Übersetzung Unspoken Sermons I von George MacDonald – Kapitel 7: Die Versuchung in der Wüste

Die Versuchung in der Wüste

   „Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf dass er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.“ Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so lasse dich hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf dass du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: „Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen.“ Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! denn es steht geschrieben: „Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm.“ Matthäus 4,1-11

Diese Erzählung muss eine von zwei Ursprüngen haben. Entweder ist sie eine Erfindung, solche wie die vielen Geschichten, die über unseren Herrn in den früheren Zeiten des Christentums erzählt wurden; oder sie kam von unserem Herrn selbst, denn entsprechend der Geschichte war, außer den wilden Tieren, kein irdisches Wesen bei seiner Versuchung dabei.

   Was den ersten der zwei Ursprünge angeht: Die Geschichte trägt kein Zeichen menschlicher Erfindung in sich. Der Mensch, welche solche Dinge, wie sie hier verkörpert sind, einsehen könnte, würde nicht wagen, solch eine Verkörperung für sie zu erfinden. Für jemanden, der über diese Angelegenheit im Zweifel ist, wäre es, denke ich, hilfreich, diese Geschichte mit der besten von jenen zu vergleichen, für welche das eine oder andere der apokryphen Evangelien unsere einzige Autorität ist – nämlich die großartige Schilderung des Abstiegs in die Hölle in dem Evangelium nach Nicodemus.[1]

   Wenn sie nicht diesen Ursprung hat, dann kann sie nur den anderen haben – unseren Herrn selbst. Dem will ich mich augenblicklich zuwenden.

   Und jetzt lasst uns dem Gegenstand von einer anderen Seite nähern.

            Mit dieser Sache im Blick, bitte ich euch nachzudenken, wieviel Gott von dem wissen muss, wovon wir nichts wissen. Denkt daran, was für ein Abgrund der Wahrheit unser Herr war, aus dessen göttlichem Dunkel, durch diese offenbarenden Gesichtszüge, diese erhebende Stimme, jene Hände, deren Sanftheit uns groß gemacht hat, alle heilige Ausstrahlung von menschlicher Bedeutsamkeit brach. Denkt an sein Verständnis, seine Vorstellungskraft, sein Herz, in welchen die Schätze der Weisheit und Erkenntnis lagen.[2] Muss er nicht Dinge gewusst, gefühlt, sich vorgestellt, sich an ihnen erfreut haben, die nicht in menschlichen Worten ausgedrückt werden konnten, nicht von menschlichen Herzen verstanden werden konnten? Brachte er nicht ständig aus dem unzugänglichen Licht hervor?[3] War eben seine menschliche Form nicht ein Schleier, gehängt über das Angesicht der Wahrheit, dass sie, zum Teil durch das Dämpfen des Glanzes der Herrlichkeit selbst, offenbart werden sollte?[4] Was vermittelt werden konnte, musste solcherart vermittelt werden: ein unendliches Mehr muss dahinter liegen. Und selbst von jenen Dingen, die den Menschen teilweise offenbart werden mögen, konnte er darüber zu seinem Vater und zu seinen Jüngern in genau denselben Formen sprechen, mit genau denselben Worten? Würde, was er auf den Bergeshöhen, im trüben Zwielicht oder in grauer Dämmerung, zu Gott sagte,[5] niemals solcherart gewesen sein, dass seine Jünger es nicht besser hätten verstehen können, als das Volk, da die Stimme Gottes zu ihm vom Himmel sprach, diese Stimme von dem unartikulierten Donnern der Elemente unterscheiden konnte?[6]

   Es gibt keinen Versuch, der gemacht werden könnte, um uns auch nur das Wesen der Schlacht jener vierzig Tage zu vermitteln. Solch ein Streit des Geistes, wie er für vierzig Tage all die menschlichen Notwendigkeiten Des Menschen in die Sorgen der Gottheit aufnahm, könnte nicht in für uns verständlichen Formen übermittelt werden, oder vielmehr, könnte in sich selbst nicht verständlich für uns sein, und könnte daher nicht irgendeine Form annehmen, welche wir erfassen könnten. Nicht vor dem Ende jener vierzig Tage beginnt das göttliche Ereignis aus den heiligen Tiefen des ewigen Denkens hervorzudämmern, wird menschlich genug, um es erscheinen zu lassen, lässt Äußerung zu, wird in die Lage versetzt, in menschlichen Formen zu den Ohren der Menschen gesprochen zu werden, obwohl immer noch nur in dunkler Rede, welche der, der Ohren hat zu hören, hören mag und der, der ein Herz hat zu verstehen, verstehen mag. Denn das Geheimnis wird weder zurückgelassen, noch kann die Rede zu den Menschen bereits deutlich sein.

   In jenem Augenblick, als das herannahende Ereignis in den menschlichen Horizont eintritt, es mag durch den von Gott aufgerichteten Verstand von weitem vage wahrgenommen werden, ergreift dieselbe Menschlichkeit den Meister und er ist ein Hungernder. Das erste Zeichen, dass er zu uns zurückgekehrt ist, dass die Auseinandersetzung ihr menschliches Ergebnis erreicht, ist sein Hunger. Auf welcher See endlosen Lebens wir auch treiben, werden unsere niedrigen Bedürfnisse doch gestillt – selbst die niedrigsten von ihnen sind nicht abgetrennt vom Göttlichen! Aus den Stürmen des Ozeans göttlichen Denkens und Fühlens aufsteigend in die seichteren Wasser, die ans menschliche Ufer spülen, mit sich tragend die Schätze, die er in der Auseinandersetzung gewonnen hat, ist unser Herr geradewegs ein Hungernder; und von diesem Augenblick an ist die Versuchung menschlich und kann in einem gewissen Maße von uns verstanden werden.

   Doch hätte es selbst dann dem menschlichen Verstand in bloß intellektuellen Formen vermittelt werden können? Oder, vorausgesetzt es wäre möglich gewesen, hätte es so an jene vermittelt werden können, welche erst begannen die vagste, höchst missverständliche und verwirrte Ahnung über unseren Herrn zu haben und wozu er gekommen war, es zu tun? Nein. Die inneren Erfahrungen unseres Herrn, solche wie sie ihnen allen vermittelt werden konnten, konnten ihnen nur in einem Gleichnis vermittelt werden. Für weitaus einfachere Dinge als diese hat unser Herr diese Form gewählt. Die Form des Gleichnisses ist die erste, in welcher Wahrheit es zulässt, verkörpert zu werden. Doch das ist nicht alles: sie ist gleichermaßen die völligste; und zum Gleichnis wird der Lehrer der Wahrheit stets sich wenden. Ist der, welcher behauptet, dass dieser Abschnitt einen simplen Bericht tatsächlicher Ereignisse enthält, bereit zu glauben, wie die Geschichte, auf diese Weise ausgelegt, uns unzweifelhaft zu verstehen gibt, dass ein sichtbarer Dämon zu unserem Herrn kam und, er selbst der Prinz weltlicher Weisheit, dachte, dass er durch das Zitieren der Schrift nach der Weise der Priester einen guten Mann davon überzeugen könnte, Gott zu versuchen; dachte, durch das Versprechen von Macht, ihn überwinden zu können, jeden Anspruch, den er auf das menschliche Geschlecht hatte, von sich zu werfen, indem er niederfällt und einen anbetet, von welchem er wusste, dass er der Gegner der Wahrheit, der Menschheit, Gottes ist? Wie könnte Satan so dumm sein? Oder, wenn Satan so dumm sein mag, worin könnte solche Versuchung, wie sie hier dargestellt wird, unseren Herrn versucht haben? Und worin würde ein Sieg über solche für das das Menschengeschlecht ein Sieg sein?

   Als ein Gleichnis erzählt, ist es so voller Bedeutung, wie es bar davon wäre, wenn es als Bericht genommen würde.

   Unser Herr sprach also dieses Gleichnis zu ihnen und vermittelte auf diese Weise mehr von der Wahrheit in Bezug auf seine Versuchung in der Wüste, als durch irgendeine andere Form hätte vermittelt werden können, in welcher die Wahrheit, die er ihnen wiedergeben wollte, verkörpert hätte werden können. Dennoch denke ich nicht, dass daraus folgt, dass wir es exakt so vorliegen haben, wie er es seinen Jüngern erzählte. Ein Mensch wird nur hören, was er hören kann, wird nur sehen, was er sehen kann, und, indem er die Geschichte wieder erzählt, nur erzählen können, was er davon erfasst hat, was ihm selbst als das erscheint, was er verstanden hat. Sein Bemühen, den Eindruck wiederzugeben, den es auf seinen Verstand gemacht hat, wird, wie auch der Eindruck selbst, abhängig sein von zahllosen verändernden, modifizierenden und in gewissem Maße sogar entstellenden Einflüssen. Doch daraus folgt deshalb nicht, dass die Wiedergabe falsch ist. Die mächtigen Heerscharen der lebendigen Welten, die für die Freiheit ihrer Läufe und die Herrlichkeit ihrer Wechsel solch tiefe Abgründe des Weltenraumes beanspruchen, schwinden im menschlichen Auge zu Samen des Lichts, ausgestreut auf eine blaue Ebene. Wie schwach ist in den Ohren des Menschen die Stimme ihres atmosphärischen Donners der Anbetung! Und doch sind sie in der Tat lieblich, in beredter Äußerung und Vermittlung von Erkenntnis. So mag die Geschichte nicht genauso sein, wie der Herr sie erzählte und doch mag sie in ihrem Spiegel so viel von der Wahrheit enthalten, wie wir in der Lage sind zu empfangen und wie sie uns ein ausreichendes Feld für lebenslange Entdeckungen bieten wird. Die modifizierenden Einflüsse der menschlichen Kanäle mögen wesentlich sein für Gottes Art der Offenbarung. Nur indem wir sie zuerst von weitem sehen, lernen wir die Gesetzmäßigkeiten der Himmel.

   Und nun erhebt sich die Frage, von deren richtiger Antwort die gesamte Ausleuchtung der Geschichte abhängt: Wie konnte der Sohn Gottes versucht werden?

   Wenn irgendjemand behauptet, dass er durch diese Versuchungen nicht bewegt wurde, muss ihm gesagt werden, dass sie dann gar keine Versuchungen für ihn gewesen sind und er nicht versucht wurde; noch war dann sein Sieg von mehr Bedeutung als der eines Menschen, welcher, dazu versucht, falsches Zeugnis gegen seinen Nächsten abzulegen, davon absieht, ihn seiner Güter zu berauben. Für menschliche Not, Kampf und Hoffnung trägt es keine Bedeutung; und wir müssen das Ganze als fantastischen Unsinn kruder Erfindung ablehnen; ein bloßes Schauspiel; eine Lüge um einer eingebildeten Wahrheit Willen; ein Tun des Bösen, auf dass das Gute komme; und mit wie vielen Fragmenten der Wahrheit der Schlamm dieser Geschichte auch durchsetzt sein mag, kann es in keiner Weise als göttliche Botschaft empfangen werden.

   Aber in der Annahme, dass dies wirkliche Versuchungen waren, wenn die Geschichte überhaupt angenommen werden soll, verstricke ich mich nicht in einer noch größeren Schwierigkeit? Denn wie könnte der Sohn Gottes vom Bösen versucht werden – von dem, welches ihm in wahrhaftigen Misstönen erschienen sein muss, in seiner wahren Missgestalt? Oder wie kann er dann der Sohn seines Vaters sein, welcher nicht vom Bösen versucht werden kann?

   In der Antwort darauf liegt der Kern, der wesentliche Keim der ganzen Auslegung: Er wurde nicht mit dem Bösen versucht, sondern mit dem Guten; mit niederen Formen des Guten, das heißt, sich ihm aufdrängend, während die höheren Formen des Guten sich zurückhielten, ihre Zeit abwartend, das heißt, Gottes Zeit. Ich glaube nicht, dass der Sohn Gottes mit dem Bösen versucht werden konnte, doch ich glaube, dass er mit dem Guten versucht werden konnte – dieser Versuchung nachzugeben, wäre das Böse in ihm gewesen – der Untergang des Universums. Doch kommt nicht alles Böse aus dem Guten?[7]

   Ja; doch es ist von ihm gegangen. Es ist nicht länger gut. Ein korrumpiertes Gutes ist nicht länger ein Gutes. Solches konnte unseren Herrn nicht versuchen. Vergeltung mag ihren Ursprung in einem Sinn für Gerechtigkeit haben,[8] aber es ist Vergeltung und nicht Gerechtigkeit; eine böse Sache, denn sie wäre furchtbar ungerecht. Das Böse ist böse, woraus auch immer es gekommen sein mag. Der Herr hätte sich nicht dazu versucht fühlen können, Vergeltung an seinen Feinden zu üben, aber er hätte sich versucht fühlen können, die Ungerechten vom Angesicht der Erde zu tilgen – sie vom Angesicht der Erde zu tilgen, sage ich, nicht, um sie für immer zu tilgen. Dazu hätte er, denke ich, nicht versucht werden können.

   Doch wir werden in der Angelegenheit selbst genug Erläuterung von dem finden, was ich meine. Lasst uns auf die einzelnen Versuchungen schauen, die in dem Gleichnis dargestellt.

   Die Grundidee, welche zu der Darstellung in Matthäus führt, scheint mir der von Lukas überlegen zu sein. In den beiden Aufzeichnungen ist der jeweilige Schluss, während jeder von ihnen höchst bezeichnend ist, bemerkenswert unterschiedlich.

   Nun lasst uns dem Bericht aus Matthäus folgen.

   Und wir werden sehen, wie der Teufel ihn zum Bösen versuchte und nicht mit dem Bösen.

   Zuerst war er hungrig und der Teufel sagte Mache Brot aus diesem Stein.

Der Herr hatte für vierzig Tage gefastet – ein unmögliches Fasten, außer während intensiver geistiger Vertiefung. Niemand soll daran denken, dieses Fasten zu verherrlichen, indem er es als Wundertat bezeichnet. Wunderbar sind solche Fastenzeiten auf Seiten heiliger Männer verzeichnet; und insoweit der Herr mehr ein Mensch war als seine Brüder, insoweit mag er weiter aus dem äußeren Bereich seiner leiblichen Natur in die Tiefen seines geistlichen Menschseins zurückgezogen sein. So viel langsamer wären die Vorgänge dieser Natur; und Fasten in diesem Fall mag deshalb jenseits der äußersten Grenzen ähnlichen Fastens bei anderen ausgedehnt sein. Dies, glaube ich, war alles – und dies alles unendlich in seinem Verhältnis zueinander. Dies ist der erhabenste, einfachste und bemerkenswerteste, und deshalb der göttlichste Weg, sein Fasten zu betrachten. Daher war es am Ende der vierzig Tage nicht Hunger allein, der Nahrung zu einer Versuchung für ihn machte, sondern diese Erschöpfung des gesamten Systems, sich selbst verzehrend in all der Zeit, als es vergessen wurde, welches, den Geist beeinflussend, als der Geist durch seine eigenen Auseinandersetzungen bereits ausgelaugt war, ihn so ausgelaugt haben muss, dass er (nach der Erfahrung seiner Brüder zu sprechen, welche allein seine Erfahrung erklären wird) zu dieser Zeit nichts vom Geistlichen sehen oder fühlen konnte und an das Ungefühlte und Ungesehene nur glauben konnte. Was für eine Versuchung das war! Es liegt keine Sünde in dem Wunsch zu essen; keine Sünde darin, Nahrung ehrlich hervorzubringen, dass man esse. Doch es erhebt sich gerade zu einer furchtbaren Pflicht, wenn ein Mensch weiß, dass zu essen, das verlorene Schauen des Ewigen wiederherstellen wird; sich auswirkend wird auf das Hirn und daher auch auf den Verstand, den Menschen fähig machen wird sowohl zu Hoffnung, als auch zu Glauben, sowohl zu Freude, als auch Zuversicht, sowohl zu Dankbarkeit, als auch zu Geduld. Warum also sollte er nicht essen? Warum sollte er nicht die Kraft, die in ihm war, hervorbringen, auf dass er essen möge? Weil solche Kraft seine war, nicht für sich selbst zu sorgen, sondern die Werke dessen zu wirken, der ihn sandte.[9] Solches war seine Kraft, nicht nur seinen Vater so zu ehren, wie sein Vater wählte, geehrt werden, welcher weit mehr geehrt wird in der normalen Art gewöhnlicher Wunder, als in der Art außergewöhnlicher Wundertaten. Weil es Gottes Sache war, für ihn zu sorgen, und seine Sache zu tun, was der Vater ihm sagte, dass er es tun solle. Den Stein zu Brot zu machen, würde bedeuten, die Sorge aus des Vaters Händen zu nehmen und das göttlichste Ding im Universum zu einer bloßen Gemeinheit der Selbsterhaltung zu machen.

   Und in nichts sollte er über seinen Brüdern stehen außer im Glauben. Nicht mehr Zuflucht für ihn als für sie, ausschließlich in der Liebe und Sorge des Vaters. Andere Zuflucht, lasst es wunderwirkende Kraft sein oder was immer ihr wollt, wäre nichts anderes als Hölle für ihn. Gott ist Zuflucht. Gott ist Leben. „Sollte er nicht essen, wenn es ihm über den Weg kommt? Und kam das Brot nicht seines Weges, als seine Macht auf das traf, welcher darin verwandelt werden konnte?“

   Beachtet das Wort verwandelt. Die ganze Angelegenheit liegt hierin begründet. Verwandelt wovon? Von dem, wozu Gott es gemacht hatte. Verwandelt in was? In das, was er nicht gemacht hatte. Warum verwandelt? Weil der Sohn hungrig war und der Vater ihn nicht mit für ihn geeigneter Nahrung versorgte! Der Vater gab ihm keinen Stein, als er nach Brot fragte.[10] Es war Satan, der den Stein brachte und ihm sagte, er solle für sich selbst sorgen. Der Vater sagte, Das ist ein Stein. Der Sohn würde nicht sagen, Das ist ein Brotlaib. Nicht ein schöpferisches fiat[11] soll einem anderen widersprechen. Der Vater und der Sohn sind eines Sinnes. Der Herr konnte hungern, konnte darben, doch er würde niemals etwas in ein anderes Ding verwandeln, was der Vater als solches Ding gemacht hatte.[12]

   [[An dieser Stelle Fußnote des Autors: Es gab keine solche Verwandlung während der Speisung der Menge. Der Fisch und das Brot waren zuvor schon Fisch und Brot. Ich denke, dies ist bedeutsam in Bezug auf die wahre Natur eines Wunders und sein Verhältnis zu den gewöhnlichen Wegen Gottes. In diesen Wundern, und ich denke in allen, lag nur eine Beschleunigung der Erscheinungen; das Tun dessen an einem Tag, welches gewöhnlich tausend Jahre benötigen mag, denn bei Gott ist Zeit nicht das, was sie bei uns ist. Er schafft sie. Und die Beschleunigung eines Vorgangs beeinträchtigt nicht im Geringsten Ursache und Wirkung eines Vorgangs, noch zeichnet sie den Vorgang auch nur ein Stück wunderbarer als er ist. Tatsächlich ist das Wunder wachsenden Korns größer für mich als das Wunder der Speisung von Tausenden. Es ist einfacher, die schöpferische Kraft im plötzlichen Hervortreten zu verstehen – unmittelbar – als durch die zahllosen, die lieblichen, die scheinbar vergeblichen Wunder des Kornfeldes. Für den bloß naturwissenschaflichen Menschen ist all dies blanker Unsinn oder gehört bestenfalls in den Bereich der Phantasterei. Die Zeit wird kommen, denke ich, wenn er sehen wird, dass darin mehr enthalten ist, nämlich ein höherer Grund, eine erhabene Wissenschaft, wie ungenau auch immer hier angedeutet.]]

   Wenn wir die Antwort, die er dem Teufel gab, betrachten, werden wir die Wurzel der Angelegenheit sofort erkennen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“Ja, selbst durch das Wort, welches den Stein zu diesem Stein machte. Alles ist recht. Es ist tatsächlich Leben für ihn, dies einen Stein sein zu lassen, welches der Vater einen Stein gemacht hat. Es wäre Tod für ihn, auch nur ein Wort zu ändern, das Er gesprochen hat.

   „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Es gibt andere Arten des Lebens neben der, welche durch das Brot kommt. Ein Mensch wird leben durch das Wort Gottes, durch das, was Gott zu ihm sagt, durch das, was Gott bedeutet zwischen Ihm und ihm, durch die Wahrheiten des Seins, welche der Vater allein seinem Kind offenbaren kann, durch die Gemeinschaft der Liebe zwischen ihnen. Ohne das Brot wird er sterben, wie die Menschen sagen; doch er wird nicht finden, dass er stirbt. Er wird nur finden, dass das Zelt, welches die Sterne vor ihm verbarg, vergangen ist und dass er die Himmel sehen kann;[13] oder vielmehr wird das irdische Haus um ihn herum fortschmelzen und er wird finden, dass er eine Heimat über sich hat, ein anderes und erhabeneres Wort Gottes, das ihn umkleidet. So lebt der Mensch durch das Wort Gottes, selbst indem er das Brot verweigert, welches Gott ihm nicht gibt, damit er, denn, anstatt zu sterben, weil er nicht isst, steigt er in ein höheres Leben derselben Art auf.

   Denn ich habe von dem Bewusstsein der Existenz gesprochen und nicht von diesem höheren geistlichen Leben, von welchem alles andere Leben abhängt. Dieses kann selbstverständlich nicht für einen Augenblick existieren, außer vom Herzen Gottes aus. Wenn ein Mensch versucht, durch Brot zu leben und nicht durch das Wort, das aus dem Herzen Gottes kommt, mag er denken, dass er lebt, doch er beginnt zu sterben oder ist tot. Unser Herr sagt „Ich kann ohne das Leben sein, das aus dem Brot kommt: ohne das Leben, das aus dem Wort meines Vaters kommt, sterbe ich wahrhaftig.“ Darum denkt er nicht zweimal über die Angelegenheit nach. Dass Gottes Wille getan wird, ist all seine Sorge. Wenn dies getan ist, wird alles recht sein und mit ihm alles recht sein, ob er an sich selbst denkt oder nicht. Denn der Vater vergisst das Kind nicht, welches so damit beschäftigt ist, ihm zu vertrauen, dass es sich nicht einmal darum kümmert, für sich selbst zu beten.

            In dem höheren Gesichtspunkt dieser ersten Versuchung, der aus der Tatsache entspringt, dass ein Mensch nicht die Dinge fühlen kann, die er glaubt, außer unter bestimmten Umständen des körperlichen Wohlbefindens, das von der Nahrung abhängt, ist die Antwort dieselbe: Ein Mensch lebt nicht mehr von seinen Gefühlen, als er vom Brot lebt, sondern von der Wahrheit, das heißt vom Wort, vom Willen, dem geäußerten Sein Gottes.

   Ich bin gar beschämt, mich der Notwendigkeit zu beugen, etwas zu schreiben, das nur wie Milch für Neugeborene ist, während ich froh wäre, nur das zu äußern, wenn ich vermag, was wie Brot für erwachsene Männer und Frauen wäre.[14] Was ich sagen muss, ist dies: dass ich unter dem Wort Gottes nicht die Bibel verstehe. Die Bibel ist ein Wort Gottes, das bedeutendste seiner geschriebenen Worte, weil es uns von DEM Wort erzählt, dem Christus; doch alles, was Gott getan hat und dem Menschen zu erkennen gab, ist eines seiner Worte, sein Wille; und insofern es zu seinem Willen gehört, ist es eine Notwendigkeit für den Menschen, ohne welche er nicht leben kann: das Empfangen dessen ist des Menschen Leben. Denn insoweit Gottes Äußerungen ein Ganzes sind, ist jedes Kleinste davon wesentlich: er redet keinen Unsinn – bei ihm gibt es keine nichtigen Wiederholungen. Doch als das Wort des Gottes und nicht nur des Schöpfers allein, welcher Gott ist, gerade weil er zu den Menschen spricht, muss ich im tiefsten Sinne jede Offenbarung seiner Selbst im Herzen und Bewusstsein des Menschen verstehen, so dass der Mensch weiß, dass Gott da ist, nein, vielmehr, dass er hier ist. Selbst Christus ist nicht DAS Wort Gottes im tiefsten Sinne für einen Menschen, bis er diese Offenbarung Gottes für den Menschen ist, – bis Der Geist, das heißt die Bedeutung Des Wortes zu ihm gekommen ist, – bis die Rede kein Geräusch des Donners mehr ist, sondern die Stimme der Worte;[15] denn ein Wort ist mehr als eine Lautäußerung – es ist ein Klang, um verstanden zu werden. Kein Wort, sage ich, ist vollständig ein Wort von Gott, bis es ein Wort zum Menschen ist, bis der Mensch darin Gott erkennt. Dafür wurde das Wort gesprochen. Die Worte Gottes sind wie der Sand und die Sterne, – sie können nicht gezählt werden; doch das Ziel von allen und jedem ist dies – Gott zu offenbaren. Noch, vielmehr, kann der Mensch wissen, dass irgendeines von ihnen das Wort Gottes ist, es sei denn, es kommt solcherart zu ihm, ist eine Offenbarung Gottes in ihm. Es kommt zu ihm, auf dass es in ihm sei; doch bis es in ihm ist, kann er nicht wissen, dass es für war. Gott muss Gott im Menschen sein, ehe der Mensch wissen kann, dass er Gott ist oder dass er rechtens empfangen hat, und wofür es gesprochen wurde, ein jedes seiner Worte.[16]

   [[An dieser Stelle Fußnote des Autors: Ohne Zweifel wird der demütige Geist das Zeugnis von jedem empfangen, welchen er verehrt, und in die Richtung schauen, die für ein Wort des Vaters bezeichnet ist; doch bis er es solcherart empfängt in seinem Herzen, kann er nicht wissen, wovon das Wort spricht.]]

   Wenn wir durch irgendeinen Willen Gottes – das heißt, durch irgendeine Wahrheit in ihm – leben, leben wir davon zehnfältig, wenn dieser Wille ein Wort für uns geworden ist. Wenn wir es empfangen, wird sein Wille unser Wille werden und so leben wir durch Gott. Doch wenn er das Wort Gottes einmal verstanden hat, muss ein Mensch durch den Glauben an das, was Gott ist, leben, und nicht durch seine eigenen Gefühle, selbst in Bezug auf Gott. Es ist die Wahrheit selbst, das, welches Gott ist, erkannt durch das, was aus seinem Mund ausgeht, wovon ein Mensch lebt. Und wenn er die Wahrheit nicht länger fühlen kann, wird er deshalb nicht sterben. Er lebt, weil Gott wahrhaftig ist; und er ist dazu in der Lage zu wissen, dass er lebt, weil er weiß, da er einmal Gottes Wort verstanden hat, dass Gott Wahrheit ist. Er glaubt an den Gott des ersten Schauens, lebt deshalb durch das Wort, wenn alles finster ist und es kein Schauen mehr gibt.

   Wir kommen nun zum zweiten Versuch des Feindes. „Wenn man Gott so vertrauen kann, versuche ihn. Zu gern würde ich das Ergebnis sehen. Erzeige dich selbst als sein Liebling. Hier ist das Wort dafür: Er wird seinen Engeln Befehl geben deinetwegen; nicht an einem Stein sollst du dich stoßen. Nimm ihn bei seinem Wort. Wirf dich selbst hinunter und bewirke die Überzeugung in mir, dass du der Sohn Gottes bist. Denn du weißt, dass du nicht nach dem aussiehst, was du sagst, dass du es bist.“

   Abermals begegnet ihm der Herr mit einem geschriebenen Wort. Und er zitiert die Schrift nicht zu logischen Zwecken – um Satan intellektuell zu widerlegen, sondern um sogar Satan den Grund für sein Verhalten zu geben. Satan zitiert die Schrift als verbale Autorität; unser Herr begegnet ihm mit einer Schriftstelle durch die Wahrheit, mit welcher er sein Verhalten bestimmt.

   Wenn wir es untersuchen, werden wir herausfinden, dass diese Antwort dasselbe enthält wie die vorangegangene, nämlich dies, dass für den Sohn Gottes der Wille Gottes Leben ist. Es war eine Versuchung, den Mächten dieser Welt zu erweisen, dass er der Sohn Gottes war; dass ihm die Elemente untertan waren; dass er über den Naturgesetzen stand, weil er der Ewige Sohn war; und auf diese Weise das Toben der Heiden zu beenden und die nichtigen Einbildungen der Völker.[17] Es wäre nichts anderes, als ihnen die Wahrheit zu aufzuweisen. Doch er war der Sohn Gottes: was war der Wille seines Vaters? Solches war nicht der göttliche Weg, die Welt der Sünde zu überführen, von der Gerechtigkeit, vom Gericht. Wenn der Vater ihm gesagt hätte, sich hinabzuwerfen, in diesem Augenblick schon hätte die Zinne nackt gen den Himmel geragt. Wenn der Teufel ihn hinuntergeworfen hätte, lasst Gott seine Engel senden; oder, wenn es besser gewesen wäre, zulassen, dass er am Grund des Tales zu Stücken zerschmettert wird. Doch niemals wird er dem göttlichen Willen vorgreifen. Der Vater wird anordnen, was als nächstes kommt. Der Sohn wird gehorchen. Auf dem Pfad seines Wirkens wird er für keinen Stein abweichen. Lasst die Engel ihn auf Händen tragen, wenn es nötig sein sollte. Doch er wird diesen Pfad nicht wählen, weil ein Stein darauf ist. Er wird gar nicht wählen. Er wird gehen, wohin der Geist ihn führt.

   Ich denke, das wird ein wenig Licht auf die Worte unseres Herrn werfen „So ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so ihr zu diesem Berg sagen werdet, Hebe dich auf und wirf dich ins Meer! so wird es geschehen.“[18]  Gute Leute, unter ihnen John Bunyan,[19] sind versucht worden, den Herrn, ihren Gott, auf die Kraft dieses Ausspruchs hin zu versuchen, gerade so wie Satan suchte, unseren Herrn auf die Kraft des Wortes hin, das er aus den Psalmen zitierte, zu versuchen. Glücklicherweise bleibt für solches die Versicherung, welcher sie den Namen Glauben geben würden, in der Zeit aus. Glaube ist das, was in Kenntnis des Willens des Herrn, ausgeht und ihn tut; oder, in Unkenntnis dasteht und wartet, zufrieden, sowohl im Nichtwissen, als auch im Wissen, weil Gott will; weder prescht er in die verborgene Zukunft vor, noch ist er sorglos über die Erkenntnis, welche den Weg des Handelns eröffnet. Es ist seine edelste Übung, in Unsicherheit über das Ergebnis zu handeln, wenn die Pflicht selbst deutlich ist, oder auch nur, wenn eine Richtung mit größter Wahrscheinlichkeit Pflicht zu sein scheint.

   [[An dieser Stelle Fußnote des Autors: Im letzteren Fall mag ein Mensch irren und sein Werk wird verbrennen, doch durch eben dieses Feuer hindurch wird er gerettet.[20] Nichts rettet einen Menschen mehr, als das Verbrennen seines Werkes, außer dem Tun des Werkes, das dem Feuer standhalten kann.]]

   Doch Gott in irgendeiner anderen Weise in Frage zu stellen, als zu sagen, Was willst du, dass ich tun soll?, ist ein Versuch, Gott zu zwingen, sich selbst zu erklären, oder sein Werk zu beschleunigen. Dies war vermutlich die Sünde des Judas. Es ist eine Anmaßung ähnlich der Art, einen Stein zu Brot zu machen. Es bedeutet, gewissermaßen, entweder Gott zum Handeln zu zwingen, wo er keine Notwendigkeit zum Handeln geschaffen hat, oder einen Fall herzustellen, in dem es so scheint, als hätte er sein Wort verfehlt, wenn er nicht handelt. Der Mensch entfernt sich darin selbst so weit von Gott, dass er, anstatt durch den göttlichen Willen von innen heraus, gewissermaßen in Gottes Angesicht handelt, um zu sehen, was er tun wird. Des Menschen vordringlichste Angelegenheit ist „Was will Gott, dass ich tun soll?“, nicht „Was wird Gott tun, wenn ich so und so handle?“ Ein fleischliches Elternteil auf diese Weise zu versuchen, wäre Unverschämtheit: Gott so zu versuchen, ist dieselbe Untugend in ihrer höchsten Form – ein natürliches Ergebnis dieses Geisteszustandes, welcher schlimmer ist als all die sogenannten Kardinalsünden, nämlich geistlicher Stolz, welcher die Zärtlichkeit und Liebe Gottes nicht mit dem menschlichen Sein und den menschlichen Bedürfnissen in Zusammenhang bringt, sondern mit einer charakteristischen Vorzüglichkeit im Individuum selbst, welche den Vater dazu veranlasst, ihn mehr zu lieben als seine Mitmenschen und so mit einem Lächeln über die eigenen Fehler hinwegsieht. Nicht solcherart betrachtete der Sohn Gottes seine Beziehung zu seinem Vater. Der Glaube, welcher Berge versetzen wird, ist jene Zuversicht in Gott, welche daher kommt, nichts als seinen Willen zu suchen. Ein Mensch, welcher auf diese Weise gläubig wäre, würde eher vor Hunger sterben, als zu dem Stein zu sagen Sei Brot; er würde eher dem Spott der Ungläubigen ohne Antwort begegnen und in offensichtlicher Niederlage, als zu dem Berg zu sagen Wirf dich ins Meer, selbst wenn er wüsste, dass er auf das Wort hin aus seinem Fundament gerissen würde, es sei denn, er wüsste zuerst, dass Gott es so haben wollte.

   Und so werde ich natürlicherweise dahin gebracht, vollständiger zu bedenken, wie dies eine wirkliche Versuchung für den Sohn des Menschen sein sollte. Es wäre gut, seine Gegner zu widerlegen; ihnen die Überzeugung aufzuzwingen, dass er der gottgesandte Botschafter war als der er sich erklärte. Warum sollte er nur einen Augenblick länger Gegner haben, die zwischen ihm und den willigen Herzen stehen, welche glauben würden, wenn sie könnten? Die Antwort auf all dies war deutlich für unseren Herrn und sie ist uns jetzt deutlich: Es war nicht die Art des Willens des Vaters. Es würde nicht zusammenpassen mit der stufenweisen Entwicklung des Lebens und der Geschichte, durch welche der Vater wirkt und welche die Weise ist, freien, Gott-liebenden Willen zu zeugen. Es wäre gewaltsam, theatralisch und daher niedrig in Natur und im Ergebnis, – nicht Gott-ebenbildlich in irgendeiner Weise. Alles in Gottes Tun ist in Harmonie mit allem anderen. Der Menschensohn, seine Geschichte soll die Geschichte eines Menschen sein, soll die Geschichte DES Menschen sein. Sollte diese mit einer Ausnahme beginnen? Es mochte sehr wohl eine Versuchung für Ihn sein, welcher danach verlangte, alles, was er konnte, für die Menschen zu tun. Hier war der Sohn Gottes: warum sollten es die Söhne Gottes nicht wissen?

   Doch wie seine Versuchung in der Wüste ein Inbegriff und Typus der kommenden Versuchungen war, gegen welche er sich vierzig Tage gestärkt hatte, jenseits unserer Reichweite Wahrheit bewegend, in deren Licht jede gewöhnliche Pflicht drängend und göttlich war, eine Vision, die nahezu geeignet war, einen Gott in seiner Demütigung niederzudrücken, so sollten wir das Ganze besser verstehen, wenn wir auf sein Leben im Verhältnis dazu zu schauen. So wie er sich weigerte, Steine zu Brot zu machen, so wirkte er dieses ganze Leben hindurch kein Wunder um sich selbst zu helfen; wie er sich weigerte, sich selbst vom Tempel zu werfen, um Satan zu überzeugen oder die Herrlichkeit seiner Sohnschaft sichtbar zu machen, so weigerte er sich standhaft, das Zeichen zu geben, welches die menschlichen Satane verlangten, nichtsdestotrotz des Angebotes sich überzeugen zu lassen,[21] welches sie ihm vorhielten, um ihn zu bestechen, dass er es ihnen gewährte. Wie einfach erscheint es, sie zufriedenzustellen und seine Nachfolger zu stärken! Doch solch eine Überzeugung würde einer besseren Überzeugung in seinen Jüngern im Wege stehen und würde seinen Gegnern nur Schaden tun. Denn keiner von ihnen konnte in irgendeinem wahrhaftigen Sinne durch solch ein Schauspiel überzeugt werden: es konnte nur seine Macht beweisen. Es mochte insoweit die Gegenwart eines Gottes beweisen; doch würde es diesen Gott beweisen? Würde es ihn näher bringen zu ihnen, welche ihn nicht im Gesicht des Sohnes sehen konnten? Zu sagen Du bist Gott, ohne zu wissen, was das Du meint – von welchem Nutzen ist das? Gott ist nur ein Name, außer wir kennen Gott. Unser Herr kümmerte sich nicht darum, auf diese Weise anerkannt zu werden.

   Nach demselben Prinzip wollte er eben die Wundertaten, welche in ihrem Charakter teilweise seinen Charakter denen offenbarten, welche schon Glauben an ihn hatten, nicht tun, wo Unglaube vorherrschte. Er mied oft Städte und Massen und verweigerte mächtiges Wirken wegen des Unglaubens.[22] Außer zur liebevollen Hilfe, die sie den Verzweifelten gaben, ihn ihren Herzen als den Erlöser vom Bösen offenbarend, bezweifle ich, ob er sonst auch nur ein einziges Wunder gewirkt hätte. Ich denke nicht, dass er sich viel um sie kümmerte. Mit Sicherheit, wie von den Beobachtern wahrgenommen, erwartete er keine großen Ergebnisse von solch mächtigen Taten. Ein bloßes Wunder ist eigentlich bald vergessen und lange bevor es vergessen ist, haben viele Gemüter begonnen, gerade diesen ihren eigenen Sinnen zu misstrauen, die es ihnen vermittelten. Innere Schau allein kann von der Wahrheit überzeugen; Zeichen und Wunder niemals.[23] Keine Zahl an Zeichen kann mehr tun, als die Wahrscheinlichkeit zu vermitteln, dass er, welcher sie zeigt, weiß, wovon er spricht. Sie können nicht die Wahrheit vermitteln. Doch das Schauen der Wahrheit selbst, im Wissen ihrer selbst, ein Etwas insgesamt jenseits des Bereichs von Zeichen und Wundern, ist die Macht Gottes, ist Rettung. Dieses Schauen lag in Angesicht und Gestalt des Herrn für jene reinen Herzens, welche in der Lage waren, Gott zu sehen;[24] doch nicht in seinen Zeichen und Wundern für jene, welche nach ihnen suchten. Doch es ist leicht zu sehen, wie die Versuchung für einen Augenblick auf einen Geist wirken mochte, der danach verlangte, in seine Bemühungen zum Zeugnis seiner Wahrheit einzutreten. Wie das wahrhaftige Herz danach verlangt, von seinen Brüdern aufgenommen zu werden – in seiner Wahrhaftigkeit erkannt zu werden! Doch nein. Die Wahrheit muss sich selbst zeigen nach Gottes Zeit, in und durch die Mühen. Das Himmelreich muss in Gottes heiliger, menschlicher Weise kommen. Nicht durch einen Streich der Großartigkeit, sondern durch Jahre der Liebe, ja, durch Jahrhunderte scheinbarer Verwirrung, durch Zeitalter des Mühens, muss er hineinwachsen in die Herzen der Söhne und Töchter seines Vaters im Himmel. Der Herr selbst wird gebunden sein durch die unveränderlichen Gesetze, welche die Harmonie des Wesens und der Äußerung des Vaters sind. Er wird sein, nicht scheinen. Er wird sein und dadurch, nicht daher scheinen. Und doch, einmal mehr, selbst bei ihm, muss die Idee der Durchsetzung der Wahrheit in heiliger Macht, solcherart wie er sie hätte hervorbringen können, in Großartigkeit heraufgedämmert sein. Der Gedanke war gut: sich ihm gebeugt zu haben, wäre der Verlust der Welt gewesen; nein, weit schlimmer – absolut unvorstellbar für den menschlichen Geist – der Gott des Gehorsams wäre von seinem Thron gefallen und – alles ist Schwärze.

   Doch lasst uns nicht vergessen, dass das Ganze ein blasses Gleichnis ist – blass, meine ich, im Verhältnis zur Großartigkeit der Wirklichkeit, wie der Ring und die Schuhe armselige Typen (und doch wie kostbar!) der vollkommenen Liebe des Vaters zu seinen abtrünnigen Kindern.[25]

   Wir werden nun auf die dritte Versuchung schauen. Die erste war, sich selbst in seinen Bedürfnissen zu helfen; die zweite, vielleicht, dem Vater zur Geltung zu bringen; die dritte, seine Brüder zu befreien.

            Sie zu befreien, das heißt, in der Weise der Menschen – immer noch vom Äußeren her. Tatsächlich mag die ganze Versuchung als ein Wettstreit des Sichtbaren und des Unsichtbaren betrachtet werden, des Äußerlichen und des Innerlichen, des Ähnlichen und des Wahren, des Schauspiels und der Wirklichkeit. Und wie bei den anderen lag das Böse in dieser letzten Versuchung darin, dass es eine Versuchung war, seine Brüder zu retten, anstatt den Willen seines Vaters zu tun.

   Konnte es etwas anderes als eine Versuchung sein, zu denken, dass er, wenn er wollte, rechtmäßig Anspruch auf die Zügel der Herrschaft erheben könnte, sich in den Wagen der Macht zu schwingen und vorzupreschen, erobernd und zu erobern?[26] Glückliche Visionen stiegen vor ihm auf, von dem Gefangenen, der jubelnd aus dem Käfig der Ungerechtigkeit ausbricht; von der Witwe, die ihren gebeugten Kopf vor den gierigen Pharisäern erhebt; von weinenden Kindern, die in Jubelrufe ausbrechen bei dem Geräusch der Räder des Wagens, vor welchen Unterdrückung und Unrecht schrumpfen und verdorren, hinter welchen die Zedern statt der Dornbüsche aufschießen, und die Myrte statt des Dornstrauchs. Was für leuchtende Visionen der heiligen Vergeltung, was für rosige Träume menschlicher Seligkeit – und alles von seiner Hand – würden einen Kopf wie den seinen fluten! – nicht wie die Luftschlösser ehrgeiziger Jugend, weil sie willkürlich erbaut, da sie weiß, dass sie es nicht verwirklichen kann; sondern sowohl beständig und harmonisch, als auch großartig, weil er weiß, dass sie in seiner Reichweite sind. Könnte er nicht das Volk nach seinem Willen formen? Könnte er nicht, verklärt in seinen schneeweißen Gewändern,[27] laut in den Straßen Jerusalems ausrufen „Siehe, dein König“? Und die grimmigen Krieger seines Volkes würden aufhorchen bei dem Klang; der Pflug würde zum Schwert geschmiedet und die Sichel zum Speer;[28] und das Volk, zusammenströmend auf seinen Ruf hin, würde in der Tat wieder den Krieg lernen, – einen großartigen, heiligen Krieg – einen Kreuzzug – nein; wir sollten nicht dieses Wort gebrauchen; aber einen Krieg gegen die Tyrannen des Menschengeschlechts – die Besten, wie sie sich selbst nannten – welche auf ihre Brüder treten und nicht einmal zulassen, dass sie nach den Himmeln schauen. – Ah! Doch wann waren seine Gewänder weiß wie Schnee? Wann, durch sie, sie verherrlichend, als es hindurch strömte, floss das Licht aus seinem verherrlichten Leib? Nicht als er nach solch einer Eroberung Ausschau hielt; sondern als er auf diesem Berg „sprach von dem Ausgang, welchen er erfüllen sollte zu Jerusalem“![29] Warum sollte dies das „traurige Ende des Krieges“[30] sein? „Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“ Nicht einmal deine eigenen Visionen der Liebe und Wahrheit, O Retter der Welt, sollen deine Führer sein zu deinem Ziel, sondern der Wille deines Vaters im Himmel.

   Doch wie wäre er, auf diese Weise erobernd, ein Diener des Satans? Worin wäre dies ein Niederfallen und Anbeten dessen (das heißt, ein Anerkennen seiner Würde), welcher der Herr der Missherrschaft[31] und ihres Schmerzes war?

   Ich werde nicht erforschen, ob solch ein Unternehmen vollführt werden könnte ohne die Anbetung Satans, – ob Menschen zu solch einem Zweck regiert werden könnten, ohne mehr oder weniger von der Schwindelei, wie sie von jedem ehrgeizigen Anführer praktiziert wird, von jedem eigennützigen Eroberer – ohne Doppelspiel, Taktik, Schmeichelei, Raffiniertheit. Ich werde darin nicht ermitteln, weil, bei der höchst fernen Vorstellung unseres Herrn als Anführer der Armeen seines Landes, diese Dinge als Unmöglichkeiten aus dem Blick entschwinden. Wenn diese notwendig wären, verweigert sich die Vorstellung einer solchen Laufbahn für ihn augenblicklich. Doch ich will fragen, ob, es besser zu wissen und nicht so gut zu handeln, nicht ein Dienst für Satan ist; – ob, Menschen im Namen Gottes als zum Besten anzuführen, wenn das Ende nicht das Beste ist, nicht ein Dienst für Satan ist; – ob, ihrem Stolz zu schmeicheln, indem man sie zu Eroberern der Feinde ihres Volkes macht, anstatt ihrer eigenen Teufel, nicht ein Dienst für Satan ist; – in einem Wort, ob den Auftrag Gottes zu verlassen, welcher wusste, dass die Menschen auf diese Weise nicht freigesetzt werden konnten, und ihn sandte, ein Mensch zu sein, ein wahrhaftiger Mensch, der eine Mensch, unter ihnen, dass sein Leben ihr Leben werden mochte, und dass sie auf diese Weise so frei sein mochten im Gefängnis oder am Kreuz, wie auch auf der Seite eines Hügels oder auf einem Thron; – ob, auf diese Weise die Wahrheit verlassend, um den Menschen dem Glauben an die Lüge zu übergeben, dass etwas anderes als Geist und Wahrheit die Anbetung des Vaters sein können, etwas anderes als die Erfüllung des Gesetzes zu lieben, etwas anderes als ihr bestes Selbst dem Dienst Gottes darzubringen, etwas anderes als gehorsame Harmonie mit der grundlegenden Liebe und Wahrheit und Gesetz, Freiheit wäre, – ob Gott auf diese Weise zu verlassen und die Menschen auf diese Weise zu übergeben, nicht bedeutet hätte, niederzufallen und den Teufel anzubeten? Nicht alle Souveränität Gottes, wie die Theologen es nennen, delegiert an den Sohn und verwaltet durch die Weisheit des Heiligen Geistes, der ihm ohne Maß gegeben war,[32] hätte das Himmelreich auch nur in einer Ecke unserer Erde bewirkt werden können. Nichts als der Gehorsam des Sohnes, der Gehorsam bis zum Tode,[33] das vollkommene Tun des Willens Gottes, weil er die Wahrheit war, konnte den Gefangenen befreien, die Witwe und die Waise.[34] Doch es würde sie erlösen, indem es auch den eroberungswütigen Eroberer erlöst, den peitschenden Gefängnisaufsehen, den ungerechten Richter, den gierigen Pharisäer selbst mit seinem unersättlichen, mottenzerfressenen Herzen. Die Erde sollte frei sein, weil Liebe stärker war als der Tod.[35] Darum sollten Grimmigkeit und Unrecht und Heuchelei und Gott-Andienerei ihr ermüdendes Spiel ausgespielt haben. Er wollte nicht die ausgebreiteten Äste des Baumes pflücken; er wollte die Axt an seine Wurzel legen.[36] Es würde Zeit benötigen; doch der Baum würde zuletzt tot sein – tot und in den Feuersee geworfen. Es würde Zeit brauchen; doch sein Vater hatte Zeit genug und im Überfluss. Es würde Mut brauchen und Stärke und Selbstverleugnung und Ausdauern; doch sein Vater konnte ihm alles geben. Es würde Schmerzen an Leib und Geist kosten, ja, Agonie und Folter; doch er war bereit, solches auf sich zu nehmen. Es würde ihn die Schau vieler trauriger und, für alle außer ihn, hoffnungsloser Gesichte kosten; er musste Tränen sehen, ohne sie abzuwischen, Seufzer hören, ohne sie in Lachen zu verwandeln, die Toten liegen sehen und sie liegen lassen;[37] Rachel weinend sehen über ihre Kinder und sich weigernd getröstet zu werden;[38] er musste auf seine Brüder und Schwestern sehen, weinend wie Kinder über ihre zerbrochenen Spielzeuge, und durfte sie nicht heilen; er musste zum Grabe gehen und sie wussten nicht, dass er auf diese Weise alle Dinge für sie richtete. Sein Werk musste eins sein mit Gottes Schöpfung und Gottes Geschichte und sie vervollständigen. Die Enttäuschung und der Kummer und die Furcht konnte er, würde er tragen. Der Wille Gottes sollte getan werden. Der Mensch sollte frei sein, – nicht nur Mensch, wie er von sich selbst denkt, sondern Mensch, wie Gott von ihm denkt. Die göttliche Idee sollte freigesetzt werden im göttlichen Busen; der Mensch auf Erden sollte seinen Engel sehen von Angesicht zu Angesicht.[39] Er sollte hineinwachsen in das Ebenbild des göttlichen Gedankens, nicht frei nach seiner eigenen Einbildung, sondern in der vollkommen göttlichen Tatsache des Seins, wie in Gottes Idee. Der großartige und wunderschöne und vollkommene Wille Gottes musste getan werden.

   „Hebe dich weg von mir, Satan! denn es steht geschrieben: „Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“

   Es war, als Petrus ihm widerstand, nachdem er sein Angesicht fest gemacht hatte, seinem Tod in Jerusalem zu begegnen, dass er ihm dieselbe Antwort gab, die er jetzt Satan gab, ihn auch Satan nennend.[40]

   „Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm.“[41]

   So sagt es Matthäus. Sie brachten ihm das Essen, auf das er gewartet hatte, in der Kraft des Wortes wandelnd. Er wäre gestorben, wenn es jetzt nicht gekommen wäre.

   „Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.“[42]

   So sagt es Lukas.

   Also erdreistete sich Satan ein weiteres Mal. Wann?

   War es, als im letzten Augenblick, in der Agonie des letzten Atemzugs, der Herr ausrief „Warum hast du mich verlassen?“,[43] als, nachdem er das große Werk getan hatte, es beiseitegelegt wie das saubere und reine Leinentuch, das nun bereit war, ihn einzuschlagen, eine andere Wolke als die auf dem Berg seine Seele überschattete, und aus ihr kam die stimmlose Überredung, dass, nachdem alles getan war, Gott sich nicht um ihn oder sein Werk kümmerte?

   Selbst in diesen Worten wurde der Widersacher vereitelt – und für immer. Denn als es so schien, dass es verlassen sei, war sein Ruf immer noch „Mein Gott! Mein Gott!“


[1] Das Evangelium nach Nicodemus ist ein Text, der etwa im vierten Jahrhundert abgefasst wurde. Er ist eine spätantike, christliche Dichtung, die in ihrem dritten Teil eine Erzählung über zwei junge Männer enthält, die durch Jesu Auferstehungsmacht aus dem Totenreich zurückgekehrt sind. Sie berichten vom Eintritt Jesu in das Totenreich, vom Entreißen der Toten aus den Händen des Hades, Herr der Unterwelt, angefangen bei Adam bis hin zu dem gerechten Schächer am Kreuz, sowie die Fesselung des Satans durch die Engel bis zum zweiten Kommen Jesu (Anspielung auf die Offenbarung des Johannes). Die Struktur des Textes lässt klar erkennen, dass er eine „Erfindung“ ist, eine inspirierte Dichtung, durch die bereits existierenden Schriften des Neuen Testamentes stark beeinflusst, wie George MacDonald hier andeutet. 

[2] Kolosser 2,3

[3] 1. Timotheus 6,16

[4] 2. Mose 34,29-34

[5] Siehe z. Bsp. Markus 1,35.

[6] Johannes 12,28-29

[7] Die christliche Sicht auf die Welt war und ist eigentlich keine eine Dualistische, wenn auch populäre Sondergruppen diesen Eindruck vermitteln mögen. Es gibt keinen wirklichen Gegensatz von Gut und Böse, der sich zu je gleichen Anteilen zeigt. Gott ist Ursprung und Urheber des Alls, damit ist die Schöpfung insgesamt gut. Das Böse, selbst wenn es personifiziert im Satan auftritt, wird verstanden als durch das Abweichen vom ursprünglich Guten korrumpiert.

[8] Siehe Anmerkung weiter oben

[9] Johannes 9,4

[10] Matthäus 7,9

[11] lat.: „es werde“ – siehe 1. Mose 1

[12] Der Versuch der Verwandlung von Gott erschaffener Dinge in andere, von Gott nicht so geschaffene Dinge, um sie für eigene Zwecken zu gebrauchen ist hier ein Akt der Magie, ein Machtmissbrauch, in diesem Sinne Götzendienst.  

[13] 2. Korinther 5,1

[14] Siehe 1. Korinther 3,2ff

[15] Johannes 12,28-29

[16] 1. Brief des Johannes 2,14

[17] Siehe Psalm 2

[18] Matthäus 21,21

[19] John Bunyan (1628 – 1688) – englischer Prediger und Schriftsteller, der unter anderem die berühmte „Pilgerreise“ („The Pilgrim´s Progress“) schrieb.

[20] 1. Korinther 3,15

[21] Siehe Matthäus 12,39 / Matthäus 16,4 / Lukas 11,29

[22] Z. Bsp. Matthäus 13,58

[23] Lukas 16,31

[24] Matthäus 5,8

[25] Anspielung auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der bei seiner Rückkehr einen Ring und Schuhe als Zeichen seiner Wiederaufnahme erhält.

[26] Es geht um die Befreiung des jüdischen Volkes von der Römischen Gewaltherrschaft. Das Bild deutet einen Streitwagen an, also die Versuchung, mit militärischer Macht, die militärische Vorherrschaft Roms zurückzuschlagen.

[27] Anspielung auf die Verklärung Jesu auf dem Berg, bevor Jesus nach Jerusalem hinaufzieht – Matthäus 17,1-7 / Markus 9,2-8 / Lukas 9,28-36

[28] Umkehrung der Friedensvision des Propheten Jesaja – statt Schwerter zu Pflugscharen (Jesaja 2,4) werden in dieser Schreckensvision jetzt Pflugscharen zu Schwertern und Sicheln zu Spießen wie in Joel 4,10, um das Volk Israel mit Waffengewalt von seinen Unterdrückern zu befreien.

[29] Siehe Anmerkung weiter oben, Berg der Verklärung – Lukas 9,28-36

[30] Herkunft des Zitates unklar

[31] Original: „Lord of Misrule“ – ältliche Formulierung für einen Narrenprinzen / Narrenherrscher – das Spottbild eines gerechten Herrschers.

[32] Johannes 3,34

[33] Philipper 2,8

[34] Lukas 4,18-19

[35] Hohelied der Liebe 8,6

[36] Siehe Matthäus 3,10 / Lukas 3,9

[37] Offenbarung 21,4

[38] Jeremia 31,15

[39] Matthäus 18,10

[40] Siehe Matthäus 16,23 / Markus 8,33)

[41] Matthäus 4,11

[42] Lukas 4,13

[43] Matthäus 27,46 / Markus 15,34