Übersetzung – Nicht gehaltene Predigten III von George MacDonald – Kapitel 10 – Gerechtigkeit [nicht Justitia]

Gerechtigkeit [nicht Justitia]

   „… auf dass ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird,…“ Philipper 3, 8b-9

   Was meint der Apostel mit der Gerechtigkeit, die von Gott ist durch Glauben?[1] Er meint dieselbe Gerechtigkeit, die Christus hatte durch seinen Glauben an Gott, dieselbe Gerechtigkeit, die Gott hat.[2]

   In seiner zweiten Epistel an die Korinther sagt er: „Er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt [oder: in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden.]“[3] – „Er übergab ihn, wie ein Sünder behandelt zu werden, getötet und ausgestoßen aus seinem eigenen Weinberg durch seine Verwalter,[4] dass wir in ihm gerecht gemacht werden mögen wie Gott.“ So wie die Antithese dasteht, ist sie rhetorisch korrekt. Doch wenn die erste Hälfte bedeutet „Er ließ ihn behandeln, als wäre er ein Sünder“, dann sollte die zweite Hälfte, in logischer Richtigkeit, bedeuten, „dass wir behandelt werden, als wären wir gerecht.“

   „Das ist genau, was Paulus meint“, beharren nicht wenige. „Er meint, dass Jesus von Gott behandelt wurde, als wäre er ein Sünder, unsere Sünden ihm zugerechnet, damit wir behandelt werden mögen, als wären wir gerecht, seine Gerechtigkeit uns zugerechnet.“

   Das heißt, dass, durch eine Art rechtliche Fiktion, Jesus behandelt wurde als was er nicht war, auf dass wir behandelt werden mögen als was wir nicht sind. Dies ist das beste Verfahren, gemäß der vorherrschenden Theologie, die dem Gott der Wahrheit, dem Gott der Barmherzigkeit, dessen Herrlichkeit es ist, dass er gerecht zu den Menschen ist, indem er ihnen ihre Sünden vergibt, einfallen konnte, um seine Geschöpfe zu retten!

   Ich hatte gedacht, dass diese allerverachtenswerteste der falschen Lehren nun aufgehört hätte, dargestellt zu werden, obwohl ich wusste, dass es lange dauern musste, ehe sie ihren unheilvollen Einfluss verliert; doch zu meinem Erstaunen, stieß ich letztens in einem ziemlich modernen Kommentar darauf, in welchen ich im Haus eines Freundes zufällig hineinsah. Ich sage zu meinem Erstaunen, denn der Kommentar war die Arbeit eines der liberalsten und liebenswertesten der Christen, ein hoher Würdenträger in der Kirche Englands, ein Mann, welchen ich kenne und liebe, und hoffe, bald zu treffen, wo es keine Kirchen gibt. In dem Kommentar, das unter meine Augen kam, bezieht er sich auf die Lehre der zugerechneten Gerechtigkeit als die mögliche Erklärung eines bestimmten Abschnitts – bezieht sich darauf als auf eine Lehre betreffend ihrer Wahrheit es keine Infragestellung gibt.

   Es scheint mir, dass, viel Doppeldeutigkeit im Leib Christi existieren sehend, jedes aufrichtige Glied gegen jedes Wort protestieren sollte, das dazu neigt, die Existenz von Falschheit im innewohnenden Geist dieses Leibes anzunehmen. Ich protestiere jetzt gegen diese so-genannte Lehre, sie für die rechtmäßige Beute des törichtesten Windes im Höllenkreis der Nichtigkeiten haltend, wohin sie zu schicken ich froh wäre, mein Bestes zu tun. Sie ist eine gemeine, ekelerregende Erfindung, falsch und Falschheit erzeugend. Sagt, sie ist eine Sprachfigur, so antworte ich, dass sie nicht nur eine falsche Figur ist, sondern eine Verkörperung der Unwahrheit; sagt, sie drückt eine Wirklichkeit aus, so sage ich, sie lehrt die schlimmste der Lügen; sagt, da ist ein Schatten der Wahrheit enthalten, so antworte ich, es mag so sein, doch es gibt keine darin berührte Wahrheit, die nicht unendlich viel besser gelehrt werden könnte ohne sie. Sie ist der magere, missgestaltete Abkömmling der Gesetzlichkeit einer armseligen mechanischen Einbildung, unbeleuchtet durch einen Schein göttlicher Vorstellungskraft. Keiner, welcher sein Neues Testament kennt, wird wagen zu sagen, dass die Figur einmal darin verwendet wird.

   Ich bin mit ihrer Quelle bereits umgegangen. Sie sagen zuerst, Gott muss den Sünder bestrafen, denn die Gerechtigkeit verlangt es so; dann sagen sie, er bestraft den Sünder nicht, sondern bestraft stattdessen einen vollkommen rechtschaffenen Mann, schreibt seine Gerechtigkeit dem Sünder zu und fährt auf diese Weise fort gerecht zu sein. Gab es jemals solch eine Verwirrung, solch eine Verkehrung von richtig und falsch! Gerechtigkeit[5] könnte einen rechtschaffenen Mann nicht wie einen ungerechten behandeln; noch könnte, wenn Gerechtigkeit die Bestrafung von Sünde verlangte, Gerechtigkeit den Sünder straffrei ausgehen lassen. Den Schmerz im Namen der Gerechtigkeit auf den Gerechten zu legen ist schlicht monströs. Es ist kein Wunder, dass Unglaube grassiert. Glaubt an Moloch,[6] wenn ihr wollt, doch nennt ihn Moloch, nicht Gerechtigkeit. Seid versichert, dass die Sache, die Gott gibt, die Gerechtigkeit, die von Gott ist, eine wirkliche Sache ist, und nicht eine verachtenswerte Gesetzlichkeit. Preis sei Gott, dass ich keine mir zugerechnete Gerechtigkeit habe. Lasst mich betrachtet werden als der Sünder, der ich bin; denn nichts wird meinem Bedürfnis genügen, außer zu einem gerechten Mann gemacht zu werden, einer, der nicht mehr sündigt.

   Wir haben das Wort zugerechnet nur einmal im Neuen Testament. Ob die böse Lehre aus irgendeinem möglichen Missverstehen des Abschnittes, wo es auftaucht, herrührt, kümmere ich mich kaum zu erforschen. Das Wort, wie Paulus es verwendet, und das Ganze des Gedankens, woher sein Gebrauch herrührt, gefällt meinem Sinn von Recht und Gerechtigkeit so viel wie der allgemeine Gebrauch davon meinen Abscheu erregt. Der Apostel sagt, dass Abraham eine bestimmte Sache als Gerechtigkeit zurechnet wurde; oder, wie die revidierte Version es sagt „ihm angerechnet“:[7] Was war es, das Abraham solcherart zugerechnet wurde? Die Gerechtigkeit eines anderen? Das verhüte Gott! Es war sein eigener Glaube. Der Glaube Abrahams ist ihm als Gerechtigkeit zugerechnet. Die Gerechtigkeit eines anderen zuzurechnen, ist schlicht ein Akt der Falschheit; den Glauben eines Menschen seine Gerechtigkeit zu nennen, bedeutet schlicht, die Wahrheit zu sprechen. War es nicht gerecht in Abraham, Gott zu gehorchen? Die Juden verorteten Gerechtigkeit in das Halten all der Einzelheiten der Gesetze des Mose: Paulus sagt, Glaube an Gott zählte als Gerechtigkeit, ehe Mose geboren wurde. Ihr mögt antworten, Abraham war ungerecht in vielen Dingen und keinesfalls ein gerechter Mann. Wahrlich; er war kein gerechter Mann in irgendeinem vollständigen Sinne; seine Gerechtigkeit hätte Paulus nie zufrieden gestellt; noch, ihr mögt sicher sein, befriedigte sie Abraham; doch sein Glaube war nichtsdestotrotz Gerechtigkeit, und wenn er ihm nicht als Gerechtigkeit zugerechnet worden wäre, hätte es irgendwo Falschheit gegeben, denn solcher Glaube wie Abrahams ist Gerechtigkeit. Es war keine bloß intellektuelle Wahrnehmung der Existenz eines Gottes, welche konsistent ist mit dem tiefsten Atheismus; es war dieser Glaube, welcher eins ist mit dem Handeln: „Er ging aus und wusste nicht, wo er hinkäme.“[8] Der eigentliche Akt des Glaubens an Gott nach solcher Art, dass, wenn die Zeit zum Handeln kommt, der Mensch Gott gehorchen wird, ist der höchste Akt, die tiefste, erhabenste Gerechtigkeit, zu welcher der Mensch fähig ist, liegt an der Wurzel aller anderen Gerechtigkeit und ihr Geist wird wirken, bis der Mensch vollkommen ist. Wenn ihr Gerechtigkeit nach gesundem Menschenverstand definiert, das heißt, nach der göttlichen Art – denn Religion ist nichts, wenn sie nicht der tiefste gesunde Menschenverstand ist – als ein Zugestehen dessen, was einem jeden gebührt, dann gebührt sicherlich ihm die erste Schuldigkeit, welcher uns befähigt, etwas schuldig zu sein, das heißt, uns zu verantwortungsvollen Geschöpfen macht. Ihr mögt sagen, dass dies nicht jemandes erstes Empfinden von Verpflichtung ist. Gewiss; doch das vorrangige in der Wirklichkeit ist selten das vorrangig wahrgenommene. Die erste Verpflichtung ist zu hoch und zu tief, um zuerst ins Bewusstsein zu gelangen. Wenn irgendjemand vollkommen geboren wäre, welches ich für eine ewige Unmöglichkeit halte, dann würde die höchste Verpflichtung zuerst zu Bewusstsein kommen. Wie wir geboren sind, ist es das Tun von, oder zumindest das aufrichtige Versuchen, viele andere Pflichten zu tun, was auf lange Sicht einen Menschen dahin leiten wird zu sehen, dass seine Verpflichtung zu Gott die erste und tiefste und höchste von allen ist, die Ausführung aller anderen Pflichten einschließend und verlangend. Ein Mensch mag tausend Jahre leben in der Vernachlässigung von Verpflichtung und niemals dahin kommen zu sehen, dass jede Schuldigkeit auf ihm war, um Glauben in Gott zu setzen und zu tun, was er ihm sagte – niemals einen flüchtigen Blick auf die Tatsache haben, dass er ihm irgendetwas schuldete. Ich gestehe zu, dass, wenn Gott wäre, was er von ihm denkt, er ihm tatsächlich wenig schulden würde; doch er denkt solcherart von ihm als Folge des nicht-Tuns von dem, wovon er weiß, dass er es tun sollte. Er ist nicht zum Licht gekommen. Er hat seine Natur getötet, betäubt, verhärtet. Er ist kein Mann ohne Falsch gewesen, ist nicht wahrhaftig und anständig gewesen.[9]

   Doch während Glaube an Gott die erste Verpflichtung ist und daher sehr wohl Gerechtigkeit genannt werden mag in dem Menschen, in welchem sie wirkt, selbst wenn sie unvollkommen wäre, gibt es mehr Grund als diesen, warum er einem Menschen als Gerechtigkeit zugerechnet werden sollte. Es ist der eine geistliche Akt, welcher den Menschen in Verbindung bringt mit der ursprünglichen schöpferischen Macht, in der Lage, ihm in jedem Bestreben nach Gerechtigkeit zu helfen und seinen Fortschritt zur Vollkommenheit zu versichern. Der Mensch, welcher ihn ausführt, mag daher auch wohl ein gerechter Mensch genannt werden, wie weit entfernt er von Vollkommenheit in Gerechtigkeit auch ist. Wir mögen eine Frau schön nennen, welche nicht vollkommen ist in Schönheit; in der Bibel werden Menschen durchgehend als gerechte Menschen wahrgenommen, welche weit davon entfernt sind, vollkommen gerecht zu sein. Die Bibel geht niemals mit Unmöglichkeiten um, verlangt niemals von irgendeinem Menschen zu irgendeinem gegebenen Augenblick eine Gerechtigkeit, zu welcher er in diesem Augenblick nicht in der Lage ist; noch legt sie irgendeinem Menschen irgendein anderes Gesetz auf als das der vollkommenen Gerechtigkeit. Sie verlangt von ihm Gerechtigkeit; wenn er sich dieser Gerechtigkeit beugt, zu welcher er fähig ist, zufrieden für den Augenblick, schreitet sie fort, mehr zu verlangen: der gesunde Menschenverstand der Bibel ist lieblich.

   Für den Menschen, welcher keinen Glauben an Gott hat, kann Glaube an Gott nicht wie Gerechtigkeit aussehen; noch kann er wissen, dass sie schöpferisch ist zu aller anderen Gerechtigkeit gegen gleiche und geringere Leben: er kann nicht wissen, dass es nicht bloß der Anfang der Gerechtigkeit ist, sondern der Keim des Lebens, die handelnde Wirksamkeit, woraus lebendige Gerechtigkeit wächst. Es ist nicht wie irgendein einzelner Akt der Gerechtigkeit; es ist das Handeln des ganzen Menschen, sich wendend zum Guten vom Bösen – seinen Rücken kehrend allem, was Gerechtigkeit entgegensteht, und sich zu einem Weg aufmachend, auf welchem er nicht halten kann, auf welchem er fortfahren muss, mehr und mehr gerecht zu werden, mehr und mehr entdeckend, was Gerechtigkeit ist, und mehr und mehr, was ungerecht ist in ihm selbst. In dem einen Akt des Glaubens an Gott – das heißt, des sich selbst Darangebens zu tun, was er ihm sagt – schwört er dem Bösen ab, beidem, dem, wovon er weiß und dem, wovon er noch nicht weiß in sich selbst. Ein Mensch mag in der Tat umgekehrt sein, Gott zu gehorchen und doch zu vieler Ungerechtigkeit gegen seinen Nächsten fähig sein, welches er noch nicht als Ungerechtigkeit entdeckt hat; doch wie er fortschreitet zu gehorchen, wird er fortschreiten zu entdecken. Nicht nur wird er mehr und mehr entschlossen werden, gerecht zu sein, sondern er wird mehr und mehr sensibel werden für die Idee der Ungerechtigkeit – ich meine nicht in anderen, sondern in sich selbst. Ein Mensch, welcher fortfährt in der Lage zu einer wissentlichen Ungerechtigkeit gegen seinen Nächsten zu sein, von dem kann nicht geglaubt werden, dass er zu Gott umgekehrt ist. Unter allen Umständen kann ein Mensch nicht nahe zu Gott sein, so dass er lernt, was gerecht ist gegen Gott, und nicht nahe seinem Nächsten sein, so dass er lernt, was unfair ist gegen ihn; denn sein Wille, welcher der Mensch ist, legt Hand an Gerechtigkeit, wählt gerecht zu sein. Wenn ein Mensch dafür zu tadeln ist, nicht Gerechtigkeit zu wählen, nicht zum Licht umzukehren, nicht aus der Finsternis zu kommen, dann muss der Mensch, welcher wählt und umkehrt und herauskommt, gerechtfertigt sein in seinem Handeln und für gerecht zu erklären. Er ist noch nicht durch und durch gerecht, sondern wächst in und zur Gerechtigkeit hin. Er benötigt den schöpferischen Gott und Zeit für Wollen und Mühe. Noch nicht ganz gerecht seiend kann er noch nicht ganz gerecht handeln, denn nur der Mensch, in welchem das Bild Gottes vervollkommnet ist, kann vollkommen leben. In die Welt hineingeboren ohne Gerechtigkeit, kann er nicht sehen, kann er nicht erkennen, steht er nicht in Verbindung mit vollkommener Gerechtigkeit und es wäre die tiefste Ungerechtigkeit, von ihm zu verlangen, unter Strafandrohung, zu jedem gegebenen Augenblick, sich ihr mehr zu ergeben als er weiß wie; doch es ist die höchste Weisheit, unaufhörlich vollkommene Gerechtigkeit von ihm zu verlangen als das, was er erreichen muss. Mit dem, was an Leben und Möglichkeit in ihm ist, muss er fortfahren, zur Gerechtigkeit umzukehren und der Ungerechtigkeit abzuschwören, stets nach der Vollkommenheit Gottes zielend. Solch ein hingegebener Glaube ist am gerechtesten und schönsten, alles seiend, was Gott selbst vom Menschen verlangen kann, von Gott im Menschen Gerechtigkeit genannt. Es wäre nicht genug für die Gerechtigkeit Gottes, oder Jesu, oder irgendeines vollkommenen Heiligen, weil sie fähig sind zur vollkommenen Gerechtigkeit, und, wissend, was vollkommene Gerechtigkeit ist, zu wählen, vollkommen gerecht zu sein; doch, aufgrund des Lebens und des Wachstums darin, ist es genug zu jedem gegebenen Augenblick für den Jünger des Vollkommenen. Die Gerechtigkeit Abrahams war nicht zu vergleichen mit der Gerechtigkeit des Paulus. Er kämpfte nicht mit sich selbst um Gerechtigkeit, wie es Paulus tat – nicht, weil er besser als Paulus war und deshalb nicht nötig hatte zu kämpfen, sondern weil seine Idee von dem, was von ihm verlangt wurde, nicht nach der Einsicht des Paulus war; und doch war er gerecht in derselben Weise, wie Paulus gerecht war: er hatte angefangen, gerecht zu sein und Gott nannte seine Gerechtigkeit Gerechtigkeit, denn Glaube ist Gerechtigkeit. Sein Glaube war ein Akt des Erkennens Gottes als sein Gesetz, und dies ist kein einzelner Akt, sondern ein allumfassendes und allbestimmendes Handeln. Eine einzige gerechte Tat gegen seinen Mitmenschen könnte einem Menschen kaum als Gerechtigkeit angerechnet werden. Ein Mensch, welcher nicht versucht, nach Gerechtigkeit zu streben, mag dennoch manche gerechte Tat vollbringen: sie werden ihm nicht vergessen werden, noch werden sie ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Abrahams Handeln des ergebenen Glaubens war nichtsdestoweniger gerecht, auch wenn seine Gerechtigkeit weit hinter der von Paulus lag. Abraham begann am Anfang der langen, langsamen, enttäuschenden Vorbereitung des jüdischen Volkes; Paulus begann an deren Schluss, mit der Geschichte Jesu hinter sich. Beide glaubten, Gott gehorchend, und daher waren beide gerecht. Sie waren gerecht, weil sie sich selbst Gott hingaben, sie gerecht zu machen; und solche Menschen nicht gerecht zu nennen, ihnen ihren Glauben nicht als Gerechtigkeit anzurechnen, wäre ungerecht. Doch Gott ist äußerst gerecht und gleicht keineswegs einem gesetzlich gesinnten Römischen Imperator oder einem schlechten Pfaffen, der die Doktrin des stellvertretenden Opfers formuliert.

   Was also ist die Gerechtigkeit, welche von Gott ist durch Glauben? Es ist einfach die Sache, die Gott will, dass sie jeder Mensch sei, in ihm bewirkt durch andauernden gehorsamen Umgang mit Gott selbst. Es ist kein Attribut weder Gottes oder des Menschen, sondern eine Tatsache des Charakters in Gott und im Menschen. Es ist Gottes Gerechtigkeit in uns bewirkt, so dass, wie er gerecht ist, wir auch gerecht sind. Es besteht nicht darin, dieses oder jenes Gesetz zu befolgen; nicht einmal das Halten eines jeden Gesetzes, so dass wir nicht ein Haarbreit gegen eines von ihnen zuwiderhandelten, würde Gerechtigkeit sein. Gerecht zu sein bedeutet, solch ein Herz zu sein, Seele, Geist und Wille, als, ohne Bezug auf das Gesetz, mit Grauen zurückschrecken würde vor der kleinst-möglichen Verfehlung gegen jegliches Gesetz. Es bedeutet, so voller Liebe gegen alles zu sein, was gut und recht ist, als es für einen Menschen unmöglich zu machen, irgendetwas zu tun, dass weniger als vollständig gerecht ist. Es ist nicht die Liebe der Gerechtigkeit im Abstrakten, die irgendjemanden gerecht macht, sondern solch eine Liebe zum Fairplay gegen jedermann, mit welchem wir in Verbindung treten, dass alles, was weniger als die Erfüllung, mit klarer Freude, unserer göttlichen Beziehung zu ihm oder ihr ist, unmöglich ist. Denn die Gerechtigkeit Gottes geht weit über bloße Taten hinaus und verlangt von uns Liebe und helfende Barmherzigkeit als unsere höchste Verpflichtung und Gerechtigkeit gegen unsere Mitmenschen – auch jene von ihnen, welche nichts für uns getan haben, selbst jene, welche uns übel getan haben. Unsere Beziehungen mit anderen, Gott zuerst und dann unser Nächster nach Ordnung und Abstufung, müssen eines Tages, wie sie es ihrer wahren Natur nach sind, die Freude unseres Seins werden; und nichts wird uns dann jemals gut für uns erscheinen, was nicht in Harmonie mit jenen gesegneten Beziehungen ist. Jeder Gedanke wird nicht bloß gerecht sein, sondern wird gerecht sein, weil er etwas mehr ist, weil er lebendig und wahr ist. Welches Herz im Himmelreich würde jemals davon träumen, ein metaphysisches System zu konstruieren von dem, was wir Gott schulden und warum wir es schulden? Das Licht unseres Lebens, unsere einzig, ewig und unendlich Freude, ist einfach Gott – Gott – Gott – nichts als Gott, und all seine Geschöpfe in ihm. Er ist Alles in Allem[10] und die Kinder des Himmelreiches wissen es. Er schließt alle Dinge ein; nicht wahrhaftig gegen irgendetwas zu sein, das er gemacht hat, bedeutet unwahrhaftig gegen ihn zu sein. Gott ist Wahrheit, ist Leben; in Gott zu sein bedeutet, ihn zu kennen und kein Gesetz zu brauchen. Existenz wird ewige Güte sein.

   Ihr würdet diese Art und Weise nicht mögen? Es gibt keine, da kann keine andere sein; doch ehe ihr es beurteilen könnt, müsst ihr zumindest ein wenig von Gott wissen, wie er ist, nicht wie ihr ihn euch vorstellt. Ich sage, wie ihr ihn euch vorstellt, weil es nicht sein kann, dass irgendein Geschöpf ihn kennen sollte, wie er ist und nicht nach ihm verlangen. In dem Verhältnis wie wir ihn kennen, müssen wir nach ihm verlangen, bis wir auf lange Sicht in ihm und für ihn leben mit unserem ganzen bewussten Herzen. Das ist der Grund, warum die Juden den Herrn nicht mochten: er kümmerte sich einfach um den Willen seines Vaters und um nichts, was sie seinen Willen nannten.

   Die Gerechtigkeit, welche von Gott ist durch Glauben in der Quelle, der Ursprung von dieser Gerechtigkeit, ist also dieselbe Art von Sache wie Gottes Gerechtigkeit, sich unterscheidend nur wie das Erschaffene sich von dem Erschaffenden unterscheidet. Die Gerechtigkeit von ihm, welcher den Willen seines Vaters im Himmel tut, ist die Gerechtigkeit Jesu Christi, ist Gottes eigene Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit, welche von Gott ist durch Glauben an Gott, ist Gottes Gerechtigkeit. Der Mensch, welcher diese Gerechtigkeit hat, denkt über die Dinge wie Gott über sie denkt, liebt die Dinge, die Gott liebt, kümmert sich um nichts, worum Gott sich nicht kümmert. Gerade indem diese Gerechtigkeit in ihm geboren wird, wird der Mensch zu sich selbst sagen „Warum sollte ich bekümmert sein über diese Sache oder jene? Kümmert sich Gott darum? Nein. Also warum sollte ich mich kümmern? Ich muss nicht sorgen. Ich werde mich nicht sorgen!“ Wenn er nicht weiß, ob Gott sich darum kümmert oder nicht, wird er sagen „Wenn Gott sich kümmert, werde ich mein Verlangen erfüllt haben, er wird es mir geben; wenn er sich nicht kümmert, dass ich es habe, will auch ich mich nicht sorgen. In der Zwischenzeit werde ich meine Arbeit tun.“ Der Mensch mit Gottes Gerechtigkeit liebt eine Sache nicht bloß, weil sie richtig ist, sondern liebt gerade die Richtigkeit in ihr. Er liebt nicht nur einen Gedanken, sondern er liebt den Menschen in seinem Denken dieses Gedankens; er liebt den im Menschen lebendigen Gedanken. Er nimmt seine Freude nicht aus sich selbst. Er fühlt Freude in sich selbst, doch sie kommt zu ihm von anderen, nicht von ihm selbst – von Gott zuerst und von jemandem, jedermann, allen als nächstes. Er würde eher, in der Fülle seiner Zufriedenheit, aus dem Sein scheiden, eher selbst aufhören zu existieren, als dass ein anderer es tun sollte. Er könnte auskommen, ohne sich selbst zu kennen, doch er könnte nicht sich selbst kennen und einen der Brüder oder Schwestern erübrigen, die Gott ihm gegeben hat. Der Mensch, welcher Gott wirklich kennt, ist und wird immer zufrieden sein mit dem, was Gott, welcher das eigentliche Selbst seines Selbst ist, für ihn aussuchen wird; er ist vollständig Gottes und gehört sich nicht allein. Sein Bewusstsein von sich selbst ist der Widerschein derer um ihn herum, nicht das Ergebnis seines eigenen in sich Kehrens des Bezugs auf sich selbst. Es ist nicht die Kontemplation dessen, als was Gott ihn gemacht hat, es ist das Sein dessen, als was Gott ihn gemacht hat und die Kontemplation dessen, was Gott selbst ist und als was er seine Mitmenschen gemacht hat, was ihm Freude gibt. Er will nichts und fühlt, dass er alle Dinge hat, denn er ist im Schoß des Vaters und die Gedanken seines Vaters kommen zu ihm. Er weiß, dass, wenn er irgendetwas braucht, es seines ist, ehe er darum bittet;[11] denn sein Vater hat ihn gewollt, in der Macht und Wahrheit seiner Vaterschaft, eins mit ihm zu sein.

   Dies also, oder etwas wie dies, denn Worte sind dürftig, um die besten Dinge zu sagen, ist die Gerechtigkeit, welche von Gott ist durch Glauben – so weit davon entfernt, ein Ding zu sein, das auf dem Misthaufen rechtlicher Fiktion gebaut ist, stellvertretendes Opfer genannt, oder sein Schatten genannt zugerechnete Gerechtigkeit, dass nur das Kind mit dem Kinder-Herzen, so weit voraus und so verschieden von dem Weisen und Verständigen, es verstehen kann. Der Weise und Verständige[12] interpretiert Gott bei sich selbst und versteht ihn nicht; das Kind interpretiert Gott bei sich selbst und versteht ihn. Der Weise und Verständige muss ein System machen und die Dinge nach seinem Verstand anordnen, ehe er sagen kann Ich glaube. Das Kind sieht, glaubt, gehorcht – und weiß, es muss vollkommen sein, wie sein Vater im Himmel vollkommen ist.[13] Wenn ein Engel, scheinbar vom Himmel kommend, ihm erzählen würde, dass Gott ihn vom Haken gelassen hat, dass er nicht so viel von ihm verlangte wie das, sondern mit weniger zufrieden sein würde; dass er ihm tatsächlich nicht erlauben könnte, böse zu sein, doch eine ganze Menge übersehen würde, seine Forderungen anpassend, weil es zu hart für es wäre, recht gut zu sein und er es so sehr liebe, würde das Kind Gottes sofort das Flackern der Flammen der Hölle bemerken, eingewoben in des Engels Sternenglanz, und zu dem Leuchtenden sagen: „Gehe hinter mich, Satan.“[14] Noch wäre da das geringste Wunder oder Verdienst in diesem seinem Tun, denn bei den Worten des Betrügers, wenn auch nur für einen kürzesten Augenblick als wahr vorgestellt, würde der Schatten einer aufsteigenden Hölle das Angesicht der Schöpfung verdüstern; Hoffnung würde schwinden; das Ewige wäre wie der Sarg eines toten Menschen; die Herrlichkeit würde auf dem Angesicht Gottes ersterben – bis das Grollen eines donnernden Nein aus den Kavernen des Universums ausbricht, und die Wahrheit in der Seele seines Kindes, aufblitzend aus dem Herzen Des Ewigen, Unsterblichen, Unsichtbaren, die Lüge des Botschafters der Finsternis ausdörrt.

   „Doch wie kann Gott dies in mir zustande bringen?“

   Lass es ihn tun und vielleicht wirst du es erkennen; wenn du es nie erkennst, wird es doch da sein. Hilf ihm, es zu tun oder er kann es nicht tun. Er ist die Verursachung der Möglichkeit deines Daseins als sein Sohn, seine Tochter; er macht dich fähig, es zu wollen, doch du musst es wollen. Wenn er es in dir nicht tut – das heißt, wenn du ihn bisher davon abgehalten hast anzufangen, warum sollte ich dir sagen, selbst wenn ich den Prozess kennte, wie er tun würde, was du ihn nicht tun lassen willst? Warum solltest du es wissen? Welchen Anspruch hast du, es zu wissen? Doch in der Tat, wie solltest du in der Lage sein zu wissen? Denn sie muss mit tieferen und höheren Dingen umgehen, als du irgendetwas von ihnen wissen kannst, bis die Arbeit zuletzt angefangen wird. Wenn du vielleicht die Pläne des glücklichen Schöpfers gutheißen würdest, würdest du ihm erlauben, aus dir etwas Göttliches zu machen! Deinen Intellekt zu lehren, was durch dein ganzes Sein gelernt werden muss, was nicht ohne das ganze Sein verstanden werden kann, was dir kein Gutes tun würde zu verstehen, außer du verstehst es in deinem ganzen Sein – wenn dies das Gebiet irgendeines Menschen wäre, ist es nicht das meine. Lasst die Toten ihre Toten begraben, und die Toten ihre Toten lehren;[15] was mich betrifft, werde ich versuchen, sie aufzuerwecken. Denen, welche erwacht sind, rufe ich zu: „Um deines Vaters willen und des Erstgeborenen unter vielen Brüdern, zu welchen wir gehören, um derer willen, die er uns gegeben hat, sie am meisten zu lieben, lasst Geduld ihr vollkommenes Wirken haben. Statue unter dem Meißel des Bildhauers, steh fest unter den Schlägen seines Hammers. Ton auf der Drehscheibe, lass die Finger des göttlichen Töpfers dich nach seinem Willen formen. Gehorche des Vaters geringstem Wort; hör Den Bruder, welcher dich kennt und für dich starb; schlag nieder deine Sünde und trample sie zu Tode.

   Bruder, wenn du daheim in deinem Haus sitzt, welches der Tempel des Herrn ist, öffne all deine Fenster, die Luft seines Ankommens zu atmen; setz den Wächter auf deinen Wehrturm, dass er ins Dunkle hinauslausche auf den Klang seines Kommens, und deine Hand auf dem Riegel sei, die Tür bei seinem ersten Klopfen zu öffnen. Solltest du die Tür öffnen und ihn nicht sehen, sage nicht, dass er nicht geklopft hat, sondern verstehe, er ist da und will, dass du zu ihm hinauskommst.[16] Es mag sein, dass er etwas für dich hat, was du für ihn tun sollst. Geh und tue es und vielleicht wirst du zurückkehren mit einem neuen Gebet, ein neues Fenster in deiner Seele zu finden.

   Warte niemals auf eine passendere Zeit oder einen passenderen Ort, zu ihm zu sprechen. Zu warten, bis du zur Kirche gehst oder in deine Kammer, heißt ihn warten zu machen. Er wird hören, während du auf dem Gehweg oder der überfüllten Straße gehst, am gewöhnlichen Ort oder dem der strahlenden Versammlung.

   Erinnere dich daran, wenn du tatsächlich dazu in der Lage bist, es zu erkennen, dass in keiner Kirche der Gottesdienst gehalten wird, den er verlangt. Er wird zu keinem Menschen sagen: „Du bist nie zur Kirche gegangen; hinweg von mir; ich kenne dich nicht“; sondern: „So viel du niemals einem der Kinder meines Vaters geholfen hast, hast du nichts für mich getan.“[17] Kirche oder Kapelle ist nicht der Ort für göttliches Dienen. Es ist ein Ort des Gebets, ein Ort des Lobes, ein Ort, sich von guten Dingen zu nähren, ein Ort von Gott zu lernen – welcher Ort ist das nicht? Es ist ein Ort, in die Augen deines Nächsten zu schauen und Gott mit ihm zusammen zu lieben. Doch die Welt, in welcher du dich bewegst, der Ort deines Lebens und Liebens und Arbeitens, nicht die Kirche, zu der du an deinem Feiertag gehst, ist der Ort göttlichen Dienens. Diene deinem Nächsten und du dienst Ihm.

   Gib nicht viel darauf, wenn Menschen über dich spotten und Lügen über dich erzählen oder in Wohlwollen dich unangemessen verteidigen. Gib nicht viel darauf, selbst wenn die Gerechten dir ihre Rücken kehren. Gib nur darauf, dass du dich nicht von ihnen abwendest. Fasse Mut in der Tatsache, dass nichts verborgen ist, das nicht offenbar werde, und nichts heimlich, das man nicht wissen werde.[18]


[1] Die letzten Worte des Eingangsverses dieser Predigt kennen zwei Versionen der Übersetzung „die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird“ und „die Gerechtigkeit, die von Gott ist durch Glauben“ – beide in ihrer Bedeutung etwas unterschiedlich ausgelegten Versionen spielen im Verlauf der Predigt eine Rolle. Die Übersetzerin hat sich für die erste, im deutschen Sprachraum weiter verbreitete Version der Übersetzungsvariante entschieden, das indirekte Zitat aber so übersetzt wie MacDonald es verwendet, um dem Predigtzusammenhang gerecht zu werden.

[2] Siehe die 7. Predigt „Justice“ weiter oben – ebenfalls mit der Überschrift „Gerechtigkeit“ versehen. Hier benutzt George MacDonald das Wort „righteousness“ für Gerechtigkeit. Jetzt geht es weniger um eine Gerechtigkeit nach Gesetzen, sondern um eine Gerechtigkeit, die das Wesen, den Kern einer Person betrifft, ihr innerer Zustand einer göttlichen Rechtschaffenheit. Im Englischen macht MacDonald dies durch die Verwendung der beiden unterschiedlichen Wörter „justice“ und „righteousness“ deutlich, was so im Deutschen nicht möglich ist.

[3] Siehe 2. Korinther 5, 21

[4] MacDonald deutet hier (siehe Matthäus 21 / Markus 12 / Lukas 20) Jesu Gleichnis von den bösen Weingärtnern an – Ein Mann pflanzt einen Weinberg und setzt Weingärtner ein, ihn zu pflegen. Später schickt er Knechte aus, um die Ernte abzuholen. Die Knechte jedoch werden von den Weingärtnern geschlagen und vertrieben. Zum Schluss sendet der Herr des Weinbergs seinen eigenen Sohn, den sie jedoch töten, um selbst in den Besitz des Weinberges zu kommen.

[5] In diesem Abschnitt fällt MacDonald noch einmal kurz auf das Wort „justice“ für Gerechtigkeit zurück, um die Ungerechtigkeit eines solchen, scheinbar rechtlichen Verfahrens zu verdeutlichen. Er zieht hier die Verbindung zur 7. Predigt „Justice“. Es wird deutlich gemacht, dass gerade in der „Justitia“, in der Gerichtsbarkeit, die Bestrafung eines Unschuldigen nicht vorgesehen ist.

[6] Alttestamentarischer Gott der Völker Kanaans, von dem angenommen wird, dass ihm sogar Kinder geopfert wurden.

[7] Gemeint ist Römer 4, 3: „Was sagt denn die Schrift? ´Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.`“ – was ein Zitat von 1. Mose 15, 6 ist, das Paulus in seinem Brief an die Römer verwendet.

[8] Hebräer 11, 8

[9] In diesem letzten Satz klingen wieder indirekt verschiedenste biblische Bilder an – das vom „verhärteten Herzen“ und auch wieder der Bild des Nathanael aus dem Johannesevangelium, der „ohne Falsch“ war, auf das MacDonald sich bereits öfter bezogen hat.

[10] 1. Korinther 15, 28

[11] Siehe Matthäus 6, 8 / Matthäus 7, 7 – 11 / Markus 11, 24

[12] Matthäus 11, 25

[13] Siehe Matthäus 5, 28

[14] Matthäus 16, 23

[15] Siehe Matthäus 8, 22 / Lukas 9, 60 – Jesus spricht zu einem, der zögert ihm nachzufolgen, weil er noch ein Begräbnis erledigen will: „Lass die Toten ihre Toten begraben.“ – MacDonald erweitert diese Aussage hier zu „Lass die Toten ihre Toten lehren.“

[16] Diese Zeilen sind wieder eine Aneinanderreihung biblischer Bilder: der Töpfer, der den Ton formt, ist ein beliebtes prophetisches Bild (siehe z. Bsp. Jesaja und Jeremia) –  das Haus als Tempel oder das Heim, das dem Herrn dient wie in Josua – der Wächter auf der Mauer Jerusalems – die Hand auf dem Riegel und der anklopfende Liebhaber, der will, dass seine Geliebte zu ihm hinauskommt, aus dem Hohelied der Liebe usw.

[17] Matthäus 25, 31 – 46

[18] Siehe Matthäus 10, 26 / Lukas 12, 2 – Anschluss an die nächste Predigt