermals sterben, um einen Bruder mehr zu retten?
Für uns nun gilt, wir kommen zu dir, unser Verzehrendes Feuer. Und du wirst uns nicht mehr verbrennen, als wir ertragen können. Doch du wirst uns verbrennen. Und obwohl es scheint, als würdest du uns schlagen, vertrauen wir dir selbst in dem, wovon du nicht geredet hast, bis wir in jedem Fall zuletzt die Segnungen derer erreichen, die nicht gesehen und doch geglaubt haben.
[1] Hohelied der Liebe 8,6
[2] Alexander John Scott (1805–1866), ein schottischer Prediger und Gelehrter, Rektor des Owens College in Manchester. Ebenso wie MacDonald lehnte er eine radikal-calvinistische Lehre der Prädestination ab, nach der es, vereinfacht ausgedrückt, dem einzelnen Menschen von Beginn an bestimmt ist, ob er erlöst oder auf ewig verdammt wird. Diese Lehre hielt MacDonald für unvereinbar mit der Liebe Gottes. Die beiden Männer waren auch freundschaftlich miteinander verbunden und standen in regem intellektuellem Austausch. George MacDonald hatte große Achtung vor Scott, weshalb man seine Erwähnung an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang als eine freundschaftliche Geste und Respektbezeugung deuten kann.
[3] Johannes 14,19
[4] Hebräer 12,28-29
[5] Hier klingen antike philosophische Traditionen – Platon und Aristoteles – an, die über die Jahrhunderte auch Ausgangspunkt für christliches Denken und Philosophie waren. Etwa Gott als der „unbewegte Beweger“ (Aristoteles), als die Ursache des Seins ist der Anfangspunkt allen Seins, das wird und sich verändert. Der Verursacher selbst jedoch ist unveränderlich. In der hochmittelalterlichen Theologie hat Thomas von Aquin diesen Gedanken weiterentwickelt. Spätere Denker sind von diesem starren Bild von Gott eher wieder abgerückt, da es im Widerspruch zum Gedanken an einen lebendigen Gott steht und Leben auch Bewegung bedeutet. MacDonald verwendet den Gedanken eher zur Beschreibung des Himmelreichs. Das Himmelreich als Reich des eigentlichen Seins und der Wahrheit erinnert hier zumindest stark an das Reich der Ideen des Platon.
[6] Hebräer 12,27
[7] Hebräer 13,1
[8] 2. Mose 19,18
[9] 2. Mose 3,2
[10] Gemeint ist das Volk Israel, das durch Mose aus Ägypten geführt und bis zum Fuß des Berges Sinai gebracht wurde, wo es die Gesetze Gottes, die auf den steinernen Tafeln festgeschriebenen 10 Gebote, erhielt.
[11] 2. Mose 16,3 – Das Volk Israel „murrte“ oft gegen Mose, als es während der Wanderung durch die Wüste auf Schwierigkeiten stieß. Sie wollten lieber in die Sklavenschaft zurück und damit auch in eine sichere Versorgung, statt in Freiheit den Unsicherheiten ausgesetzt zu sein.
[12] 4. Mose 12,3
[13] 2. Mose 32
[14] Johannes 4,23-24
[15] Epheser 4,15
[16] Hebräer 4,12
[17] 2. Mose 19,16ff
[18] George MacDonald geht davon aus, dass seine Leser und Leserinnen die biblischen Texte zumindest in Grundzügen kennen. Während Mose in das Feuer auf dem Berg Sinai hineinging, blieb das Volk furchtsam unten. Gott selbst gab ihnen die Warnung, dass sie nicht näherkommen sollten. Sie konnten es auch nicht, weil sie in ihrer Furcht gar nicht dazu in der Lage waren, die Gegenwart des Heiligen auszuhalten. Als sie einmal hörbar die Stimme Gottes vernehmen, bitten sie Mose sogar darum, sie nicht mehr vernehmen zu können und weiter der Vermittler zu sein.
[19] 2. Mose 32,32
[20] 2. Mose 33,18-23
[21] Gemeint ist die Dornenkrone Jesu.
[22] Matthäus 5,15 / Markus 4,21 / Lukas 11,33
[23] Matthäus 13,24-30 / Lukas 8,5-8 – George MacDonald deutet hier das Gleichnis Jesu vom Sämann an, der den Samen (gemeint ist das Wort Gottes) großzügig auf ein Feld streut. Dabei gibt es Samen, der unter Dornen und auf Stein gerät oder von Vögeln gefressen wird in und nicht aufgeht. MacDonald gibt wie schon im vorigen Text (siehe Anmerkung 6) beim Gleichnis vom Verlorenen Sohn dem negativen Ausgang eine positivere Weiterdeutung, indem er Naturbeobachtungen anwendet – fruchtbarer Humus kann sich auf felsigem Untergrund ansammeln, Vögel können Saat aufnehmen und durch ihren Kot an anderen Orten verbreiten.
[24] Indirektes Zitat der Worte Jesu. Eine Wendung, die er immer wieder gebraucht, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu erlangen „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ – auch gedeutet als Aussage, dass es Menschen gibt, die für die Botschaft Jesu offen sind und andere, die es nicht sind.
[25] 2. Korinther 5,17
[26] 1. Korinther 15,54
[27] 1. Korinther 3,11-15
[28] Matthäus 10,28
[29] 1. Korinther 15,53-54
[30] George MacDonald zitiert hier Claudio aus Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ (Measure for Measure), der über die Schrecklichkeit des Sterbens und des Todes spricht: “Ay, but to die, and go we know not where; / To lie in cold obstruction and to rot; / This sensible warm motion to become / A kneaded clod; and the delighted spirit / To bathe in fiery floods, or to reside / In thrilling region of thick-ribbed ice; / To be imprison’d in the viewless winds, / And blown with restless violence round about / The pendent world; or to be worse than worst / Of those that lawless and incertain thought / Imagine howling: ’tis too horrible!”
[31] Offenbarung 20,14
[32] Zitat aus John Miltons „On the Morning of Christ´s Nativity”: „And Hell itself will pass away, / And leave her dolorous mansions to the peering Day.”
[33] 1. Korinther 15,28

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