Übersetzung – Nicht gehaltene Predigten II von George MacDonald – Kapitel 4: Jesu Wort über das Gebet

Jesu Wort über das Gebet

   „… sie allezeit beten sollten…“ Lukas 18, 1

Die Unmöglichkeit das zu tun, was wir tun wollen, wie wir es tun wollen, treibt uns dazu an, nach Hilfe zu suchen.[1] Und dies bringt uns an einen neuen Ausgangspunkt. Alles Schwierige deutet auf etwas mehr hin als unsere Theorie des Lebens bisher einschließt, durchkreuzt manche Neigung, den geraden Pfad zu verlassen, nur den Weg voraus offenlassend. Doch es gibt eine Seins-Wirklichkeit, in welcher alle Dinge einfach und klar sind – Einssein, das heißt mit dem Herrn des Lebens; dafür zu beten ist die erste Sache; und bis zum Punkt dieses Gebetes umhegt und leitet uns jede Schwierigkeit. Doch wenn ich versuche, etwas von der Sinnhaftigkeit allen Gebetes darzulegen, bitte ich meine Leser sich daran zu erinnern, dass es um des Handelns willen geschieht und nicht zur Spekulation; wenn Gebet überhaupt irgendetwas ist, ist es eine Sache, die zu tun ist: was spielt es für eine Rolle, ob du mit mir übereinstimmst oder nicht, wenn du nicht betest? Ich würde meine Mühe nicht dafür verschwenden; ich wünsche, dass es dazu dient, beten zu helfen, nicht um zu verstehen, wie ein Mensch beten sollte und doch eine vernünftige Seele ist.

   Zuerst einige Worte über das Gleichnis selbst.[2]

   Es ist ein Beispiel, keineswegs das einzige, für die Verwendung einer Geschichte durch den Herrn über eine sehr gemeine oder schlechte Person, um, a fortiori[3] argumentierend, vom Weg des All-gerechten zu überzeugen. Beachtet die Punkte: „Hat der ungerechte Richter, um sich selbst vor Belästigung zu bewahren, einen bestraft, durch welchen er nicht beleidigt wurde, um einer Frau willen, um die er sich nicht kümmerte? Und sollte nicht die lebendige Gerechtigkeit ihren betenden Freunden Recht verschaffen, über deren Verletzungen er eine langmütige Geduld gegen ihre Feinde üben muss?“ – denn so würde ich die Wendung auslegen, als korrekt übersetzt in der Revidierung, „und er ist langmütig gegen sie.“ – „Ich sage euch, dass er ihnen Recht verschaffen wird in Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, wird er Glauben finden auf Erden?“[4]

   Hier also ist ein Wort des Herrn über Gebet: es ist ein Trost, dass er die Schwierigkeit in der Angelegenheit bemerkt – sieht, dass wir Ermutigung brauchen, um weiter zu beten, dass es aussieht, als würden wir nicht erhört, dass es nicht verwunderlich ist, dass wir bereit sind nachzulassen und aufzuhören. Er erzählt ein Gleichnis, in welchem die Bittstellerin wieder und wieder zu dem Mann gehen muss, welcher ihr helfen kann, ihr Ziel erst zu guter Letzt erreichend. Tatsächliche Verzögerung auf Seiten Gottes, wir wissen es von dem, was folgt, erlaubt er nicht; umso deutlicher ist es, dass er erkennt, wie die Sache für diejenigen aussehen muss, welche er zum Weiterbeten anhalten wollte. Hier wie anderswo lehrt er uns, dass wir uns nicht nach dem Aussehen der Dinge richten sollen,[5] sondern nach der Wirklichkeit hinter dem Anschein. Eine Wahrheit, eine Notwendigkeit von Gottes eigenster Natur, ist genug, um sich einem ganzen Heer von Erscheinungen entgegenzustellen. Es sieht so aus, als wenn er dich nicht hörte: mach dir nichts daraus; er tut es; es muss so sein, dass er es tut; mach weiter, wie die Frau es tat; auch du wirst gehört werden. Sie wird zuletzt gehört, aufgrund ihres häufigen Hingehens; Gott hört sofort und wird in Kürze Recht verschaffen. Der ungerechte Richter kümmerte sich nicht um die Frau; jene, welche zu Gott rufen, sind seine eigenen Auserwählten – deutlich in der Tatsache, dass sie zu ihm rufen. Er hat sie geschaffen und dazu bestimmt zu rufen: sie rufen: wird er sie nicht hören? Sie existieren, dass sie beten mögen; er hat sie erwählt, dass sie ihn erwählen mögen; er hat sie gerufen, dass sie ihn rufen mögen – dass da solche Gemeinschaft sei, solcher Austausch, wie es zu ihrem Sein und dem Sein ihres Vaters gehört. Die Kluft der Gleichgültigkeit lag zwischen der armen Frau und dem ungerechten Richter; Gott und jene, welche seine Hilfe suchen, sind einander näher als zwei in Liebe fest verschränkte Hände: er wird ihnen Recht verschaffen in Kürze. Es ist eine kühne Behauptung im Angesicht dessen, was eine große Verzögerung scheint – eine Erscheinung, die eben im Grundgerüst des Gleichnisses erkannt wird. Diese Aussage getätigt, warum scheint er sich mit einem Seufzer zu korrigieren, hinzufügend „Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, wird er Glauben finden auf Erden?“[6] Nach allem, was er gesagt hatte und noch zu sagen hatte, nach allem, was er getan hatte und was er noch weiter tun würde, wenn er wieder käme, nach der Zeit, die dem heiligen Sauerteig gegeben wurde zu wirken, würde er die Menschen vertrauend in den Vater finden? Würde er sie, selbst dann, jenseits der Tyrannei der Erscheinungen finden, glaubend trotz dessen? Würden sie Kinder genug gegen Gott sein, um zu wissen, dass er sie hörte und für sie wirkte, obwohl sie ihn nicht hören konnten oder ihn wirken sehen? – die Wege Gottes so weit zu glauben, dass selbst auf der Breite seiner Spur Raum für ihr Verständnis war, sich zu verlieren – was sie sahen, solch ein kleiner Teil von dem, was er tat, dass es ihnen nur einen winzigen Hinweis auf sein Ziel geben konnte? Dass es so war, weil das Ziel, das Gott für sie im Blick hatte, so hoch und weit entfernt war, dass sie keine Bewegung der Annäherung dorthin aufspüren konnten? Der Seufzer, der Ausruf, bedeutete niemals, dass Gott mehr hätte tun können, als er tat, sondern dass der Vater eine triste Zeit des Wartens haben würde, ehe seine Kinder ihn kennen, das heißt, ihm vertrauen würden. Die Äußerung erkennt den Teil des Menschen, seinen langsam im Glauben ergebenen Teil und seinen Tadel im Bekümmern Gottes, indem er ihm nicht vertraut. Wenn die Menschen doch eilen würden und sich selbst aufrütteln, an Gott festzuhalten! Sie waren so langsamen Herzens zu glauben! Sie konnten doch wollten es nicht ändern und besser handeln!

   Er scheint sich hier auf sein zweites Kommen zu beziehen – über die betreffende Zeit verweigert er die Auskunft; über die Art sagte er, sie würde unerwartet sein; doch in Bezug auf die Pflicht bestand er darauf, dass es hieß, bereit zu sein: wir müssen treu sein und an unserem Werk.[7] Denken jene, welche sagen, siehe hier oder siehe da sind die Zeichen seines Kommens,[8] eifrig für ihn zu sein und seine Ankunft zu erspähen? Wenn er ihnen sagt, wachsam zu sein, damit er sie ihr Werk nicht vernachlässigend findet, starren sie in diese und jene Richtung und wachen, damit er nicht Erfolg habe wie ein Dieb zu kommen! Also durchweg: Wenn wir uns statt der Spekulation dem Gehorsam hingeben würden, welch ein Unterschied wäre bald in dieser Welt zu sehen! Oh, die Vielzahl sogenannter religiöser Fragen, welche der Herr beantworten würde mit: „trachtet danach, dass ihr durch die enge Pforte eingehet“![9] Viele essen und trinken und reden und lehren in seiner Gegenwart;[10] wenige tun die Dinge, die er ihnen sagt! Gehorsam ist der eine Schlüssel des Lebens.

   Ich wollte Schwierigkeiten entgegnen, nicht auf Bedenken antworten; ich wollte Stolpersteine vom Pfad dessen entfernen, welcher beten will; ich wollte ihm helfen zu beten. Wenn wir sehen, dass wir nicht durch unseren eigenen Willen leben, sondern durch einen anderen Willen, dann ist da Vernunft und nur dann kann Vernunft sein im Gebet. Zu ihm, welcher diesen anderen Willen verweigert, habe ich nichts zu sagen. Die Stunde mag kommen, wenn er wünschen wird, dass da jemand wäre, um zu ihm zu beten; jetzt ist er nicht unter jenen, welchen ich helfen kann.

   Wenn es einen Gott gibt und ich sein Geschöpf bin, da kann, da sollte, da muss es irgendeine offene Kommunikation zwischen ihm und mir geben. Wenn irgendeiner einen Gott zulässt, doch einen kaum gut genug, sich um seine Geschöpfe zu kümmern, werde ich ihm zustimmen, dass es töricht wäre, zu solch einem Gott zu beten; doch die Annahme, dass wir, mit all den guten Anstößen in uns, die Sprösslinge eines kaltherzigen Teufels sind, ist so grauenhaft in ihrer Unvereinbarkeit, dass ich diesen Menschen fragen würde, welche abscheuliche und kaltherzige Gleichgültigkeit gegen die Wahrheit ihn dieser Annahme fähig macht! Zu solch einem werden Gottes Schrecken, oder wenn nicht seine Schrecken, dann Gottes Kümmernisse noch sprechen; das Göttliche Etwas in ihm wird lieben und die Liebe wird klagend zurückgelassen.

   Wenn ich meine Position, mein Bewusstsein als eines fern von zu Hause, nein, als eines in einer Art von Gefängnis feststelle; wenn ich feststelle, dass ich weder die Welt, in welcher ich lebe noch meine eigenen Gedanken und Sehnsüchte beherrschen kann; dass ich meine Leidenschaften nicht stillen kann, meine Vorlieben nicht ordnen, meine Ziele nicht bestimmen, mein Wachsen nicht will, noch vergessen, wenn ich wollte, oder erinnern, was ich vergaß; dass ich nicht lieben kann, wo ich wollte oder hassen, wo ich wollte; dass ich kein König über mich selbst bin; dass ich meine eigenen Bedürfnisse nicht bedienen kann, nicht einmal immer weiß, welche meiner scheinbaren Bedürfnisse bedient werden sollten und welche als Betrüger zu behandeln sind; wenn, in einem Wort, mein eigenes Dasein in jeder Hinsicht zu viel für mich ist; wenn ich es weder verstehen kann, noch zufrieden mit ihm sein kann, noch es bessern kann – mag es mich nicht innehalten lassen – das Innehalten, das im Gebet mündet? Wenn mein eigener Maßstab zu groß zu sein scheint für meine Bewältigung; wenn ich erkenne, dass ich für meine eigene Existenz nichts ausrichten kann, nicht den geringsten Anteil daran hatte, noch, sollte ich es wünschen, irgendetwas tun kann, um sie vergehen zu lassen; wenn ich denke, dass ich nichts wiedergutmachen kann gegen jene, die ich liebe, nicht mehr als gegen jene, die ich hasse, für das Böse, das ich ihnen getan habe und die Kümmernisse, die ich ihnen bereitet habe; dass ich in meinen schlimmsten Augenblicken nicht an mein Bestes glaube, in meinen besten Augenblicken meine schlimmsten verabscheue; dass da in mir keine Ganzheit ist, kein Einssein; dass das Leben kein Gutes[11] für mich ist, denn ich verachte mich selbst – wenn ich all solche oder irgend solche Dinge denke, kann es befremdlich sein, wenn ich auch denke, dass da sicherlich irgendwo ein Wesen sein muss, das für mich einsteht, eines, das für sich selbst einsteht und das Ganze meiner Existenz gerecht macht; eines, dessen bloßes Dasein einsteht und notwendig einsteht für meines; dessen Gegenwart in meinem Dasein unerlässlich ist, nicht nur es zu ergänzen, sondern meine Existenz für mich zu einem Guten zu machen? Denn wenn es nicht ganz ist in sich selbst, sondern abhängt von dem, was es nicht kennt und nicht kennen kann, kann es für sich selbst kein Gutes sein, als Gutes erkannt – eine Sache von Vernunft und Wohlergehen: es wird ein Leben sein, verlangend nach einem logos,[12] um die interpretierende Seele seines cosmos zu sein – einen logos, den es nicht haben kann. Gott gegenwärtig zu wissen, das Bewusstsein von Gott zu haben, wo er das zugrundeliegende Leben ist, muss absolut notwendig für dieses Leben sein! Er, der im Bilde Gottes geschaffen ist, muss ihn kennen oder verlassen sein: das Kind muss den Vater haben! Sei Zeuge der Unzufriedenheit, ja, der Verlassenheit meiner Seele – elend, einsam, unvollendet, ohne ihn! Sie kann nicht aus sich selbst handeln außer in Gott; Handeln aus dem, was sie selbst ohne Gott zu sein scheint, ist überhaupt kein Handeln, es ist ein bloßes den Trieben Nachgeben. Alles darin ist Unordnung und Verkrampfung. Da ist ein Ruf hinter mir und eine Stimme vor mir; Antriebe zur Besserung sagen mir, dass ich mich über mein jetziges Selbst erheben muss – vielleicht sogar über mein möglichstes Selbst: ich erkenne nicht, wie zu gehorchen, wie es auszuführen! Ich bin verschlossen in einer Welt des Bewusstseins, ein unbekanntes Ich in einer unbekannten Welt: sicherlich kann diese Welt meiner ungewollten, nicht erwählten, erzwungenen Existenz nicht ausgeschlossen sein von ihm, kann ihm nicht unbekannt sein, kann nicht undurchdringbar sein, undurchlässig, nicht gegenwärtig sein für ihn, von dem ich bin! Nein, ist es nicht sein Denken, in dem ich denke? Ist es nicht durch sein Bewusstsein, dass ich mir bewusst bin? Was auch immer in mir vorgeht, muss ihm so natürlich bekannt sein wie mir und umso gründlicher, selbst in unendlichem Ausmaß. Mein Denken muss offen vor ihm liegen: wenn er mich denkend macht, wie kann ich ihn im Denken umgehen? „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.“[13] Wenn er das Sein bestimmt hat, wie sollte irgendeine Form dieses Seins vor ihm verborgen sein? Wenn ich zu ihm spreche, wenn ich noch so leise Worte äußere, wenn ich nur Worte zu ihm hin denke; nein, wenn ich nur an ihn denke, wird er, mein Ursprung, in dessen Leben und Willen und auf keine andere Weise ich nun in Bezug auf ihn denke, gewiss hören und wissen und wahrnehmen! Sollte ich dann nicht an ihn denken? Sollte ich ihm nicht meine Kümmernisse erzählen – wie er, gerade er, mich bekümmert hat, indem er mich schuf? – wie ungeeignet ich bin, das zu sein, welches ich bin? – dass mein Dasein für mich noch kein gutes Ding ist? – dass ich ein Gesetz brauche, dass für mich als Gerechtigkeit zählt – mir offenbart, wie ich es zu einem Guten machen kann – wie ich ein Gutes sein kann und nicht ein Übel? Sollte ich ihm nicht sagen, dass ich ihn brauche, um mich zu trösten? Seinen Atem, der sich auf der Oberfläche des Chaos-Wassers bewegt, das er geschaffen hat?[14] Sollte ich nicht zu ihm rufen, in mir Ruhe und Kraft zu sein? Zu stillen diese unruhige Bewegung, genannt Leben, und mich wirklich lebendig zu machen? Von meinen Sünden mich zu erlösen und mich rein und glücklich zu machen? Solch ein Ruf ist der eines Kindes zum Vater: wenn da ein Vater ist, wird er wahrhaftig hören und das Kind wissen lassen, dass er hört! Alles Bedürfen Gottes, das Herz emporhebend, ist ein Suchen Gottes, ist ein Flehen nach ihm selbst, ist zutiefst Gebet und die Wurzel und Inspiration jeden anderen Gebetes.

   Wenn es vernünftig für mich ist, solcherart zu rufen, wenn ich nicht anders kann als zu rufen, dann ist es vernünftig, dass Gott hören wird, er nicht anders kann, als zu hören. Ein Wesen, das Gebet nicht hören könnte oder nicht beantworten würde, könnte nicht Gott sein.

   „Doch, frage ich, all dies zugestanden – ist das, was du eine notwendige Wahrheit nennst, ein existierendes Faktum? Du sagst „Es muss so sein.“ Ich sage „Was, wenn da kein Gott ist!“ Überzeuge mich, dass Gebet gehört wird und ich werde es wissen. Warum sollte die Frage Zweifel zulassen? Warum sollte sie nach Diskussion darüber verlangen? Wir wissen, dass der Wind weht: warum sollten wir nicht wissen, dass Gott Gebet beantwortet?“[15]

   Ich entgegne, was ist, wenn Gott sich nicht darum kümmert, dass du es aus zweiter Hand weißt? Was ist, wenn darin nichts Gutes wäre? Es gibt einige verzeichnete Zeugnisse und vielleicht würde es viele geben, wenn es nicht so wäre, dass es mit so unmittelbar persönlichen Dingen zu tun hat und im Allgemeinen so heikel ist, dass über die Antworten auf Gebet natürlicherweise nicht oft geredet wird; doch kein Zeugnis in Bezug auf die Sache kann gänzlich schlüssig sein; denn, wie bei einem verzeichneten Wunder, gibt es immer einen Weg, es zu verspotten; und nebenbei bemerkt ist die Überzeugung, die auf diese Weise daraus gewonnen wird, von geringem Wert; es nützt nichts, die Sache durch den besten Beweis zu kennen.

   Was den Beweis selbst betrifft, das Heranziehen von Nachweisen ist in Bezug auf innere Erfahrung kaum möglich und zu dieser Klasse gehört der bessere Teil des Beweises: das Zeugnis mag wahrhaftig sein, doch der Zeugnisgeber aufs Äußerste selbst-getäuscht! Wie kann ich die Sache wissen, wie er sagt, dass er sie weiß? Wie kann ich darüber urteilen? Da ist König David: – Poesie! – alte Poesie! – und in der ungenauesten Sprache der Welt![16] Zweifellos ist der wenig bewandert in der Äußerung der menschlichen Seele, welcher in vielen der Psalmen nicht den Ruf erkennt, so wahr wie er jemals aus der Tiefe des Schmerzes oder von der Höhe der Erlösung kam; doch es mag alles bloß mal das Tönen und mal die rhythmische Bewegung der Wellen des psychischen Äthers gewesen sein! – ich lege keinen Wert auf das Zeugnis für mein jetziges Vorhaben, die Dinge, die gesagt werden können, wissend, und auch nicht die bloße Zustimmung des Intellekts wertschätzend. Die einzige Versicherung, die es wert ist, dass ein Mensch sie hat, selbst wenn die unanfechtbarsten Beweise aus tausend anderen Richtungen offen vor ihm wären, ist jene, die nur durch persönliche Erfahrung gewonnen werden kann – jene Versicherung in sich selbst, welche er am allerwenigsten von einem anderen empfangen kann und welche am wenigsten dazu in der Lage ist, in einen Beweis für einen anderen umgewandelt zu werden. Der Beweis Jesu Christi könnte nicht seine Stelle einnehmen. Eine Wahrheit ist von immenser Bedeutung in Bezug auf das Leben – das heißt das Herz und das Gewissen und den Willen; sie ist von geringer Auswirkung bloß als Fakt, der in Beziehung zum Verständnis steht. Gott mag alle Gebete hören, die ihm jemals dargebracht wurden und ein Mensch mag glauben, dass er es tut und deshalb nicht ein bisschen besser sein; so lange wie Gott keine Gebete von ihm zu hören bekommt, hat er keine Antworten von Gott zu empfangen. Nichts in diesem Bereich wird je durch Nachforschung gewonnen werden. Leser, wenn du in irgendwelchen Schwierigkeiten bist, versuch, ob Gott dir nicht helfen wird; wenn du kein Bedürfnis hast, warum solltest du Fragen über Gebet stellen? Es ist wahr, dass der wenig von sich selbst weiß, welcher nicht weiß, dass er jammervoll, elend, arm, blind und nackt ist;[17] doch bis er zuletzt anfängt, ein Bedürfnis zu erahnen, wie kann er beten? Und für einen, welcher nicht beten will, würde ich keinen Halm erheben, um einen solchen in der Auseinandersetzung zu schlagen, ob Gott Gebet hört oder nicht hört: wegen mir, lass ihn denken, was er will! Es zählt nichts im Himmel oder auf Erden: ob in der Hölle, weiß ich nicht.

   Was die sogenannte wissenschaftliche Herausforderung angeht, die Effektivität von Gebet durch das Ergebnis gleichzeitigen Bittens zu beweisen, schäme ich mich fast, darauf hinzuweisen. Es sollte Licht genug in der Wissenschaft selbst sein, um dieses Anliegen als absurd aufzuzeigen. Ein Gott, der dazu fähig ist, auf diese Weise in die eine oder andere Richtung bewegt zu werden, ist kein Gott, der es wert ist, an ihn zu glauben – könnte nicht der Gott sein, an den Jesus Christus glaubte – und von dem er sagte, dass er ihn kannte. An einen Gott, der es unterlassen sollte zu hören, zu empfangen, sich zuzuwenden einem einzelnen Gebet, das schwächste oder schlimmste, kann ich nicht glauben; doch ein Gott, der jedes Ersuchen eines jeden Menschen oder einer jeden Gruppe von Menschen gewähren würde, wäre ein bösartiger Gott – das heißt, kein Gott, sondern ein Dämon. Dass Gott in der Gedankensphäre hängt wie eine Windmühle, darauf wartend bis genug Menschen sich zusammenschließen und Gebet aussenden in genügender Stärke, seine ausgebreiteten Arme zu bewegen, ist eine zu absurde Idee. Gott wartet darauf, gnädig zu sein, nicht versucht zu werden. Ein Mensch, der fähig ist, solch einen Test vorzuschlagen, könnte in seinem Geist keine würdige, maßgebliche Idee eines Gottes haben und mag ebenso gut an gar keine glauben: es ist besser, nicht zu glauben als an einen unwürdigen Gott zu glauben.

   „Doch ich will an Gott glauben. Ich will wissen, dass da ein Gott ist, der Gebet beantwortet, damit ich an ihn glaube. Es gab eine Zeit, als ich an ihn glaubte. Ich betete zu ihm in großem und schmerzhaftem Kummer von Herz und Geist und er hörte mich nicht. Ich habe seitdem nicht mehr gebetet.“

   Wie weißt du, dass er dich nicht gehört hat?

   „Er gab mir nicht, wonach ich gefragt habe, obwohl das Wohl meiner Seele daran hing.“

   Nach deinem Urteil. Vielleicht wusste er es besser.

   „Mir geht es schlechter durch seine Verweigerung. Ich hätte an ihn geglaubt, wenn er mich gehört hätte.“

   Bis das nächste Verlangen käme, welches er nicht erfüllen würde und dann hättest du deinen Gott von dir getan. Einen wünschenswerten Gläubigen hättest du abgegeben! Ein würdiger Bruder für ihn, welcher nichts weniger passender fand dem Vater zu geben als sein Alles! Du würdest von ihm keine Entscheidung gegen dein Verlangen annehmen! Bliebe dies unerfüllt, wär da kein Gott oder kein guter! Ich denke, ich werde nicht weiter mit dir diskutieren. Nur dies werde ich sagen: Gott muss seine Kinder nicht nur im Augenblick ihres Gebetes beachten. Sollte er willens sein, einem Menschen die Sache zu geben, von der er weiß, dass er hinterher wünschen würde, er hätte sie ihm nicht gegeben? Wenn ein Mensch nicht bereit ist, abgewiesen zu werden, wenn er nicht bereit ist, mit dem Ernst der Liebe behandelt zu werden, mag, was er wünscht, ihm vielleicht gegeben werden, auf dass er wünschen mag, es wäre ihm nicht gegeben worden; doch einem Menschen einfach zu geben, was er will, weil er es will und ohne weiteren Zweck zu seinem Guten, würde bedeuten, ein armes, ignorantes Kind sein eigenes Schicksal in die Hand nehmen zu lassen – die Grausamkeit eines Teufels. Und doch wird jedes Gebet gehört; und die wirkliche Seele des Gebetes mag verlangen, wegen seiner wirklichen Beantwortung, dass es nicht in der Form erfüllt werden sollte, in welcher es vorgebracht wurde.

   „Eine Sache in anderer Gestalt zu bekommen, mag gleichbedeutend sein damit, sie überhaupt nicht zu bekommen.“

   Wenn du Gott kenntest, würdest du es ihm überlassen. Er lässt sich nicht spotten und er spottet nicht.[18] Doch er kennt dich besser als du dich selbst kennst und wird dich davor bewahren, dich selbst zu täuschen. Er wird dich nicht wie ein Kind eines einzigen Tags behandeln, sondern wie das Kind ewiger Zeitalter. Du sollst zufrieden sein, wenn du ihn nur seinen Weg haben lassen würdest mit dem Geschöpf, das er gemacht hat. Es ist eine Frage zwischen deinem Willen und dem Willen Gottes. Er ist nicht von jenen, welche am schnellsten geben, was sie am wenigsten schätzen. Er kümmert sich nicht darum, irgendetwas zu geben außer seinem Besten, oder dem, welches dafür vorbereitet. Nicht viele Jahre mögen vergehen, ehe du bekennst „Du bist ein Gott, welcher Gebet hört und eine bessere Antwort gibt.“ Du magst dahin kommen zu sehen, dass das Verlangen im Tiefsten deines Herzens enttäuscht worden wäre, indem es gehabt hätte, was damals seine Verkörperung zu sein schien. Dass Gott als ein liebender Vater lauschen, hören, beachten und mit der Bitte umgehen wird nach der vollkommenen Zärtlichkeit seines Herzens, ist genug für mich; es bedeutet wenig, dass ich ohne das ausgehen werde, wofür ich betete. Wenn gewährt ist, dass jede Antwort, welche nicht aus der Liebe kam und nicht zur letzlichen Zufriedenheit dessen, welcher betete, war, Gottes unwürdig wäre; dass es das Teil der Liebe und Weisheit ist, auf das eigensinnige, ignorante Kind zu achten; dann beginnt die Sorge um scheinbar unbeantwortetes Gebet nachzulassen und eine liebliche Hoffnung und Trost nehmen ihren Platz ein im Herzen der kindhaften Seele. Zu hören bedeutet nicht notwendig zu gewähren – Gott bewahre! Doch zu hören, bedeutet notwendig sich zu kümmern – wie auch manchmal notwendigerweise zu verweigern –

   „Dafür“, sagt Paulus, „ich dreimal zum Herrn gefleht habe, dass er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“[19] Gott hatte eine bessere Sache für Paulus, als sein Gebet zu erhören und seine Beschwernis zu beseitigen: er wollte ihn stark machen; die Kraft Christi sollte herabkommen und auf ihm bleiben; er wollte ihn stärker machen als sein Leiden, ihn einen Teilhaber der Kraft Gottes machen. Wahrlich, wenn wir Gott haben, können wir ohne die Antwort auf jedes Gebet auskommen.

   „Doch wenn Gott so gut ist wie du ihn darstellst und wenn er alles weiß, was wir benötigen und weit besser als wir es selbst tun, warum sollte es nötig sein, ihn nach irgendetwas zu fragen?“

   Ich antworte, Was wenn er weiß, dass Gebet die Sache ist, die wir als erstes und am meisten benötigen? Was wenn die Hauptsache bei Gottes Idee des Gebetes die Versorgung unseres großen, unseres endlosen Bedürfnisses ist – des Bedürfnisses nach ihm selbst? Was wenn das Gute all unserer kleineren und geringeren Bedürfnisse darin liegt, dass sie dazu dienen, uns zu Gott zu treiben? Hunger mag ein davongelaufenes Kind nach Hause treiben und es mag oder mag nicht sofort genährt werden, doch es braucht seine Mutter mehr als sein Abendessen. Gemeinschaft mit Gott ist das eine Bedürfnis der Seele über allen anderen Bedürfnissen; Gebet ist der Anfang dieser Gemeinschaft und manches Bedürfnis ist der Beweggrund dieses Gebetes. Unsere Wünsche gibt es um unseres Kommens willen in die Gemeinschaft mit Gott, unser ewiges Bedürfnis. Wenn Dankbarkeit und Liebe der Versorgung unserer Bedürfnisse unmittelbar folgen würden, wenn Gott, unser Retter, der eine Gedanke unseres Herzens wäre, dann mag es unnötig sein, dass wir nach irgendetwas fragen, was wir brauchen. Doch da wir offensichtlich unsere Versorgung als eine Selbstverständlichkeit nehmen, empfindend als käme sie aus dem Nichts oder von der Erde oder unseren eigenen Gedanken, anstatt aus einem Herzen der Liebe und einem Willen, welcher allein Kraft ist, ist es notwendig, dass wir dazu gebracht werden, wenigstens einige unserer Bedürfnisse zu fühlen, auf dass wir ihn suchen, welcher allein sie alle versorgen kann, und herausfinden, dass eben diese seine Gabe ein Fenster zu seinem Herzen der Wahrheit ist. So fängt eine Gemeinschaft an, ein Reden mit Gott, ein Eins-werden mit ihm, welcher das alleinige Ziel des Gebetes ist, ja, des Daseins selbst in seinen unendlichen Abstufungen. Wir müssen bitten, auf dass wir empfangen mögen; doch, dass wir empfangen sollten, was wir in Bezug auf unsere niederen Bedürfnisse erbitten, ist nicht Gottes Ziel, wozu er uns beten macht, denn er könnte uns alles geben ohne diesem: um sein Kind auf sein Knie zu bringen, hält Gott zurück, dass der Mensch bitten möge.

   In Bezug hinwiederum auf die hohen Bedürfnisse unserer Natur, auf dass er fähig sein möge zu geben, verlangt Gott von uns, dass wir ihn bitten – verlangt, indem er uns dahin treibt – indem er uns ins Gebet verschließt. Denn wie kann er in die Seele eines Menschen geben, was er braucht, während diese Seele es nicht empfangen kann? Die Reife für das Empfangen ist das Bitten. Der Blütenkelch der Seele, der gefüllt werden soll mit dem himmlischen Tau, ist ihr Gebet. Wenn die Seele hungrig ist nach dem Licht, nach der Wahrheit – wenn ihr Hunger ihre höheren Kräfte geweckt hat, den Willen gründlich aufgerüttelt, und die Seele in ihren höchsten Zustand gebracht hat, den des Handelns, ihre einzige Befähigung, die Dinge Gottes zu empfangen, ist dieses Handeln Gebet. Dann kann Gott geben; dann kann er zum Menschen sein wie er wollte; denn die Herrlichkeit Gottes ist, sich selbst zu geben. – Wir danken dir, Herr Jesu Christ, denn durch deinen Schmerz allein erheben wir uns zu dem Wissen dieser Herrlichkeit sowohl deines als auch unseres Vaters.

   Und selbst in Bezug auf geringere Dinge – wie auch immer ungeeignet es sein mag es zu tun für einen Menschen, welcher nicht die Quelle seines Lebens erkennt, es mag in höchstem Sinne passend sein, es ihm zu gewähren, wenn er zu dieser Quelle kommt, um danach zu fragen. Selbst im Falle irgendeines persönlichen Verlangens von einem, welcher in der Hauptsache den Vater erkennt, mag es gut sein, dem zu geben, welcher bittet, dem es, nicht darum bittend, nicht guttun würde. Denn für das wirklich Gute einer jeden Gabe ist es wesentlich, dass zuerst der Geber in der Gabe ist – wie Gott es immer ist, denn er ist Liebe – und als nächstes, dass der Empfänger den Geber in der Gabe erkennt und empfängt. Jede Gabe Gottes ist nur ein Vorbote seiner größten und einzig genügenden Gabe – er selbst. Keine Gabe, die nicht als von Gott kommend erkannt wird, ist für sich selbst gut genug; deshalb müssen viele Dinge, die Gott uns gerne geben würde, selbst Dinge, die wir brauchen, weil wir sind, warten, bis wir nach ihnen fragen, dass wir wissen, woher sie kommen: wenn wir in allen Gaben ihn finden, dann werden wir in ihm alle Dinge finden.

   Manchmal wird einem, der betet, eher das Gefühl als die Frage kommen: „Wäre es nicht besser sich zu enthalten? Wenn diese Sache gut ist, wird er sie mir nicht geben? Wäre es ihm nicht wohlgefälliger, wenn ich es ihm vollständig überlasse?“ Das kommt, denke ich, aus einem Mangel an Glauben und Kindhaftigkeit – vielleicht in der Angst Gestalt annehmend, dass nicht etwa eine Bitte für etwas, das nicht gut ist, gewährt würde. Solch ein Gedanke hat keinen Raum bei Paulus; er sagt: „Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.“[20] „In allen Dingen lasset eure Bitten vor Gott kundwerden.“[21] Es mag sogar aus dem Ehrgeiz nach geistlicher Besonderheit kommen. In jeder Bitte sollen Herz und Seele und Geist die leise Begleitmelodie sein „Dein Wille geschehe.“, doch die Äußerung einer jeden Bitte bringt uns ihm näher, in die Gemeinschaft mit unserem Leben. Hilft es uns nicht ebenso, in all unseren Angelegenheiten an ihn zu denken und zu lernen, in Allem Dank zu sagen? Alles was wichtig genug ist, dass es als Wunsch aufleuchtet, ist auch wichtig genug, ein Gebet daran zu hängen: der Gedanke an ihn, zu welchem dieses Gebet aufsteigt, wird das Verlangen reinigen und berichtigen. Zu sagen „Vater, ich hätte gerne dieses oder jenes“, wäre sofort genug, wäre der Wunsch schlecht, es uns wissen zu lassen und davon abzukehren. Solches Gebet um Dinge muss uns notwendigerweise helfen, den Geist in wahre und einfache Beziehung zu ihm zu bringen; uns an seinen Willen zu erinnern, selbst wenn wir nicht sehen, was dieser Wille ist. Gewiss ist es besser und vertrauensvoller, ihm alles ohne Furcht und Angst zu sagen. War es nicht in solcherlei Weise, dass der Herr sich selbst dem Vater anvertraute, als er sagte: „Ist´s möglich, so gehe dieser Kelch von mir“?[22] Doch da war etwas, worum er sich mehr kümmerte als um seine eigene Angst – der Wille seines Vaters: „Doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.“ Da ist keine Besorgnis, dass es Gott missfallen könnte, wenn er sagt, was er gerne hätte und nicht alles dem Vater überlässt. Noch betrachtete er die Pläne seines Vaters als notwendig so festgelegt, dass sie sich wegen seines Gebetes nicht ändern könnten. Der wahre Sohnes-Glaube ist der, welcher mit Kühnheit einhergeht, furchtlos dem Vater gegenüber, der nichts tut, als was recht väterlich ist, geduldig und voll liebender Freundlichkeit. Wir müssen nicht annehmen, dass wir ihm durch irgendeinen Asketizismus, selbst einen geistlichen, wohlgefallen; wir müssen geradeheraus zu ihm sprechen. Das wahre Kind wird sich nicht fürchten, sondern seine Wünsche vor dem vollkommenen Vater bloßlegen. Der Vater mag anders wollen, doch seine Gnade wird genug für das Kind sein.

   Da wären keine Reichtümer, gäbe es keinen Bedarf. Gott selbst wird reich gemacht durch des Menschen Bedürfnisse. Dadurch ist er reich zu geben; durch dieses sind wir reich, indem wir empfangen.

   Was irgendeine Annahme betrifft, durch Beschwörungen über einen unwilligen Gott zu obsiegen, so ist sie heidnisch und ist solchen eigen, die ihn für einen harten Meister nehmen oder für einen wie den ungerechten Richter. Was kann so abschreckend für Gebet sein, wie Annahme der Unwilligkeit des Ohrs, das hört! Und wenn das Gebet gedämpft ist, was lässt es fließen, wie der Gedanke, dass Gott darauf wartet zu geben, uns alles geben will! „Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.“[23] Unser Gebet mag abgewiesen werden, wenn es besser ist; doch was gut ist, wird unser Vater uns mit göttlich gutem Willen geben. Der Herr sprach sein Gleichnis „dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten.“[24]


[1] Angedeutet Römer 7, 19

[2] Es geht um das Gleichnis vom ungerechten Richter und der armen, bittenden Witwe in Lukas 18, 1 – 8

[3] Ein “erst-recht“-Argument. So wie es erwiesen ist, dass der böse Richter durch das ständige Bitten der Frau ihren Fall für sie entschied, um sie sich vom Leib zu halten, ist es erst recht erwiesen, dass Gott, der gut ist, auf die Bitten und Gebete der Seinen hört. „A fortiori“ ist ein Begriff vor allem aus der Rechtsprechung und hier von MacDonald beinahe spielerisch auf das Gleichnis aus dem Alltag der Rechtsprechung angewendet.

[4] Lukas 18, 8

[5] 2. Korinther 4, 17 – 18

[6] Lukas 18, 8

[7] Lukas 12, 35 – 40

[8] Lukas 17, 20 – 23

[9] Lukas 13, 24

[10] Lukas 17, 26 – 27

[11] Original „good“ – im doppelten Sinne eines Besitzes und des Guten selbst. Es geht mehr darum, dass der Mensch durch die Begegnung mit Gott selbst gut wird und dieses als eigentliches Gut, als eigentlich guten Besitz betrachtet.

[12] „logos“, griech. Für „Wort“, „Rede“, „Redeinhalt“, „Vernunft“ Logos wird hier im philosophischen Sinne gebraucht und im Sinne von Johannes 1 als das Wort, welches die Welt ins Dasein setzte, das Schöpfungswort, die Vernunft Gottes. Entsprechend umfasst „cosmos“ die gesamte erschaffene Welt. In diesem Sinne verlangt der geschaffene Mensch als cosmos nach einem logos, durch den sein Dasein Sinn und Richtung erfährt.

[13] Psalm 139, 9 – 10

[14] Anspielung auf die Schöpfungsgeschichte 1. Mose 1, 2. Das hebräische Wort „Tohuwabohu“ תהו ובהו wird meist mit “wüst”, Wirrniss, Chaos übersetzt. Die unfertige Seele des Menschen wird mit dem Chaos vor der Schöpfung verglichen. Das Gute im Menschen muss erschaffen werden.

[15] Anspielung auf Johannes 3, 8

[16] Das Hebräisch und Aramäisch der Bibel umfasst einen begrenzten Wortschatz, nicht vergleichbar mit der Komplexität moderner Sprachvarianten. Ein Wort kann je nach Zusammenhang vielfache Bedeutungen annehmen und Abstrahierungen sind nur begrenzt möglich. Die Poesie der Psalmen bedient sich zudem einer reichen Bildersprache und ist nicht leicht zu übertragen.

[17] Anspielung auf Offenbarung 3, 17

[18] Galater 6, 7

[19] 2. Korinther 12, 8 – 9 Ein „Stachel im Fleisch“, offensichtlich ein nicht näher bezeichnetes körperliches Leiden, worum Paulus Gott bat, es ihm zu nehmen. Gott tat es nicht, aber er schenkte Paulus „Gnade“, es zu tragen.

[20] 1. Petrus 5, 7

[21] Philipper 4, 6

[22] Matthäus 26, 29 ff

[23] Hebräer 4, 16

[24] Lukas 18, 1 – Übergang zur nächsten Predigt