Gib mir

Durch fünf Hallen ging er.
Säulenschatten fielen auf sein suchendes Gesicht.
In der ersten Halle saß ein Hungernder.
„Gib mir Brot.“
Er gab ihm Brot.
„Gib mir mehr Brot.“
„Du hast, was du brauchst.“
Der ging hinaus und vergaß ihn.
In der zweiten Halle saß ein Dürstender.
„Gib mir Wasser.“
Er gab ihm Wasser.
„Gib mir mehr Wasser.“
„Du hast, was du brauchst.“
Der ging hinaus und vergaß ihn.
In der dritten Halle saß ein Verwundeter.
„Gib mir Salbe.“
Er gab ihm Salbe.
„Gib mir mehr Salbe.“
„Du hast, was du brauchst.“
Der ging hinaus und vergaß ihn.
In der vierten Halle saß ein Blinder.
„Gib mir Licht.“
Er gab ihm Licht.
„Gib mir mehr Licht.“
„Du hast, was du brauchst.“
Der ging hinaus und vergaß ihn.
In der fünften Halle saß ein Räuber. Ein Mann der Waffen und des Grimms.
„Gib mir alles, was du hast.“
Er gab ihm alles.
„Hör auf, mir zu geben. Ich kann es nicht tragen.“
„Du hast mehr, als du brauchst. Gib davon ab.“
Der ging hinaus und vergaß ihn nicht.