Die Hoffnung des Evangeliums – von George MacDonald – Kapitel 8

Die Hoffnung des Evangeliums – George MacDonald

The Reward of Obedience – Der Lohn des Gehorsams

   „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ / „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.“ Matthäus 5, 7 + 10 – 12

   Barmherzigkeit kann nicht eingehen, wo keine Barmherzigkeit ausgeht. Das Ausgehen schafft Raum für das Eintreten. Gott übernimmt den Teil der Menschheit gegen den Menschen. Der Mensch muss die Menschen behandeln, wie er will, dass Gott ihn behandelt. „Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt“, sagt der Herr, „wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben; doch wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ Und in der Prophezeiung des Gerichtes des Sohnes des Menschen stellt er sich selbst dar als sprechend: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

   Doch die Forderung nach Barmherzigkeit ist weit davon entfernt, nur um des Menschen willen da zu sein, welcher seines Nächsten Barmherzigkeit nötig hat; sie ist viel mehr da um des Menschen willen, welcher die Barmherzigkeit erweisen muss. Es ist eine geringe Sache für einen Menschen, ob sein Nächster ihm barmherzig ist oder nicht; es bedeutet Leben oder Tod für ihn, ob er seinem Nächsten barmherzig ist oder nicht. Die größte Barmherzigkeit, die einem Menschen erwiesen werden kann, ist, ihn barmherzig zu machen; daher, wenn er nicht barmherzig sein will, muss ihn die Barmherzigkeit Gottes dahin nötigen. Im Gleichnis des Königs, der mit seinen Dienern abrechnet, liefert er den unbarmherzigen Schuldner den Folterknechten aus, „bis er alles zurückgezahlt hätte, was er ihm schuldig war.“ Der König hatte seinem Schuldner vergeben, doch als der Schuldner sich weigert, die Vergebung an seinen Nächsten weiterzureichen – die einzige Art, die erwiesene Freundlichkeit zurückzuzahlen – zieht der König seine Vergebung zurück. Wenn wir den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergeben, bleiben unsere Verfehlungen. Denn wie kann Gott in irgendeinem Sinne die Sünde vergeben, erlassen oder austreiben, auf welcher ein Mensch besteht, sie festzuhalten? Unbarmherzig seiend müssen wir den Folterknechten übergeben werden, bis wir lernen, barmherzig zu sein. Gott ist barmherzig: wir müssen barmherzig sein. Es gibt keine Seligkeit, außer solcherart zu sein wie Gott; es wäre äußerst unbarmherzig, uns unbarmherzig bleiben zu lassen. Der Lohn der Barmherzigen ist, dass sie durch ihre Barmherzigkeit dazu in die Lage versetzt werden, die Barmherzigkeit Gottes zu empfangen – ja, Gott selbst, welcher Barmherzigkeit ist.

   Dass die Menschen angezogen werden mögen, zu schmecken und zu sehen und zu verstehen, verbindet der Herr den Lohn mit Gerechtigkeit. Der Herr wollte, dass die Menschen die Gerechtigkeit lieben, doch wie sollen sie sie lieben, ohne mit ihr bekannt zu sein? Wie sollen sie fortfahren, sie zu lieben, ohne eine wachsende Erkenntnis von ihr? Sie zu ihr hinzuziehen, dass sie anfangen mögen, sie zu erkennen und sie zu ermutigen, wenn sie durch die Enttäuschungen bestürmt werden, die das Bestreben begleiten, sagt er ihnen einfach eine dies betreffende Wahrheit – dass im Tun dessen großer Lohn liegt. Lasst niemanden mit Unbehagen vor der Idee eines Lohnes der Gerechtigkeit zurückschrecken, indem er sagt, dass Tugendhaftigkeit ihr eigener Lohn ist. Ist Tugendhaftigkeit also kein Lohn? Ist irgendein anderer vorstellbarer Lohn es wert, daneben erwähnt zu werden? Wahrhaftig, der Mensch mag nach dieser oder jener Art den versprochenen Lohn missverstehen; nichtsdestotrotz muss er ihn haben oder vergehen. Wer wird sich selbst durch Übererfüllung betrogen fühlen? Würde ein Elternteil sein Kind betrügen, indem es ihm sagte: „Mein Junge, du wirst großen Lohn haben, wenn du Griechisch lernst.“, indem er seines Sohnes Freude an Homer und Plato voraussieht – jetzt nur eine wertlose Verschwendung in seinen Augen? Wenn sein Lohn kommt, wird der Junge sich gekränkt fühlen, dass er Griechisch ist und nicht in Banknoten besteht?

   Die Natur der durch den Herrn versprochenen Belohnungen kann in der Tat kaum missverstanden werden; doch die närrischen Bemerkungen, die man manchmal hört, lassen mich wünschen, herauszustellen, dass der Herr weder ein ethisches System verkündet noch den Fehler begeht, Gerechtigkeit darzustellen als Tun einer guten Sache wegen irgendeines Vorteils, der dadurch zu gewinnen wäre. Wenn er verspricht, legt er nur eine Tatsache dar, die seine Jünger ermutigen wird – das heißt, alle, welche von ihm lernen -, um den Schwierigkeiten auf dem Wege des Tuns des Richtigen zu begegnen und so Gerechtigkeit zu erlernen, indem es sein Ziel ist, die Menschen gerecht zu machen, nicht sie Philosophie zu lehren. Ich bezweifle, ob jene, welche auf dem Grunde des erwähnten Lohnes die Lehre des Herrn ablehnen wollten, ebenso besorgt darum sind, gerecht zu sein, wie sie darum besorgt sind, Ihn als ungerecht zu erweisen. Wenn sie es wären, würden sie, denke ich, mehr Sorgfalt darauf verwenden, ihn wahrhaftig zu repräsentieren; sie würden die Sache tiefer untersuchen, und würden nicht wollen, dass er, welchen die Welt als ihren besten Menschen bekennt und welchen sie vielleicht selbst bekennen als ihnen im Verhalten überlegen, in der Theorie weniger rein erfunden würde als sie selbst. Soll der Herr vor seinen Freunden verbergen, dass sie Grund zu jubeln haben werden, da sie gehorsam gewesen sind? Soll er ihnen keine Hilfe geben, das Gewicht auszugleichen, mit welchem sie ihren Lauf beginnen? Soll er ihnen von den Grauen der Verfolgungen erzählen, die sie erwarten, und nicht von dem süßen Beistand, der ihnen durchhelfen wird? War es falsch, sie dessen zu versichern, dass, wo er hinging, sie auch hingehen würden? Der Herr konnte nicht mehr Gerechtigkeit von ihnen verlangen als er tut: „Seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“; doch ihnen nicht durch ein Wort der Liebe, Kraftwirken und Versprechen des Guten zu helfen, hätte ihn weit weniger als einen Bruder und Retter erzeigt. Es ist das Teil des Feindes der Gerechtigkeit, die Schwierigkeiten auf dem Wege des Gerecht-Werdens zu erhöhen und jene zu herabzusetzen, die auf dem Wege sind, gerecht zu erscheinen. Jesus verlangt keine Gerechtigkeit um des Stolzes willen, gerecht zu sein, nicht mehr als um des Vorteils willen, der dadurch zu gewinnen wäre; daher, indem er solche Reinheit im Voraus einfordert, wie der Mensch unfähig ist, sie sich vorzustellen, gibt er ihm alle Ermutigung, die er kann. Er wird seinen Sieg nicht durch Schwierigkeiten erhöhen – von denen gibt es genug – sondern durch Vollständigkeit. Er wird in der noch weit von Erhabenheit entfernten Seele nicht nach den erhabensten Motiven verlangen: zu diesen hin muss die Seele wachsen. Er wird das Kind mit Versprechen herzen und sie zur Zufriedenheit des Menschen erfüllen.

   Menschen können nicht gerecht sein ohne Liebe; einen gerechten Menschen zu lieben ist der beste, der einzige Weg, um Gerechtigkeit zu lernen: der Herr gibt sich selbst an uns, ihn zu lieben und verspricht seine engste Freundschaft denen, welche überwinden.

   Gottes Belohnungen sind immer von gleicher Art. „Ich bin dein Vater; seid meine Kinder und ich werde euer Vater sein.“ Jeder Gehorsam ist das Öffnen einer weiteren Tür in das grenzenlose Universum des Lebens. So lange wie die Zusammensetzung dieses Universums bleibt, so lange wie die Welt fortfährt, durch Gott geschaffen zu werden, kann Gerechtigkeit niemals fehlgehen, vollkommenen Lohn zu haben. Ehe es anders sein könnte, müsste die Herrschaft in andere Hände übergegangen sein.

   Die Idee des Verdienstes ist keineswegs wesentlich für die des Lohnes. Jesus sagt uns, dass der Herr, welcher seinen Diener treu findet, ihn sich zum Mahl niedersetzen heißen wird und hervortreten wird und ihm dienen; er sagt ebenso: „Wenn ihr alles ausgeführt habt, sagt, wir sind unnütze Knechte; wir haben nur getan, was wir zu tun schuldig waren.“ Lohn ist das Rückspiel des gut ausgeteilten Balls der Tugend durch die Hand der Liebe; ein Sinn nach Verdienst ist die buckligste Kriech-Gestalt, die Selbst-Zufriedenheit annehmen kann. Gottes Lohn liegt eingeschlossen in allem Wohl-Tun: der Wirker des Richtigen wird besser und demütiger und kommt näher zu Gottes Herz, wie auch näher seinem Bilde; er wird fähiger zu Gottes eigener Seligkeit und dazu, die Reiche der Himmel und der Erde zu erben. Größer als der Nächste zu sein, ist der durch die Hölle angebotene Lohn und er enthält keinerlei Größe; größer gemacht zu werden als das eigene Selbst, ist der göttliche Lohn und er schließt wahre Größe ein. Ein Mensch mag über all seine Nächsten gesetzt sein, um so viel weniger zu sein als er zuvor gewesen ist; ein Mensch kann keine Haaresbreite weit über sich selbst erhoben werden, ohne sich näher zu Gott zu erheben. Der Lohn selbst also ist Gerechtigkeit; und der Mensch, welcher um solchen Lohn willen gerecht wäre, wissend, was er ist, würde gerecht sein um der Gerechtigkeit willen, – welches doch nichtsdestotrotz keine Vollkommenheit wäre. Doch ich sollte jetzt nicht mehr weiter definieren und bestimmen.

   Der Lohn der Barmherzigkeit ist oft nicht von dieser Welt; die Barmherzigen empfangen als Gegenleistung oft keine Barmherzigkeit von ihren Nächsten; vielleicht empfangen sie oft nicht viel Dankbarkeit. Nichtsdestoweniger, die Kinder ihres Vaters im Himmel seiend, werden sie fortfahren, Barmherzigkeit zu erweisen, selbst ihren Feinden. Sie müssen geben wie Gott und wie Gott selig sein im Geben.

   Es gibt eine Barmherzigkeit, die in dem Bestreben liegt, mit anderen die besten Dinge zu teilen, die Gott gegeben hat: diese, welche so handeln, werden verfolgt werden und geschmäht und verlästert, ebenso gut wie ihnen gedankt wird und sie geliebt und zu Freunden genommen werden. Der Herr verspricht nicht nur den größtmöglichen Lohn; er teilt seinen Jüngern das Schlimmste mit, was sie zu erwarten haben. Er zeigt ihnen nicht nur die schönen Landschaften, zu welchen sie unterwegs sind; er sagt ihnen die Wahrheit über das raue Wetter und die Hindernisse auf dem Wege. Er will nicht, dass sie den Weg in Unwissenheit wählen. Gleichzeitig stärkt er sie, kommenden Schwierigkeiten zu begegnen, indem er sie über ihre wirkliche Natur in Kenntnis setzt. All dies ist Teil seiner Vorbereitung von ihnen für sein Werk, sein Joch auf sich zu nehmen und seine Mitarbeiter im Weinberg seines Vaters zu werden. Sie sollten sich nicht vorstellen, weil sie Diener seines Vaters sind, dass sie deshalb ihre Arbeit als leicht empfinden würden; sie werden nur den Lohn groß finden. Auch will er nicht, dass sie sich einbilden, wenn Böses über sie kommt, dass etwas Unvorhergesehenes, etwas, für das nicht vorgesorgt ist, sie befallen hätte. Es ist im Gegenteil gerade dann so, dass ihr Lohn sich naht: wenn die Menschen sie schmähen und verfolgen, dann können sie wissen, dass sie gesegnet sind. Ihr Leiden ist Grund für Jubel, für außerordentliche Freude. Die Schande, die auf sie geworfen wird, lässt den Namen des Vaters des Herrn eingeschrieben auf ihren Stirnen, das Zeichen der Wahrhaftigen unter den Falschen, der Kinder unter den Sklaven. Bei allen, welche für die Welt leiden, ist Verfolgung das Siegel ihres Anrechts, ein Zeichen, dass sie ausgesandt sind: sie erfüllen das, was noch aussteht an Anfechtungen Christi um seines Leibes Willen.

   Lasst uns auf die ähnlichen Worte sehen, die der Herr in einer späteren Ansprache an seine Jünger richtete, in der Gegenwart von Tausenden, auf dem Feld, – ergänzt durch die Wehklage über solche, die haben, was sie verlangen:

   Lukas 6, 20 – 26.

   „Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer. Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn das Gleiche haben ihre Väter den Propheten getan.“

   „Aber dagegen: Weh euch Reichen; denn ihr habt euren Trost schon gehabt. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet weinen und klagen. Wehe, wenn jedermann gut über euch redet; denn das Gleiche haben ihre Väter den falschen Propheten getan.“

   Bei dieser Gelegenheit verwendet er das Wort Hunger ohne Einschränkung. Jedes wahrhaftige Bedürfnis, jede aufrichtige Not, jeder Gott-geschaffene Hunger ist eine Sache, für die in der Idee des Universums vorgesorgt ist; doch kein Versuch, eine Leere auf andere Weise zu füllen als das Herz des Universums es vorgesehen hat und vorsieht, ist oder kann etwas anderes sein als ein Weh. Gott vergisst keines seiner Kinder – die unartigen nicht weniger als die guten. Liebe und Lohn ist für die Guten: Liebe und Zurechtweisung für die Schlechten. Die schlechten Kinder werden die guten bekümmern, doch sollen ihnen keinen Schaden tun. Das Böse, das ein Mensch seinem Nächsten tut, wird seinem Nächsten keinen Schaden zufügen, wird tatsächlich zu seinem Guten wirken; doch er selbst wird trauern müssen wegen seines Tuns. Eine wunde Verletzung für ihn selbst, ist es ein Grund zum Jubel für seinen Nächsten – nicht wegen des Bösen, das der Mensch sich selbst zufügt – darüber herrscht im Himmel Kummer – sondern wegen des Guten, das es für seinen Nächsten hervorbringt. Die Armen, die Hungrigen, die Weinenden, die Gehassten mögen ihren Verlust beklagen, als hätte Gott sie vergessen; doch Gott sorgt die ganze Zeit für sie. Selig jetzt aus seiner Sicht, werden sie sich bald selbst als gesegnet erkennen. „Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werden lachen.“ – Willkommene Worte aus dem fröhlichen Herzen des Retters! Machen sie nicht unser Herz brennend in uns? – Sie sollen getröstet werden selbst bis sie lachen! Die Armen, die Hungrigen, die Weinenden, die Gehassten, die Verfolgten sind die Mächtigen, die Üppigen, die Fröhlichen, die Geliebten, die Siegreichen von Gottes Reich, – um mit guten Dingen erfüllt zu werden, um zu lachen vor lauter Wonne, um geehrt zu werden und aufgesucht und geschätzt zu sein!

   Doch solche, die ihre armselige Tröstung in diesem Leben haben – weh für sie! – für jene, welche noch lernen müssen, was Hunger bedeutet! Für jene, deren Lachen wie das Knacken von Dornen ist! Für jene, welche das Lob der Menschen geliebt und gesammelt haben! Für die Reichen, die Heiteren, die Vollgefressenen! Das leichtfüßige Böse ist auf seinem Weg, sie zu ergreifen. Die Tiefen müssen sich leeren; Lazarus muss hervorkommen. Gottes Ausbildung macht Gebrauch von schrecklichen Extremen. Es gibt Letzte, die werden Erste sein und Erste, die werden Letzte sein.

   Der Herr wusste, welche Versuchungen, welche Folterungen selbst seine Jünger nach seinem Tod erwarteten; er wusste, sie würden jede Ermutigung benötigen, die er ihnen geben konnte, um ihre Herzen zu stärken, dass sie ihn in einem Augenblick der Bestürzung nicht verleugnen würden. Wenn sie ihn verleugnet hätten, wo wäre unser Evangelium? Wenn es keine gibt, die fähig und bereit sind, jetzt für ihn gekreuzigt zu werden, weh für das kommende Zeitalter! Was für ein armseliger Abklatsch der Guten Nachricht von Gott würde ihre Türen erreichen!

   Jene, welche unser Herr seligpreist, sind alle die Kinder einer Familie; und alles, was gesegnet oder Segen genannt werden kann, kommt von derselben Gerechtigkeit. Wenn ein Jünger gesegnet ist wegen irgendeiner Sache, dann ist jede andere Sache entweder die seine oder auf dem Weg, die seine zu werden; denn er ist auf dem Weg, die eigentliche Gerechtigkeit Gottes zu empfangen. Jede gute Sache öffnet die Tür zu der ihr nächstgelegenen und so zum ganzen Rest. Doch als wären diese seine Versicherungen und Versprechen und Tröstungen nicht groß genug; als wenn die Erwähnung von jeglichem Umstand manchen Menschen demütigen Herzens entmutigen mag durch ein Empfinden des Nicht-geeignet-seins, mit der Angst, vielleicht der Überzeugung, dass das Versprechen nicht für ihn wäre; als wenn manch einer sagen mag: „Weh, ich bin stolz und weder arm im Geiste noch sanftmütig; ich bin zeitweise gar nicht hungrig nach Gerechtigkeit; ich bin nicht zur Hälfte barmherzig und bin allzu bereit, mich verletzt und empört zu fühlen: ich bin ausgeschlossen von jeder Segnung!“, schaut der Herr, die Menschenscharen kennend, die nichts zu ihrem eigenen Vorteil hervorbringen können und schmerzhaft fühlen, dass sie nicht gesegnet sind, über die weite Welt seiner Brüder und Schwestern hinweg und ruft laut, in die grenzenlose Einladung jede lebende Seele einschließend, durch die eine Qualifikation der Unruhe oder des Unbehagens: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch Ruhe geben.“