Liebe deinen Feind
„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner also? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Matthäus 5,43-48
Ist dies letztendlich nicht zu viel, es zu erwarten? Wird ein Mensch je seine Feinde lieben? Er mag dahin kommen, denen Gutes zu tun, die ihn hassen; doch wann wird er für jene beten, die ihn bösartig missbrauchen und verfolgen? Wann? Wenn er das Kind seines Vaters im Himmel ist. Dann wird er seinen Nächsten lieben wie sich selbst, selbst wenn dieser Nächster sein Feind ist. In dem Abschnitt in Levitikus (19, 18),[1] worauf bereits Bezug genommen wurde, wie zitiert durch unseren Herrn und seine Apostel, finden wir, dass der Nächste und der Feind eins sind. „Du sollst nicht rachgierig sein noch Zorn halten gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn ich bin der Herr.“
Schaut auf die herrliche Weise, in welcher Jesus die Schriften, die vor ihm vorausgingen, auslegt. „Ich bin der Herr“ – „Dass ihr vollkommen seid, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“
Ist es also vernünftig, unsere Feinde zu lieben? Gott tut es; daher muss es der höchste Grund sein. Doch ist es vernünftig zu erwarten, dass der Mensch in die Lage versetzt werden sollte, so zu handeln? Ja; aus einem Grund: damit die göttliche Kraft im Menschen am Wirken ist, das Handeln des Menschen letztendlich als göttlich zu erweisen, wie seine Natur es ist. Dafür betete unser Herr, als er sagte: „Auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns eins seien.“[2] Nichts könnte unwahrscheinlicher sein nach menschlicher Beurteilung: unser Herr weiß, dass es eines Tages so kommen wird.
Warum sollten wir unsere Feinde lieben? Den tiefsten Grund dafür können wir nicht in Worte fassen, denn er liegt in der völligen Wirklichkeit ihres Seins, wo unsere Feinde mit uns einer Natur sind, sogar von göttlicher Natur. Dahinein können wir nicht sehen, außer wie in einen dunklen Abgrund. Doch wir können etwas von der Gestalt dieses tiefsten Grundes andeuten, wenn wir die Gedanken unseres Herzens über das Angesicht der trüben Tiefe bewegen.
„Sind unsere Feinde Menschen wie wir selbst?“, lasst mich mit dieser Frage beginnen. „Ja.“ „Auf welcher Grundlage? Dem Grund ihrer Feindschaft? Dem Grund des Falschen, was sie uns antun?“ „Nein.“ „In der Tugend der Grausamkeit, Herzlosigkeit, Ungerechtigkeit, Verachtung, Unterstellungen?“ „Ganz sicher nicht. Humanun est errare[3] ist eine Binsenweisheit, doch sie besitzt, wie die meisten Binsenweisheiten, einen verborgenen Kern würdiger Wahrheit. Genau das Wort errare ist ein Zeichen, dass es da eine so wahrhaft menschliche Weise gibt, dass, sie zu verlassen, für den Menschen bedeutet umherzuirren. Wenn es menschlich ist zu umherzuirren, so ist das Umherirren doch nicht das Menschliche. Gerade die Worte menschlich und Menschlichkeit kennzeichnen einen Schatten dieser lieblichen Freundlichkeit, welche, wenn sie nach der göttlichen Weise vervollkommnet ist, selbst unsere Feinde einschließen soll. Wir nennen Menschenopfer, Folter von Gefangenen, Kannibalismus nicht – Menschlichkeit. Nicht da die, die solches tun, Menschen wären. Ihre Menschlichkeit muss tiefer sein als diese Dinge. Sie liegt in der Tugend des göttlichen Wesens, welches in ihnen ist, diese reine, grundlegende Menschlichkeit, wegen der wir unsere Feinde Männer und Frauen nennen. Es ist diese Menschlichkeit, die wir lieben sollen – etwas, sage ich, das insgesamt tiefer und außerhalb des Bereiches des Hasses liegt. Es ist die Menschlichkeit, die dem Anspruch der Nächstenschaft erzeugt; die Nächstenschaft bestimmt nur die Gelegenheit ihrer Ausübung.“ „Liegt diese Menschlichkeit in jedem unserer Feinde?“ „Sonst gäbe es da nichts zu lieben.“ „Ist sie dort tatsächlich? – Dann müssen wir sie lieben, möge zwischen ihr und uns kommen, was mag.“
Doch wie können wir einen Mann oder eine Frau lieben, welche grausam und ungerecht zu uns sind? – welche mit Verachtung schäumen oder jede Ranke, die wir ihnen reichen, durch Falschheit abschneiden? Die gemein, lieblos, nörgelnd, unbeständig, selbstgerecht, selbstsüchtig und selbstliebend sind? – die sogar höhnen können, unmenschlichster aller menschlichen Fehler, weit schlimmer in seinem Wesen als bloßer Mord?
Diese Dinge können nicht geliebt werden. Der beste Mensch hasst sie am meisten; der schlechteste kann sie nicht lieben. Doch sind diese Dinge der Mensch? Nimmt eine Frau aufgrund dieser Dinge ihre Form an? Liegt nicht in dem Mann und in der Frau ein göttliches Element der Bruderschaft, der Schwesternschaft, etwas Liebliches und Liebenswertes, – langsam verblassend, das mag sein, – absterbend in der wütenden Hitze übler Leidenschaften oder in der noch viel furchtbareren Grabeskälte der Selbstsucht – aber es ist da? Soll dieses göttliche Etwas, welches, einmal erwacht zu seinem eigenen, heiligen Selbst im Menschen, diese nicht liebenswerten Dinge zehnmal mehr verachten wird als wir sie jetzt verachten – soll dieses göttliche Ding keine Beachtung von uns erhalten? Es ist gerade die Gegenwart dieser verblassenden Menschlichkeit, die es uns möglich macht zu hassen. Wenn es nur ein Tier wäre und nicht ein Mann oder eine Frau, die uns verletzten, würden wir nicht hassen: wir würden nur töten. Wir hassen den Menschen, gerade weil wir daran gehindert werden, ihn zu lieben. Wir stoßen ihn über den Rand der Schöpfung – wir verdammen – gerade, weil wir ihn nicht umfassen können. Denn ihn zu umfassen ist die Notwendigkeit unseres tiefsten Seins. Ist das vereitelt, hassen wir. Anstatt uns selbst zu ermahnen, dass dort unser in Ketten liegender Bruder ist, dass dort unsere verwunschene, missgestaltete, kaum zu erkennende Schwester liegt, Gefangene des Teufels, anstatt ihre Ketten aufzubrechen, wieviel eher sie von ihren Banden zu lösen, dass wir sie lieben! – stoßen wir sie zurück in den Hass, welcher sie darin festhält; und ihre höchst liebenswerte Wirklichkeit opfern wir der äußersten Falschheit der Einflüsterungen Satans, sie solcherart dem Verderben überlassend. Nein, wir morden sie, um sie loszuwerden, wir hassen sie. Und doch liegt in der höchsten Widerwärtigkeit unseres Hasses das, was, könnte es sich als das zeigen, was es ist und wie es sich eines Tages zeigen wird, unseren Herzen hingebungsvolle Liebe abnötigen würde. Es ist nicht die Unfreundlichkeit, das Unliebsame, das wir lieben sollen, sondern den Bruder, die Schwester, welche unfreundlich sind, welche nicht lieblich sind. Sollen wir unseren Bruder seinem verzweifelten Schicksal überlassen? Sollen wir nicht lieber sagen: „Mit meiner Liebe zuletzt sollst du umfasst werden, denn du hast keine eigene Liebenswürdigkeit, um dich darin einzuhüllen; Liebe soll dir so nahe kommen, wie sie kann; und wenn deine hervorkommt, um meiner zu begegnen, werden wir eins sein im innewohnenden Gott.“?
Lasst niemanden sagen, dass ich bloß in einem Bildnis gesprochen habe. Dass ich so gesprochen habe, weiß ich. Doch viele Dinge, welche wir am lebendigsten und klarsten sehen, werden wahrhaftiger ausgedrückt, indem wir ein rechtes Bildnis verwenden, als wenn wir versuchen, ihnen eine klare Begrenzung durch logischen Ausdruck zu verleihen. Mein Bildnis bedeutet eine Wahrheit.
Wenn irgendjemand sagt: „Mach keine solch vagen Andeutungen. Da ist die Person. Kannst du leugnen, dass diese Person nicht liebenswert ist? Wie also kannst du sie lieben?“; antworte ich: „Diese Person, wenn ihr die böse Sache ausgetrieben ist, wird noch mehr die Person sein, denn sie wird ihr wirkliches Selbst sein. Die Sache, die dich jetzt dazu bringt, sie nicht zu mögen, ist trennbar von ihr, ist also nicht sie, macht sie selbst so viel weniger sie selbst, denn sie wirkt Tod in ihr. Nun ist sie in Gefahr aufzuhören, überhaupt eine Person zu sein. Wenn sie eingekleidet und bei richtigem Verstand ist, wird sie tatsächlich eine Person sein. Du könntest dann nicht fortfahren, sie zu hassen. Beginne, sie jetzt zu lieben und verhilf ihr zu der Liebenswürdigkeit, welche sie ist. Hasse sie nicht, obwohl du es kannst. Die Persönlichkeit, sage ich, obwohl umwölkt, beschmutzt, entstellt durch das Übel, liegt tiefer als das Übel und ist tatsächlich, so tief das Übel sie erreicht hat, durch das Übel verletzt, ja, so weit, es mag sein, zerstört.“
Doch jene, welche den Anspruch der Liebe nicht anerkennen wollen, mögen doch den Anspruch der Gerechtigkeit anerkennen. Es gibt jene, welche mit Grauen vor der Idee zurückschrecken, jenen Ungerechtigkeit zu tun, wie vor der Idee, sie zu lieben, vor denen sie mit demselben Grauen zurückschrecken. Doch wenn es unmöglich ist, wie ich glaube, ohne Liebe gerecht zu sein, soviel mehr kann die Gerechtigkeit nicht zusammen mit dem Hass existieren. Das reine Auge für die wahrhaftige Sicht der Ansprüche eines Anderen kann nur mit dem liebenden Herzen zusammengehen. Der Mensch, welcher hasst, kann kaum besonders feinfühlig im Tun der Gerechtigkeit sein, ganz zu schweigen von der Liebe zum Nächsten, von den Vorlieben seines Nächsten und seinen Eigenheiten. Es ist schwer genug, gerecht zu unseren Freunden zu sein; und wie sollen unsere Feinde mit uns verfahren? Denn Gerechtigkeit verlangt, dass wir von unserem Nächsten recht denken, so sicher wie wir weder seine Güter stehlen noch falsches Zeugnis gegen ihn reden sollen.[4] Der Mensch ist nicht zur Gerechtigkeit gegen seinen Mitmenschen geschaffen, sondern zur Liebe, welche größer ist als Gerechtigkeit, und indem sie sie einschließt, die Gerechtigkeit übertrifft. Bloße Gerechtigkeit ist eine Unmöglichkeit, eine Fiktion der Analyse. Es gibt sie nicht zwischen Mensch und Mensch, es sei denn im Verhältnis zu menschlicher Gesetzgebung. Gerechtigkeit als Gerechtigkeit muss viel mehr sein als Gerechtigkeit. Liebe ist das Gesetz unserer Verfassung, ohne welche wir Gerechtigkeit nicht mehr erbringen können als ein Mensch eine gerade Linie im Dunkeln laufen kann. Das Auge ist nicht einfältig und der Leib ist nicht voll Licht.[5] Kein Mensch, welcher seinem Bruder gegenüber auch nur gleichgültig ist, kann die Ansprüche erkennen, welche seine Menschlichkeit an ihn hat. Nein, gerade die Gleichgültigkeit ist eine Ungerechtigkeit.
Ich habe es als vorausgesetzt angenommen, dass der Fehler bei dem so betrachteten Feind liegt, denn auf diesem Grundstein wollte ich mein Fundament auslegen. Doch die Frage muss von jedem Menschen an sich selbst gestellt werden: „Ist mein Nächster wirklich mein Feind oder bin ich meines Nächsten Feind und nehme ihn so als meinen wahr? – furchtbarer Gedanke! Oder, wenn er meiner ist, bin ich dann nicht seiner? Lehne ich es nicht ab, das Kind des Himmelreichs in seinem Busen anzuerkennen und töte auf diese Weise das Kind des Himmelreichs in meinem eigenen?“ Lasst uns für uns selbst nicht mehr Nachsicht beanspruchen als wir ihm zugestehen. Solche Ehrlichkeit wird zu Ernsthaftigkeit im Heim und zu Milde nach außen führen. Denn wir sind verantwortlich für das Übel in uns selbst und müssen es töten; für das Gute in unserem Nächsten und müssen es pflegen. Er nur kann, in dem Namen und in der Kraft Gottes, das Schlechte in sich töten; wir können das Gute in ihm pflegen, indem wir gut zu ihm sind über all den bösen Nebel hinweg, der zwischen unsere Liebe und sein Gutes tritt.
Noch darf vergessen werden, dass dieser Nebel oft das Ergebnis von Missverständnissen und Fehlern ist, Anlass für allerlei Empörungen, Verärgerungen und Bedauern. Kaum etwas an uns ist so gerecht wie es scheint, doch im Kern ist Wahrheit genug, um alle Falschheit zu vertreiben und das Leben als unaussprechlich göttlich zu offenbaren. Oh Bruder, Schwester, über diesen leidigen Nebel hinweg, schwach erhellt durch die matten Fackeln unserer Wahrheits-Suche, rufe ich zu dem Göttlichen in euch, welches auch meines ist, nicht zu tadeln, nicht aufzuscheuchen, nicht zu sagen: „Warum hassest du mich?“, sondern zu sagen: „Ich liebe dich; in Gottes Namen liebe ich dich.“ Und ich will warten, bis das wahre Selbst aus deinen Augen schaut und das wahre Selbst in mir erkennt.
Doch im Wirken der Göttlichen Liebe auf das Menschengeschlecht, ist mein Feind dazu verurteilt aufzuhören, mein Feind zu sein, und mein Freund zu werden. Ein Aufblitzen der Wahrheit zu mir hin würde meine Feindschaft sofort zerstören; ein Bekenntnis des Falschen von Herzen und unsere Feindschaft geht vorbei; aus einem jeden tritt der Bruder hervor, welcher die ganze Zeit im Feinde war. Dafür ist die Wahrheit am Wirken. Im Glauben daran lasst uns den Feind jetzt lieben, Gottes Wirken der Umkehr annehmend, gewissermaßen; lasst uns glauben, als sähen wir seinen jetzt noch unsichtbaren Triumph, unseren Bruder ergreifen und festhalten, trotz der wechselvollen Tücken der bösartigen Verwünschung, welche unsere Augen und Herzen überzeugen wollten, dass er nicht unser Bruder ist, sondern ein grauenhaftes Ding, hassenswert und hassend.
Doch abermals muss ich fragen, Was, wenn wir falsch liegen und das Falsche tun und hassen, weil wir verletzt haben? Was dann? Ja, dann lasst uns zu Gott schreien wie aus dem Schlund der Hölle; kämpfen wie unter dem Gewicht eines geistlichen Incubus;[6] schreien, als wüssten wir um die abscheuliche Krankheit, die sich in uns hineinrisst; schreien, als wären wir von einem bösen Geist besessen; schreien, als wären wir lebendig begraben, aus der Gruft unseres schlechten Gewissens, dass Er Erbarmen über uns Erste unter den Sündern hat,[7] die elendesten und niederträchtigsten der Menschen, und uns Hilfe sendet, um uns aus der furchtbaren Grube und dem morastigen Lehm herauszieht.[8] Nichts wird helfen außer Dem Geist, vom Vater und dem Sohn ausgehend, dem Geist des Vaters und Des Bruders, austreibend und offenbarend. Es wird mit Reißen und Schäumen passieren, mit einem schrecklichen Schrei und daliegend wie einer, der tot ist, dass solch ein Dämon ausfährt.[9] Doch welch eine Schau wird dann in den Tiefen der gereinigten Seele aufsteigen!
„Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ „Liebt eure Feinde, auf dass ihr Kinder des Höchsten seid.“ Es ist die göttliche Herrlichkeit zu vergeben.
Doch eine Zeit wird kommen, wenn der Unveränderbare aufhören wird zu vergeben; wenn es nicht mehr länger zu seiner Vollkommenheit gehört, seine Feinde zu lieben; wenn er still schaut und wenn seine Kinder still schauen auf den aufsteigenden Rauch der immerwährenden Qualen unserer starken Brüder, unserer schönen Schwestern. Nein, ach! Die Brüder sind jetzt schwach; die Schwestern sind jetzt hässlich!
Oh Bruder, glaube es nicht. „Oh Christus!“, würde der Erlöste schreien, „Wo bist du, unser starker Jesus? Komm, unser großer Bruder. Sieh die leidenden Brüder dort unten! Sieh die gemarterten Schwestern! Komm, Herr des Lebens! Fürst der Leidenden! Erlöse sie. Denn wir, wir werden hinunter gehen in das Brennen und zusehen, ob wir nicht zuletzt einen Tropfen kühlendes Wasser durch die lodernden Flammen tragen können, um ihre Zungen zu kühlen.“[10]
Glaube es nicht, mein Bruder, dass es nicht die Vergebung in dir auslösche und dir nicht vergeben werde, und du hinunter gehst mit diesen deinen Brüdern zur Marter; woher, wenn Gott nicht besser wäre als das Trugbild, das du Gott nennst, du niemals herauskommen sollst; doch woher du sicherlich herauskommen sollst, wenn du den äußersten Preis bezahlt hast; wenn du über Gott in der Hölle gelernt hast, was du dich weigertest von ihm zu lernen auf der sanft-getönten Erde; was der Sonnenschein und der Regen dich nicht lehren konnten, noch der süße Wechsel der Jahreszeiten, noch der ständige Gruß des Morgens und der Abenddämmerung, noch das menschlich-göttliche Angesicht, noch das Wort, das deinem Herzen und deinem Munde nahe war[11] – die Geschichte von Ihm, der mächtig zur Rettung war, weil er vollkommen in der Liebe war.
Oh Vater, du bist Alles-in-Allem, vollkommen über das Sehnen deiner Kinder hinaus, und wir sind alle und insgesamt dein. Du wirst uns rein und liebend und frei machen. Wir werden furchtlos in deiner Gegenwart stehen, weil wir vollkommen sind in deiner Liebe.[12] Dann werden deine Kinder frohen Mutes sein, unendlich in der Liebe zueinander und ewig in deiner Liebe. Herr Jesus, gib uns das Herz eines Kindes, auf dass wir so aus dem Grab unseres toten Selbst aufsteigen und nicht mehr sterben, sondern von Angesicht zu Angesicht schauen den Gott der Lebenden.
[1] 3. Mose 19,18
[2] Johannes 17,21
[3] Lateinisch – „Menschlich ist das Irren.“
[4] 2. Mose 20,15-17
[5] Matthäus 6,22-23 / Lukas 11,34
[6] Ein Incubus ist ein dämonisches Wesen, ein männlicher Alb, der sich dem Schlafenden auf die Brust setzt.
[7] 1. Timotheus 1,15
[8] Möglicherweise Anspielung auf den „Sumpf der Verzweiflung“ („Slough of Despond“) in John Bunyans Pilgerreise, in dem die Hauptfigur Christian unter der Last seiner Sünden versinkt.
[9] Markus 9,14-29
[10] Lukas 16,19-31
[11] Römer 10,8
[12] 1. Brief des Johannes 4,18

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