The Hope of the Gospel – George MacDonald
Die Hoffnung des Evangeliums – George MacDonald
Kapitel 12: The Hope of the Universe – Die Hoffnung des Universums
„Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden.“ Römer 7, 19

Lasst uns versuchen, durch diese Worte zur Idee im Sinn des Paulus vorzudringen, für welche sie stehen und so lange gestanden haben. Es kann keine nutzlose Idee sein, die sie repräsentieren – kein bloßer Gemeinplatz, welchen ein Mensch, der verfehlt, sie sofort zu verstehen, ohne Verlust hinter sich lassen kann. Diese Worte bedeuten etwas, was Paulus wesentlich verbunden mit dem Leben und Tod seines Meisters glaubt. Er hatte Jesus mit seinen leiblichen Augen gesehen, denke ich, doch er hatte ihn nicht mit diesen allein gesehen; er hatte ihn gesehen und sah ihn mit den wirklichen Augen, den Augen, die nicht sehen, außer sie verstehen; und sein Anblick hatte seine ganze Natur erhoben – zuerst seinen reinen Willen nach Gerechtigkeit und dann seine hoffende Vorstellungskraft; und aus diesen heraus, in der Erkenntnis Jesu, redete er.
Die Briefe, die er zurückgelassen hat, geschrieben in der Kraft seines Emporgehoben-seins, haben in ärmlichen Geistern nur ärmliche Ideen geweckt; denn Worte, wenn sie irgendetwas zu bedeuten scheinen, müssen immer etwas innerhalb der Reichweite des Geistes, der sie hört, zu bedeuten scheinen. Worte können die Gedanken eines Denkers nicht an einen Nicht-Denker vermitteln; von einer großartig aufstrebenden und nicht in sich selbst zufriedenen Seele zu einem Geschöpf, das mit seiner Armseligkeit zufrieden ist und seine magere Befähigung für menschlichen Standard hält. Auch werden sie nicht bereitwillig den Geist eines Alten im Denken einem offenbaren, welcher gerade erst begonnen hat zu denken. Je höher des Lesers Annahme von dem ist, was Paulus meint – je höher die Idee, das heißt, welche seine Worte in ihm wecken, desto wahrscheinlicher wird es dieselbe sein, welche den Mann bewegten, der Jesus gesehen hatte und sich nicht mehr selbst gehörte. Wenn ein Mensch in seiner Auslegung irrt, wird es kaum daran liegen, dass er seinen Worten eine zu hohe Bedeutung beigemessen hat.
Zunächst also, was meint Paulus, der Knecht Christi, mit „dem Geschöpf“ oder „der Schöpfung“? Wenn er die sichtbare Welt meint, wollte er gewiss nicht, und ohne es so auszusprechen, den edelsten Teil von ihr ausschließen – das Empfindungsfähige! Wenn er es tat, ist es doppelt befremdlich, dass er sofort nicht bloß Sinn, sondern bewussten Sinn dem Teil zuschrieb, dem Nichtempfindungsfähigen nämlich, welcher übrigbleibt. Wenn du sagst, er tut so, doch mit einer Sprachfigur, antworte ich, dass eine Figur, die weniger meint als sie aussagt – und wieviel weniger würde diese es nicht tun? – insgesamt des Botschafters des Herrn unwürdig wäre.
Zuerst, wiederhole ich, um das Empfindungsfähige aus dem Begriff, der beidem im Wort Schöpfung oder Geschöpf gemeinsam ist, auszuschließen – und dann die Fähigkeiten des Empfindungsfähigen dem Nichtempfindungsfähigen zuzuschreiben, als eine bloße Sprachfigur, um die Hoffnungen der Menschen in Bezug auf das Vervollkommnen des Nichtempfindungsfähigen zum Trost der Menschen auszudrücken, wäre ein Gewaltakt sowohl unpassend in der Rhetorik als in seiner eigenen Natur. Nimm einen anderen Teil derselben Äußerung: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt.“: ist es nicht offenbar, dass, solche Worte als sich auf bloße Unvollkommenheiten der nichtempfindungsfähigen materiellen Welt beziehend auszulegen, bedeuten würde, aus dem Satz eine wertlose Überspitzung zu machen? Ich bin geneigt zu glauben, dass der Apostel die ganze sichtbare Welt, in weit unterschiedlichen Abstufungen von Bewusstsein, als lebendigen Ausfluss aus dem Herzen des Lebendigen betrachtete, welcher Alles in Allem ist: zugleich, auf solcher Ansicht zu beharren, kümmere ich mich nicht; ich kümmere mich nur darum zu argumentieren, dass das Wort Geschöpf oder Schöpfung alles in der Schöpfung einschließen muss, das empfindungsfähiges Leben hat. Dass ich in dieser Klasse eine größere Anzahl Phänomene einschließen würde, als der Leser bereit sein mag zuzugestehen, wird in keiner Weise die Kraft dessen beeinträchtigen, was ich zu sagen habe, indem er sieht, dass mein Punkt einfach dieser ist: dass Paulus in der Wendung Schöpfung alle Geschöpfe einbezieht, die fähig zum Leiden sind; der Zustand dieses empfindungsfähigen, daher vorrangingen Anteils, gibt ihm Anlass von der ganzen Schöpfung als leidend im Prozess ihrer göttlichen Evolution oder Entwicklung zu sprechen, stöhnend und sich abmühend wie in den Wehen zur Geburt eines besseren Selbst, einer edleren Welt. Es ist für die Idee nicht notwendig, dass die Schöpfung wissen sollte, wonach sie seufzt oder worin der höhere Zustand, seine Freisetzung begründend, bestehen muss. Die menschliche Art seufzt nach Befreiung: wieviel weiß die Art, dass ihre Erlösung darin liegt, eins zu werden mit dem Vater und teilzuhaben an seiner Herrlichkeit? Hier und dort weiß es einer von der Art – welches in der Tat eine Zusage für die Art ist – doch von der Art kann nicht gesagt werden, dass sie ihren eigenen Mangel kennt oder auch nur eine weit entfernte Ahnung davon hat, was allein ihr Seufzen stillen kann. In gleicher Weise seufzt die ganze Schöpfung nach einer nicht vorausgesehenen und doch wesentlichen Geburt – seufzt mit der Notwendigkeit, befreit zu werden von einem Zustand, der nur ein übergangsweiser ist und kein wahrhaftiger, von einem Zustand, der in keiner Weise auf die Absicht antwortet, in welcher die Existenz anfing. In beiden, der niederen und der höheren Schöpfung, scheint dasselbe Seufzen der gefesselten Idee nach einem freieren Leben die erste drängende Anordnung eines heiligen Schicksals zu sein und in sich selbst die erste Bewegung eines hinkenden Dinges hin zu der Freiheit einer anderen Geburt.
Zu glauben, dass Gott viele der niederen Geschöpfe nur zur Beute erschaffen hat oder die Sklaven eines Sklaven zu sein und sich unter den Tyranneien eines grausamen Meisters zu winden, welcher seinem eigenen Meister nicht dienen will; dass er eine endlose Abfolge von ihnen erschuf und erschafft, um wenig oder nichts Gutes vom Leben zu ernten außer seinem Erlöschen – eine Lehre, die von manchen festgehalten und im tatsächlich durch Viele akzeptiert wird – bedeutet, an einen Gott zu glauben, welcher, insoweit als zumindest ein Teil seiner Schöpfung betroffen ist, ein Dämon ist. Doch ein schöpferischer Dämon ist eine Absurdität; und wäre solch ein Schöpfer möglich, würde er nicht Gott sein, sondern müsste eines Tages durch den wirklichen Gott gefunden und zerstört werden. Nichtsdestoweniger bleibt die Tatsache, dass elendes Leiden unter ihnen reichlich vorhanden ist und dass, selbst wenn man annimmt, dass Gott nicht vorhersah, wie die Schöpfung für sie ausgehen würde, die Sache vor seiner Schwelle liegt. Er hat sie nebenbei insoweit stumpfsinnig erschaffen, dass sie die Herzen der Unterdrücker, in deren Hände er sie gegeben hat, nicht bewegen können, indem sie sagen, wie hart sie die Welt finden, wie schmerzhaft ihr Leben darin ist. Der Apostel nimmt ihren Fall auf und gibt uns Stoff für eine Antwort an solche, die Gott wegen ihres traurigen Zustandes anklagen.
Es gibt viele, vermute ich, welche vom achten Kapitel des Paulus-Briefes an die Römer so viel und nicht mehr erfassen: – dass die niederen Tiere, die beim Kommen des Herrn lebendig sind, wann auch immer das sein mag, von da an, mit solchen, die danach in Existenz kommen, ein glückliches Leben führen für die Zeit, die ihnen beschieden ist! Starke Helden Gottes sind diese tiefgründig Gläubigen! Was für Liebhaber des Lebens, was für Jünger von Paulus, nein, was für Jünger von Jesus, für welche solch eine Glosse Trost für das Seufzen eines Universums ist! Wahrlich, der Feuerofen der Anfechtung, den sie solcherart auslöschen würden, wirft umso mehr einen bösartigen Gestank aus! Für all die Geschöpfe, welche durch Zeitalter des Elends hindurch stöhnten und sich abmühten und starben, ist es für diese milden Christen genug, dass sie tot sind, daher, wie sie argumentieren würden, raus aus dem Ganzen! „Es ist gut mit ihnen“, scheine ich solche sagen zu hören; „Ihnen ist Barmherzigkeit widerfahren; ihre Leiden sind vorüber; sie mussten nicht für immer in Unterdrückung weiterleben. Der Gott ihres Lebens hat ihre Vergangenheit von ihnen genommen und bekümmert sie mit keiner Zukunft!“ Es ist wahr, dass dies keine kleinen Tröstungen in Bezug auf solche wären, die vergangen sind! Gewiss ist Ruhe besser als unaufhörliche Qual und Schmerz! Doch was sollen wir von solch einem achtlosen Gott sagen, wie jene Christen zufrieden sind, ihn anzubeten! Ist er ein barmherziger Gott? Ist er ein liebender Gott? Wie sollte er sterben, um dem Bedauern zu entkommen, der Urheber solch eines Elends zu sein? Unser Mitleid wendet sich von dem toten Geschöpf zu dem lebendigen Schöpfer, welcher leben könnte und sich selbst wissend als den Erschaffer so vieler ausgelöschter Herzen, deren Freund er war – nicht er, sondern der Tod. Gepriesen sei der Name des Vaters Jesu, es gibt keinen solchen Schöpfer!
Doch wir haben es nicht nur mit den Toten allein zu schaffen; es gibt jene, welche leben und leiden: gibt es keinen Trost in Bezug auf sie, außer dass auch sie auf lange Sicht sterben werden und ihr Elend verlassen? Und was sollen wir sagen über jene, die noch kommen werden und vergehen – immerfort ausgehend von der Quelle des Lebens, täglich geboren in üble Dinge? Wird der Trost, dass sie bald sterben werden, genügen für das Herz des Kindes, welches klagt über seinem toten Vöglein oder Häschen, und würde es diesen Vater im Himmel bereitwillig lieben, welcher fortfährt die Geschöpfe zu erschaffen? Weh, sie strömen herein; sie können sich selbst nicht behelfen; ihr Elend erwartet sie! Wollten Christen mich glauben haben an einen Gott, welcher Geschöpfe von sich selbst abscheidet, nur dass sie die Beute anderer Geschöpfe sein können oder ein paar Stunden oder Jahre zubringen, hilflos und einsam, sprachlos und ohne Einwirken, in erbarmungslosen Händen, dann ins Nichts vergehend? Ich werde es nicht tun; im Namen Jesu, das werde ich nicht. Hätte er nicht etwas Besseres gewusst, hätte er dann gesagt, was er sagte, über den Vater der Menschen und der Spatzen?
Was viele Menschen ihre Glaubensgrundsätze nennen, sind nur die Vorurteile, die sie zufällig aufgeschnappt haben: warum sollten solche Gläubigen einen Gedanken daran verschwenden, wie es ihren schäbigen Mitbewohnern dieses Planeten ergeht? Viele sind tatsächlich ihr ganzes Leben zu beschäftigt damit gewesen, ihre Mitmenschen stöhnen und schwitzen zu lassen für ihr eigenes eingebildetes Wohlergehen, um einen Gedanken für das Schicksal der noch Hilfloseren übrig zu haben. Doch es gibt nicht wenige, welche beleidigt wären, wenn ihr Glaube in Frage gestellt würde, welche doch sehr zu fürchten scheinen, sich ihn besser vorzustellen, als er ist: ist es er oder sind es sie selbst, den oder die sie zu verletzten fürchten, indem sie zu viel von ihm erwarten? „Du siehst die nackten Tatsachen des Falls!“, sagen sie. „Sie sind nicht in Frage zu stellen! Was kann für die armen Dinger getan werden – außer tatsächlich, du nimmst die absurde Annahme in deinen Kopf, dass sie auch ein Leben jenseits des Grabes haben?“
Warum sollte solch eine Annahme dir absurd erscheinen?, antworte ich. Die Lehrer der Nation haben unbedacht, mir scheint durch Unglauben, den Tieren zutiefst Unrecht getan durch ihr Schweigen bezüglich der gedankenlosen allgemeinen Annahme, dass sie kein Jenseits haben; sie solcherart eines großen Vorteils für ihren Stand unter den Menschen beraubt sein lassend. Doch ich nehme an, sie haben es auch für selbstverständlich genommen, dass der Versorger des Menschen und des Viehs niemals einen Gedanken hatte, ein Vieh am Leben zu halten über eine gewisse Zeit hinaus; in welchem Falle herzlose Menschen wohl argumentieren könnten, dass er sich nicht darum scherte, wie sie ihnen Unrecht taten, denn er dachte ihnen keinerlei Entschädigung zu. Ihre Unsterblichkeit ist kein neuer Glaube bei mir, sondern so alt wie meine Kindheit.
Glaubst du an Unsterblichkeit für dich selbst? Ich will das jeden Leser fragen, welcher nicht mit meiner Hoffnung für die Tiere übereinstimmt. Wenn nicht, habe ich keine Auseinandersetzung mit dir. Doch, wenn du es tust, warum dann nicht daran glauben für sie? Wahrhaftig, wäre Unsterblichkeit keine größere Sache für die Tiere als sie es für die Menschen zu sein scheint, für manche, welche doch behaupten, sie zu erwarten, würde ich mich kaum darum kümmern, auf ihrer Teilhabe daran zu bestehen. Doch wenn der Gedanke dir in irgendeiner Weise kostbar ist, ist es für deine Freude daran wesentlich, dass nichts Geringeres als du an seiner Verwirklichung teilhaben sollte? Bist du die niederste Art von Geschöpf, der erlaubt sein kann zu leben? Wäre Gott gleichen Herzens wie du, würde er Geschöpfen Leben und Unsterblichkeit gegeben haben, die so viel geringer sind als er selbst, wie wir es sind? Sind jene es nicht wert, unsterblich gemacht zu werden? Wie also waren sie es wert, aus der Tiefe des Nicht-Seins hervorgerufen zu werden? Es ist ein größeres Werk, das seiend zu machen, welches nicht war, als es mit einer unendlichen Unsterblichkeit zu besiegeln: tat Gott das, was nicht wert war, getan zu werden? Was er für wert erachtete, es zu erschaffen, denkst du, nicht wert zu sein, fortgesetzt geschaffen zu werden! Du willst ihn für immer fortfahrend haben, neue Dinge zu erschaffen mit der einen Hand und jene auslöschend, die er gemacht hat, mit der anderen – denn ich nehme an, du würdest die Erde nicht bevorzugen, wenn sie ohne Tiere wäre! Wenn es schwerer für Gott wäre, das Vorangegangene weiterleben zu lassen als neues hervorzubringen, dann wären seine Geschöpfe nicht besser als Spielzeuge, die ein Kind macht und sie zerstört, während es sie macht. Zu welchem Guten, zu welcher göttlichen Absicht ist der Schöpfer des Spatzen gegenwärtig bei seinem Tode, wenn er sich nicht darum schert, was aus ihm wird? Wozu ist er da, wiederhole ich, wenn es ihn nicht kümmert, dass es gut wird mit seinem Vogel in seinem Sterben, damit er weder trostlos sei noch verloren im Abgrund? Wenn seine Gegenwart nichts Gutes für den Spatz wäre, bist du dir dann ganz sicher, was es Gutes für dich sein wird, wenn deine Stunde kommt? Glaub daran, es ist nicht nur um ein Weniges, dass das Herz des Universums sanfter, liebevoller, gerechter und fairer ist als deines oder meines.
Wenn du nicht glaubtest, dass du selbst den Tod überdauern würdest, könnte ich dir nicht anlasten, dass du denkst, alles sei vorüber mit dem Spatzen; doch an Unsterblichkeit für dich selbst zu glauben und dich nicht darum zu scheren, für den Spatzen daran zu glauben, wäre einfach hartherzig und selbstsüchtig. Wenn es dich froh machen würde zu denken, es gäbe Leben jenseits des Todes für den Spatzen als auch für dich selbst, wollte ich dir gerne helfen zumindest darauf zu hoffen, dass es sein kann.
Ich weiß von keinem Grund, warum ich nicht Ausschau danach halten sollte, dass die Tiere wieder auferstehen, im selben Sinne, in welchem ich selbst hoffe, wieder aufzuerstehen – was bedeutet, wieder zu erscheinen, angetan mit einer anderen und besseren Gestalt des Lebens als zuvor. Wenn der Vater seine Kinder auferweckt, warum sollte er nicht auch jene auferwecken, welche er seine Kindlein zu lieben gelehrt hat? Liebe ist das eine Band des Universums, das Herz Gottes, das Leben seiner Kinder: wenn Tiere geliebt werden können, sind sie liebenswert; wenn sie lieben können, sind sie umso klarer liebenswert: Liebe ist ewig; wie also sollte ihr Objekt vergehen? Muss die eigentliche Unsterblichkeit der Liebe das Band der Liebe zerteilen? Muss die Liebe für immer ohne ihr Objekt weiterleben? Oder noch schlimmer, muss die Liebe mit ihrem Objekt sterben und auf ewig nicht mehr als das sein? Was für eine missgestaltete Wechselbeziehung, in welcher die eine Seite ewig wäre, die andere, wo sie noch nicht ausgelöscht ist, fortgesetzt schwinden muss! Ist nicht unsere Liebe zu den Tieren eine kostbare Variante der Liebe? Und wenn Gott uns die Geschöpfe gab, dass eine neue Abstufung der Liebe in uns geboren werde gegen eine andere Art des Lebens aus derselben Quelle, warum sollte das neue Leben vergehender sein als die neue Liebe? Kannst du dir vorstellen, dass, wenn, jenseits, eines von Gottes Kindlein ihn fragen würde, ihm eine alte irdische Liebe wiederzugeben – Kätzchen, Pony oder Eichhörnchen oder Hund, welches er von ihm genommen hat, der Vater nein sagen würde? Wenn das Ding so gut war, dass Gott es dazu erschuf und dem Kind zuerst gab, welches nie danach gefragt hat, warum sollte er es dem Kind nicht wieder geben, welches darum bittet, weil der Vater das Kind es hat lieben lassen? Worum ein Kind bittet, wird der Vater bereithalten.
Dass es Schwierigkeiten in der Weise solcherart zu glauben gibt, gestehe ich ein: dass es Unmöglichkeiten gibt, lehne ich ab. Vielleicht ist die erste Schwierigkeit, die auftaucht, die vielen Formen des Lebens, welche wir nicht wiederzusehen begehren können. Doch während wir gerne die vervollkommneten Formen der höherentwickelten Tiere behalten wollten, können wir hoffen, dass jene vielen anderer Art so vorübergehend sind wie ihre Leiber, nur zu einer Stufe der Entwicklung gehörend. Alle tierischen Lebensformen neigen zum Höheren: warum sollte nicht das Individuum wie auch die ganze Art verschiedene Stufen des Aufstiegs durchlaufen? Wenn ich selbst durch jede der typischen Formen niederen Lebens auf meinem Weg zum Menschen gegangen bin – eine Annahme, die durch die vorgeburtliche Entwicklungsgeschichte wahrscheinlich ist – und daher durch eine Anzahl individueller Lebensformen hindurchgegangen sein könnte, sehe ich nicht, warum jedes der niederen Tiere nicht genauso aufsteigen sollte durch eine Abfolge verbessernder Verkörperungen. Ich gestehe, dass die Theorie nach einer anderen verlangt, sie zu ergänzen; nämlich, dass jene Männer und Frauen, welche nicht einmal annähernd die Bedingungen ihres erhabenen Ranges erfüllen, welche nicht nach der großen menschlich-göttlichen Idee streben wollen, darum kämpfend aufzusteigen, wieder hinuntergeschickt werden auf die Stufe der Entwicklung, etwa von Fisch oder Insekt oder Reptil, jenseits welcher ihre moralische Natur sich geweigert hat fortzuschreiten. Wer hat nicht Menschen gesehen oder gekannt, welche sie scheinbar nicht durchlaufen haben oder tatsächlich in einigen Dingen die Entwicklung der mehr menschlichen der niederen Tiere erreicht haben! Lasst jene achtgeben, welche verächtlich auf die Tiere schauen, dass sie nicht, indem sie eines von ihnen missbrauchen, irgendeinen ihrer Vorfahren missbrauchen, der zurückgeschickt wurde, als die eine Barmherzigkeit für ihn, um weit vergangene Formen und Zustände wiederaufzunehmen – das heißt weit vergangen in physischer, nicht in moralischer Entwicklung – und so eine andere Gelegenheit zu haben, die selbst-errichtete Barriere zu überwinden. Die Annahme mag äußerst lächerlich erscheinen und übergibt sich ohne Zweifel an humorvolle Bemerkungen; doch was, wenn es wahr sein sollte! Was, wenn der amüsierte Leser sich selbst dazu bereit machen sollte, dem zurückgestuften Vorfahren zu folgen! Darauf Gedanken oder Zeit zu verwenden, kümmere ich mich dennoch nicht, am wenigsten von allen Argumenten; worauf zu drängen ich mich kümmere, ist die Frage – Wenn wir an den Fortschritt der Schöpfung als bis hierhin offenbart glauben, auch an die wundervollen Wandlungen der Form, die in jedem Individuum bestimmter Klassen stattfinden, warum sollte irgendeine Schwierigkeit darin liegen, zu hoffen, dass alte Lebensformen in neuen Lebensformen wiederkehren können? Die Seele der Art erscheint wieder in höherer Gestalt der Art; warum kann nicht auch die individuelle Seele in höherer Form wiederauftauchen?
Viele halten es erwiesenermaßen für am sichersten, an einem stumpfen Muster der Dinge festzuhalten: kann es sein, weil sie, wie David in Brownings Gedicht Saul, fürchten, sie könnten sonst den Geber schlechter stellen, indem sie bessere Gaben als die seinen erfinden? [Anmerkung der Übersetzerin: Der Dichter Robert Browning schrieb ein Gedicht mit dem Titel „Saul“, in dem aus der Perspektive Davids erzählt wird, wie David dem Saul seine Lieder auf der Harfe spielt, als dieser wieder in einer seiner düsteren Stimmungen ist. David entdeckt seine Liebe zu Saul und will ihm gerne helfen, ihn erlösen, fürchtet jedoch den Gedanken, er könne Saul mehr lieben und ihm besser helfen mit seiner Gabe als Gott es letztendlich kann.] Dass wir nicht wissen, ist der beste Grund, um im vollen Ausmaß zu hoffen, das Gott uns möglich gemacht hat. Wenn wir uns dann irren, wird es in die Richtung des Rechten sein und mit solcher Abweichung, die einfacher zu korrigieren sein wird als das, was daraus kommen muss, wenn wir ablehnen zu imaginieren und wir durch die stumpfeste traditionelle Voreingenommenheit unsere Herzen und Sinne beherrschen lassen, mit keinem Anspruch außer der Armut ihrer Erwartung von den väterlichen Reichtümern. Jene, die wenig hoffen, können nicht viel wachsen. Für sie muss gerade die Herrlichkeit Gottes eine kleine Sache sein, denn ihre Hoffnung davon ist so klein, dass sie nicht wert ist, darüber zu jubeln. Dass er ein treuer Schöpfer ist, bedeutet ihnen nichts für den weit größeren Anteil der Geschöpfe, die er gemacht hat! Wahrlich ihre Annahme der Treue ist armselig genug; wie also kann ihr Glaube stark sein! Gerade in der Natur der göttlichen Dinge muss das allgemeine falsch sein. Die dumme, selbst-zufriedene Seele, welche ihre eigene Dummheit nicht erkennen kann und sich selbst weder bekümmern wird zu verstehen noch zu imaginieren, ist das am weitesten zurückgebliebene von allen rückständigen Kindern in Gottes Kinderstube.
Wie ich also sage, ich weiß keinen Grund plausibler Schwierigkeit in Bezug auf die fortgesetzte Existenz der niederen Tiere, außer der gegenwärtigen Natur einiger von ihnen. Doch welcher Christ wird wagen zu sagen, dass Gott sich nicht um sie kümmert? – und er kennt sie wie wir sie nicht kennen können. Groß oder klein, sie sind sein. Groß sind alle seine Ergebnisse; klein sind alle seine Anfänge. Dass wir viele seiner Geschöpfe aus dieser Stufe ihres Lebens schicken müssen wegen ihrer Schädlichkeit in unserer Lebensstufe, ist für mich kein Hindernis. Gerade die Tatsache, dass dies immer getan werden musste, die lang hingezogene Schlacht der Art mit solchen und der fortgesetzt wiederholte, obwohl nicht beständige Sieg des Menschen, hat einen wesentlichen und unschätzbaren Anteil an der Entwicklung der Menschheit, welche das Hervorbringen des Menschen ist, der fähig ist, Gott zu erkennen; und wenn ihr Teil zu diesem Zweck nicht länger nötig ist, mögen veränderte Bedingungen zügig so wirken, dass der Wolf bei dem Lamme lagert und der Leopard sich niederlegt mit dem Kitz. Die Schwierigkeit mag nichts sein im Hinblick auf die Kräfte der Zukunft, mit welcher diese liebevolle Spekulation sich befasst.
Ich wollte nun meinen Begleiter ein wenig näher zu dem hinführen, was der Apostel im neunzehnten Vers sagt; um, wenn wir können, der Idee näher zu kommen, die in seinem Herzen brannte, als er schrieb, was wir das achte Kapitel seines Briefes an die Römer nennen. Oh, wie weit voraus er in seiner Hoffnung für die Schöpfung der fußlahmen und zögerlichen Truppe von Christen scheint, die gegenwärtig die Welt durchstreifen! Er kannte Christus und konnte daher in den Willen des Vaters schauen.
Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden.
Am Kopf eines seiner Gedichte hat Henry Vaughan diese Lateinische Übersetzung des Verses: ich weiß nicht, ob er sie fand oder erstellte, doch sie ist seinem Sinn näher als unsere: –
„Etenim res creatae exerto capite observantes expectant revelationem filiorum Dei.“ – „Denn die erschaffenen Dinge, Ausschau haltend mit gerecktem Kopf, erwarten die Offenbarung der Söhne Gottes.“
Warum?
Weil Gott die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen hat, in der Hoffnung, dass die Schöpfung selbst befreit werden sollte von der Knechtschaft des Verfalls in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes. Nach dieser doppelten Befreiung – von Verfall und dem fortgesetzten Unterworfen-Sein unter die Vergänglichkeit, schaut die Schöpfung eifrig aus.
Der Knechtschaft des Verfalls begegnet und wirkt Gott entgegen durch das Unterworfen-Sein unter die Vergänglichkeit. Verfall ist das Abbrechen der wesentlichen Idee; das Abfallen von dem ursprünglichen Innewohnen des Leben-verursachenden Gedankens. Dem wird begegnet durch das Leiden, welches es selbst verursacht. Dieses Leiden dient der Erlösung, der Befreiung. Es ist das Leben im verfallenden Ding, das das Leiden möglich macht; es ist der lebendige Anteil, nicht der verfallende Anteil, der leidet; es ist das erlösungsfähige, nicht das verdammte Ding, das der Vergänglichkeit unterworfen ist. Die Art, in welcher das Böse – das heißt Verfall, am Wirken ist, benötigt, als das eine Mittel zu ihrer Rettung, Unterworfen-Sein unter die Vergänglichkeit; es ist die eine Hoffnung gegen die Vorherrschaft des Verfalls; und die ganze umschließende, beherbergende und helfende Schöpfung muss, um des Menschen willen, ihrem Haupt, und ferner auch um ihretwillen, teilhaben an diesem Unterworfen-Sein unter die Vergänglichkeit mit der Hoffnung auf Befreiung.
Verfall bringt Vergänglichkeit hinein, verursacht leere schmerzende Lücken in der Lebendigkeit. Dieses Schmerzen ist, was die meisten Leute als Böses betrachten: es ist die unangenehme Heilung des Bösen. Es nimmt alle Formen des Leidens an – des Leibes, des Sinnes, des Herzens, des Geistes. Es ist insgesamt wohltuend: ohne diese stets eindringende Vergänglichkeit, was für eine Hoffnung wäre da für die Reichen und Mächtigen, gewöhnt an und festgelegt auf ihren eigenen Weg? Welche Hoffnung für den Selbst-zufriedenen, den Selbst-gefälligen, den Gierigen, den Geizigen? Je mehr Dinge die Menschen suchen, desto vielfältiger sind die Dinge, die sie sich einbilden zu benötigen, desto mehr sind sie der Vergänglichkeit unterworfen – alle Formen dessen können zusammengefasst werden in dem Wort Enttäuschung. Er, welcher nicht hausen will mit der Enttäuschung, muss das Unverwesliche suchen, das Wahre. Er muss die Knechtschaft des Habens und Zeigens brechen; der Gerüchte und Lobhudeleien und Vortäuschungen und selbstsüchtigen Vergnügungen. Er muss aus dem Falschen herauskommen in das Wirkliche; aus der Finsternis in das Licht; aus der Knechtschaft des Verfalls in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes. Um die Menschen dazu zu bringen, mit dem Verfall zu brechen, klafft der Abgrund der Nichtigkeit vor ihnen. Bestürzt in der Seele rufen sie: „Nichtigkeit aller Nichtigkeiten! Alles ist Vergänglichkeit!“ und jenseits der Kluft beginnen sie, die ewige Welt der Wahrheit zu erspähen.
Beachte nun „die Hoffnung, dass die Schöpfung selbst auch“, wie etwas neben und anderes als Gottes Männer und Frauen, „erlöst werden soll von der Knechtschaft des Verfalls in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“ Die Schöpfung also soll teilhaben an der Befreiung und Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Befreiung von Verfall, Freiheit von Knechtschaft, muss das Entkommen vom eigentlichen Heim und Ziel des Verfalls einschließen, nämlich dem Tod, – und dies in allen Arten und Abstufungen. Wenn du also sagst, dass es für die Kinder Gottes keinen Tod mehr gibt, erinnere dich daran, dass die Befreiung des Geschöpfs die von der Knechtschaft des Verfalls in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes ist. Die Toten, in Knechtschaft des Verfalls, wie können sie teilhaben an der Freiheit der Kinder des Lebens? Wo ist ihre Befreiung?
Wenn solches also die Worte des Apostels sind, behauptet er oder behauptet er nicht, frage ich, die Idee der Unsterblichkeit der Tiere? Wenn du sagst, alles, was er meint, ist, dass die Geschöpfe, die beim Kommen des Herrn lebendig sind, freigesetzt werden von der Tyrannei des verdorbenen Menschen, verweise ich dich auf das, was ich bereits gesagt habe von der Armut solch einer Auslegung, das Versagen von Gerechtigkeit und Liebe gegen jene zu akzeptieren, welche verstorben sind, sterben und noch, vor diesem Kommen, geboren werden, um für immer zu sterben. Für den Menschen, dessen Herz schmerzlich danach verlangt, einen treuen Schöpfer anzubeten, welcher Trost liegt in solcher Guten Nachricht! Er muss vergehen wegen des Fehlens eines wahren Gottes! Oh, dürftige Folgerung aus großartiger Prophetie! Ist Gott ein Spötter, welcher nicht verspottet werden will? Gibt es eine Vergangenheit für Gott, mit welcher er fertig ist? Ist Zeit zu viel für ihn? Ist er Gott genug, um sich um jene zu kümmern, die zufällig in einer gegenwärtigen Zeit leben, doch nicht Gott genug, um sich um jene zu kümmern, die zufällig zu einer anderen gegenwärtigen Zeit gelebt haben? Oder kümmerte er sich um sie, doch konnte ihnen nicht helfen? Sollten wir nicht lieber glauben, dass die Gefäße geringerer Ehre, die missbrauchten, die misshandelten, zuletzt zur Fülle gefüllt werden mit dem schöpferischen Wein? Sollen die Kinder nicht kleine Hunde haben unter dem Tisch des Vaters, welchen sie reichlich Krumen fallen lassen? Wenn es solche Versorgung für die Spatzen zur Zeit des Aufenthaltes unseres Herrn gab und er noch bessere mit sich bringen wird, wenn er wiederkommt, wie sollten die toten Spatzen und ihre Sorgen übergangen werden von ihm, bei welchem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten? Oder wäre die Befreiung der Geschöpfe in die ersehnte Freiheit viel wert gewesen sie zu erwähnen, wenn innerhalb von ein paar Jahren ihr Anteil an der Herrlichkeit der Söhne Gottes vergehen würde im Tod? Doch die Gaben Gottes sind ohne Reue.
Wie sehnt sich Paulus nach Freiheit und liebt sie! Nur der ist wahrhaftiger Liebhaber der Freiheit, welcher sterben wird, um sie seinem Nächsten zu geben! Paulus liebte die Freiheit mehr als seine eigene Freiheit. Doch dann seht, wie verschieden seine Annahme der Freiheit auf dem Weg zu den Kindern Gottes ist von den stumpfen, modernen Vorstellungen des Himmels, die in den verbreiteten Gesangbüchern noch aufgesetzt werden! Der neue Himmel und die neue Erde werden schließlich ein Himmel und eine Erde sein! Was würde die neueste Erde für die alten Kinder sein ohne ihre Tiere? Nackter als die Himmel, entleert von den Sternenkonstellationen, die nach ihren Namen benannt sind. Also, wenn die Erde ihre Tiere haben muss, warum nicht die alten, die bereits liebenswert sind? Die Söhne Gottes sind keine neue Art der Söhne Gottes, sondern die alte verherrlichte Art: – warum eine neue Art von Tieren und nicht die alte verherrlicht?
Der Apostel sagt, dass sie teilhaben sollen an der Freiheit der Söhne Gottes: wird es also nicht eine Freiheit wie die unsere sein, eine Freiheit, die immer bereit ist, auf dem Altar der Liebe dargebracht zu werden? Was für ein süßer Gottesdienst der Tiere wird das nicht sein, solcherart dargebracht! Wie süß auch ihnen im Gegenzug in ihren Bedürfnissen zu dienen! Denn zu uns werden sie zweifellos fliehen um Hilfe in jeder Schwierigkeit, wie sie jetzt von uns fliehen im Schrecken vor unserer Tyrannei. Was gibt es für ein lieblicheres Kennzeichen in der Neuheit der Neuen Erde als die alten Tiere verherrlicht mit uns, in ihrem Heim mit uns – unser gemeinsames Heim, das Haus unseres Vaters – jede Art eine unfehlbare Wonne für die andere! Ah, was für Pferde! Ah, was für Hunde! Ah, was für wilde Tiere und was für Vögel in der Luft! Die ganze erlöste Schöpfung wird den Himmel des Paulus ausmachen. Er hatte gelernt von ihm, welcher niemanden auslassen wollte; welcher seinen Mördern vergab, da sie nicht wussten, was sie taten.
Sollte die Prophetie über die seufzende Schöpfung nicht ihre Erfüllung haben im neuen Himmel und der neuen Erde, worin Gerechtigkeit wohnt? Schließt dies nicht ihre Existenz über das hinaus ein, was wir diese Welt nennen? Warum sollte es dann nicht Unsterblichkeit miteinschließen? Würde es nicht mehr dem ewigen König entsprechen, dem unterblichen, dem unsichtbaren, kein Leben zu kennen außer dem unsterblichen? Nichts zu erschaffen, das sterben könnte; nichts zu vernichten außer dem Bösen? „Denn er ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn alle leben zu ihm hin.“
Doch was ist diese Freiheit der Kinder Gottes, auf welche die ganze Schöpfung wartet? Die Kinder selbst warten darauf: wenn sie sie haben, dann wird ihr Haus und Gesinde, die Schöpfung, deren Schicksal an dem der Kinder hängt, sie mit ihnen teilen: was ist diese Freiheit?
Alle Freiheit natürlich muss in der Verwirklichung der idealen Harmonie zwischen dem schöpferischen Willen und dem erschaffenen Leben bestehen; in der Entsprechung des aktiven Seins des Geschöpfes zur Idee des Schöpfers, welche seine zugrundeliegende Seele ist. In anderen Worten ist die Freiheit des Geschöpfes, was sein Gehorsam gegen das Gesetz seiner Existenz, den Willen seines Schöpfers, für es bewirkt. In dem Augenblick, in dem eine Seele sich entgegen dem Willen ihres Urgrundes bewegt, ist das Universum ihr Gefängnis; sie wirft sich gegen seine Mauern und die süßesten seiner aufrichtenden und erhaltenden Kräfte werden sofort zu Fesseln und Ketten. Doch Paulus denkt in diesem Augenblick weder an die metaphysische Annahme von Freiheit noch an ihre religiöse Verwirklichung; er hat in seinem Gedanken die Geburt des Bewusstseins der Seele von Freiheit.
„Und nicht nur dass“ – die Schöpfung seufzt und in Wehen liegt – „sondern auch wir, welche die Erstlingsfrucht des Geistes haben, selbst wir seufzen in uns selbst in Erwartung… der Erlösung unseres Leibes.“ – Wir sind nicht frei, impliziert er, bis unser Leib erlöst ist; dann wird die Schöpfung frei sein mit uns. Er betrachtet die Schöpfung als Teil unserer Verkörperung. Die ganze Schöpfung erwartet die Offenbarung der Söhne Gottes – das heißt, die Erlösung ihres Leibes, dessen Idee sich ausweitet auf ihre ganze materielle Umhüllung, mit all dem Leben, das dazu gehört. Dafür wie auch für sie müssen die Bande der Vergänglichkeit abfallen; es muss in dieselbe Freiheit eintreten mit ihnen und das sein, wofür es geschaffen wurde – ein lebendiger Tempel, vervollkommnet durch das ungebrochene Innewohnen seiner Göttlichkeit.
Die Freiheit, die hier intendiert ist, es mag unnötig sein, das zu sagen, ist nicht diese grundlegende Freiheit – Befreiung von Sünde, sondern die Vervollständigung der Erlösung des Geistes durch die Erlösung des Leibes, die Vervollkommnung des Größeren durch seine notwendige Ergänzung mit dem Geringeren. Das Böse ist stetig am Wirken gewesen, unser Haus des Leibes in ein Gefängnis wendend; ihn mehr und mehr brüchig und schwerfällig und fühllos machend; auf ihn werfend Binden und Leichenkleid und ihn mit Qualen und Schmerzen füllend. Die freieste Seele, der reinste Liebende, der Mensch, der am wenigsten fähig zur Gemeinheit ist, würde sich doch nicht, trotz all seiner mächtigen Freiheit, vollständig als Gesamtheit fühlen, während er noch an einen sterbenden Leib gebunden ist – nicht weniger gehindert, sondern umso mehr, als dass dieser sterbende Leib der seine wäre. Die Erlösung des Leibes daher, das Erschaffen als ein ursprüngliches, vervollkommnetes, regbares Lebens-Haus für den Menschen, ist der Vorstellung des Apostels von eines Menschen Befreiung wesentlich. Der neue Mensch muss einen neuen Leib haben mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Paulus denkt von sich selbst niemals als entlassen vom Leibe; er verlangt nach einem vollkommenen und von edlerer Art; er wollte ein himmel-geschaffenes Haus bewohnen und das erd-erschaffene aufgeben, passend nur für diese niedere Ebene des Lebens, infiziert und unsicher von Anfang an und nun recht verfallen im Dienste des Meisters, welcher ihm so leicht einen besseren geben könnte. Er will einen geistlichen Leib – einen Leib, der nicht behindert, sondern den Bedürfnissen und Bestrebungen des Geistes entspricht. Er hatte in seinem Sinn, vermute ich, solch einen Leib, mit dem der Herr starb, verwandelt durch das Hindurchdringen des schöpferischen, innewohnenden Willens zu einem himmlischen Leib, dem Leib, mit welchem er auferstand. Ein Leib wie der des Herrn ist, stelle ich mir vor, notwendig, um uns in wahrhaftigen und vollkommenen Kontakt mit der Schöpfung zu bringen, von welcher es vielfältige Ebenen geben muss, worüber wir uns jetzt noch nicht bewusst sein können.
Die Weise, in welcher beiderlei Leute, gute und gleichgültige, den Vorwurf auf ihre Leiber legen und eher auf den Tod als auf Gott-geleitete Anstrengungen schauen, um sie freizusetzen, erscheint mir gering und feige: es ist der Meister, der vor dem Sklaven flieht, ihn zugleich verachtend und fürchtend. Wir müssen die Oberhand über unsere Leiber behalten, doch wir dürfen den Leib nicht verachten; er ist ein göttliches Ding. Leib und Seele sind nach dem Bilde Gottes; und der Herr des Lebens wurde zuletzt gesehen im verherrlichten Leib seines Todes. Ich glaube, dass er immer noch diesen Leib trägt. Doch es wird uns besser gehen ohne diese Leiber, die leiden und altern – welche tatsächlich, wie manche denken, bloß die äußeren Hüllen sein mögen, die Hülsen unserer wirklichen Leiber. Endlos hilfreich wie sie für uns gewesen sind und dies in einem unschätzbaren Maße, gerade durch ihr Unterworfensein unter die Vergänglichkeit, sind wir gewiss noch nicht insgesamt und einzig in hilfreicher Gesellschaft, so lange wie die Behausungen, in welchen wir leben, so viele Flecken und Runzeln an sich haben, welche freundlicher Tod, es mag sein, allein abwaschen kann – so viele wettergegerbte und selbst-erzeugte Verwundungen, welche des Erbauers Hand allein, niederreißend und erneut aufbauend mit neuem und edlerem Material, beseitigen kann.
Wenn die Söhne also frei sind, wenn ihre Leiber erlöst sind, werden sie mit sich die niedere Schöpfung erheben in ihre Freiheit. Paulus scheint zu glauben, dass Vervollkommnung in ihrer Weise auch die geringeren Einwohner unserer Welt erwartet, ihre Ankunft unmittelbar folgend der Offenbarwerdung der Söhne Gottes: um unseretwillen und ihretwillen sind sie der Vergänglichkeit unterworfen worden; um unseretwillen und ihretwillen sollen sie wiederhergestellt und verherrlicht werden, das heißt erhöht werden mit uns.
Ist die Frage von keinerlei Interesse für dich? Sie wäre es sehr, hättest du jetzt, was du eines Tages haben musst – ein Herz, groß genug, jedes Leben zu lieben, das Gott für passend hielt zu erschaffen. Hätte sich der Herr nicht mehr gekümmert um das Eigentum seines Vater, was geringer war als er selbst, als du dich kümmerst um das Eigentum deines Vaters, was geringer ist als du, würdest du jetzt nicht ausschauen nach irgendeiner Art von Erlösung.
Ich habe in meinen Zitaten das Wort Adoption in beiden englischen Versionen ausgelassen: es ist keine Übersetzung des griechischen Wortes, für welches es steht. Es wird von Paulus zur selben Sache verwendet wie die Wendung „die Erlösung des Leibes“ meinend – eine Tatsache, um die Auslegung, die ihm gegeben wird, sofort infrage zu stellen. Eine falschere Übersetzung, wenn wir auf die Wichtigkeit der bedeuteten Sache schauen und ihren völligen Verlust in dem verwendeten Wort, sie darzustellen, den Ersatz für die Idee des Apostels nicht zu erwähnen, eine Idee, die nicht nur unwahrhaftig, sondern tatkräftig boshaft ist, wurde nie unternommen. Die Sache, die Paulus mit dem Wort, das er verwendet, meint, hat einfach nichts zu tun mit Adoption – nichts dergleichen. Am Anfang des vierten Kapitels seines Briefes an die Galater macht er vollständig deutlich, was er damit beabsichtigt. Sein ungewöhnliches Wort bedeutet des Vaters Anerkennung des Verhältnisses des Kindes zu ihm, wenn es erwachsen wird, indem er ihm seinen passenden Platz der Würde im Haushalt verleiht; und hier ist die Befreiung des Leibes der Akt dieser Anerkennung durch den großen Vater, die Freiheit des Menschen zu vervollständigen und zu krönen und zu verkünden, die Vervollkommnung des verbleibenden Überrestes seiner Befreiung. Paulus Wort, wiederhole ich, hat nichts zu schaffen mit Adoption; es bedeutet die Offenbarung des erwachsen-gewordenen Sohnes Gottes; das Erzeigen von jenen als Söhne, welche immer seine Kinder gewesen sind; das Herausbringen von ihnen vor dem Universum in solch angemessenem Aufzug und mit solch passendem Auftreten, dass auf sie zu schauen bedeutet, zu sehen, was sie sind, die Söhne des Hauses – solche, auf welche ihr älterer Bruder die Worte verwendet: „Ich sagte, ihr seid Götter.“
Wenn also die Söhne seufzen in sich selbst, danach ausschauend aufgerichtet zu werden, und die anderen Bewohner derselben Welt mit ihnen seufzen und rufen, sollten sie nicht auch aufgerichtet werden? Haben sie nicht auch einen treuen Schöpfer? Der muss tatsächlich ein selbstsüchtiger Mensch sein, welcher nicht danach verlangt, dass es so sein sollte.
Es scheint also, dass, in der Erwartung des Apostels, der neue Himmel und die neue Erde, in welcher die Söhne Gottes wohnen, auch durch Tiere bewohnt werden soll – untergeordnet, doch auferstanden – und ich denke, noch aufsteigend in fortgesetzter Entwicklung.
Hier lasst mich einen Augenblick darauf zurückkommen und ein wenig mehr und eindringlich eine Sache sagen, die ich bereits gesagt habe: –
Wenn der Apostel von der ganzen Schöpfung spricht, ist es möglich, dass er die Tiere aus seinen Gedanken ausgelassen haben sollte, um die Bäume und Blumen zu betrachten, dass sie ihren Teil am Stöhnen und Mühen der schmerzend beladenen Welt tragen? Oder könnte er, Tiere und Bäume und Blumen vergessen habend, mit der Schöpfung, die stöhnt und sich müht, nur die Erdmasse gemeint haben, ihre Berge und Täler, Ebenen und Meere und Flüsse, ihre Anhäufung von Festem und Weichem, von Hitze und Kälte, von Feuchte und Trockenheit? Wenn, dann wird der Anteil, von dem am wenigsten angenommen werden kann, zu fühlen und zu erkennen, durch den Apostel der Liebe als unermesslich viel wichtiger betrachtet als der Anteil, der liebt und seufzt und ruft. Das ist nicht alles; denn daraufhin schreibt er die Leidensfähigkeit des ausgeschlossenen, weit empfindungsfähigeren Anteils zuletzt dem insgesamt untergeordneten und weniger empfindungsfähigen zu und baut auf den Grund dieser Annahme die Vision seiner Erlösung! Wenn es so sein könnte, wie also sollte des Apostels scheinbare Rhapsodie der Hoffnung für uns etwas anderes sein als eine bloße Aufplusterung der falschesten Rhetorik, ein Plädoyer für nichts, so degradierend für die Kunst wie ohne Bezug zur Natur?
Sehr gerne würde ich deutlich wissen wollen, welche Tiere der Apostel auf seinen Reisen sah oder um sein Heim herum, wenn er eines hatte – ihre Lebensbedingungen und ihre Beziehungen zu den ihnen Übergeordneten. Jedenfalls waren sie oft leidende Geschöpfe; und Paulus war ein Mensch, der stündlich wuchs in Ähnlichkeit zu seinem und ihrem Schöpfer hin, daher überfließend im Mitgefühl. Vielleicht ging ihm als er schrieb ein Pulsschlag des Mitleids durch den Sinn für die Tiere, die er in Ephesus töten musste.
Wenn der Herr sehr wenig über Tiere sagte, hätte er mehr für sie tun können, als den Menschen zu sagen, dass sein Vater sich um sie kümmerte? Er hat damit in den Herzen der Menschen eine Saat aufgeweckt und weckt sie auf, die sein Vater pflanzte. Sie wächst nur langsam, doch hat bereits eine kleine kostbare Frucht getragen. Sein liebender Freund Franziskus hat ihm geholfen und viele andere haben es versucht und versuchen jetzt, ihm zu helfen: wer immer die Saat von dieser Saat, die der Vater pflanzte, aussät, hilft dem Sohn. Unser Betragen gegen die Tiere, unser Wort in Bezug auf sie, sind Saat, entweder gut oder schlecht, in den Herzen unserer Kinder. Niemand kann sagen, wozu die Tiere heranwachsen könnten, selbst hier auf der alten Erde unter dem alten Himmel, wenn mit ihnen umgegangen würde entsprechend ihrer wahren Position in Bezug auf uns. Sie sind, in einem sehr wirklichen und göttlichen Sinne, unsere Verwandtschaft. Wenn ich sie unsere arme Verwandtschaft nenne, dann um anzudeuten, dass arme Verwandtschaft oft misshandelt wird. Verwandte, arm oder reich, mögen sich so übel betragen, so selbst-bezogen sein, solch unangenehme Personen, dass wir sie nicht so behandeln können, wie wir es gerne wollten; doch unser Bestreben sollte sein, jede wahre Beziehung zu entwickeln. Er, welcher voreingenommen ist gegen einen Verwandten, weil er arm ist, ist selbst ein schlecht-erzogener Verwandter und schlecht-erzogen zu sein ist ein ausschließender Fehler bei den Gerichtshöfen der hohen Lande. Dort ist Armut willkommen, Anstandslosigkeit unzulässig.
Jene, welche gewisse Tiere selbstsüchtig lieben, sie verhätscheln, wie so viele Mütter es mit ihren Kindern tun, mit den schlimmsten Ergebnissen, damit sie von ihnen zurück geliebt werden mögen, verraten sie an ihre Feinde. Sie sind keine Liebhaber von Tieren, sondern nur von Lieblingen und tun ihren Teil, um den Rest der Welt Tiere verabscheuen zu lassen. Ihnen gehören die Hunde, die ungastlich knurren und bellen und zuschnappen, die Gleichgültigen zur Verachtung bewegend und die Unfreundlichen in ihrer Ablehnung bestätigend. Jedes Hunde-Parlament, das für die Interessen seiner Art zusammentrifft, würde solche Hunde dazu verurteilen, heimlich gebissen zu werden und ihre Frauchen dazu, gemieden zu werden. Und gewiss, wenn Tiere dazu bestimmt sind zu leben und zu wachsen, ist sie der Feind eines jeden einzelnen Tieres, welches seine moralische und intellektuelle Entwicklung durch unkluges Schwelgen stutzt. Von welcher Natur der Himmel der Tiere auch sei, dieses Tier ist nicht auf dem rechten Wege, in ihn einzutreten. Die Ausbildung des Geringeren liegt an dem Tor des Höheren und in wahrhaftiger Ausbildung liegt wahrhaftigste Freundlichkeit.
Doch was soll ich sagen von solchen, die für jedweden Zweck Tiere der Quälerei unterwerfen? Ich traue mir kaum eine Äußerung meines Urteils über ihr Ergehen in dieser Hinsicht zu.
„Wir sind Forscher; wir tun es nicht um unser selbst willen, sondern um anderer willen, für unsere Mitmenschen.“
Je höher dein Motiv dafür ist, desto größer ist der Tadel deiner Ungerechtigkeit. Müssen wir dich zu solcher Liebe für deine Nächsten beglückwünschen, die dich dazu inspiriert, denen Unrecht zu tun, die schwächer sind als sie, jene, die ohne Helfer gegen dich sind? Sollen wir den Menschen für würdig erachten, welcher, um seines Freundes willen, einen anderen Menschen ausraubte, der zu schwach ist, um sich selbst zu beschützen, und zu arm, um seinen Angreifer zu strafen? Um deiner Kinder willen, würdest du einem Bettler auflauern? Kein wirklich Gutes kann in der Erde der Ungerechtigkeit wachsen.
Ich kann mir dennoch nicht helfen zu vermuten, dass das Verlangen zu wissen einen größeren Anteil an der Ungeheuerlichkeit hat als das Verlangen zu helfen. Weh für die Wissenschaft, die das Gesetz der Gerechtigkeit opfern wird, nur um ein Gesetz der Folgerichtigkeit zu beachten! Der Baum der Erkenntnis wird sich dem Menschen niemals als Baum des Lebens erweisen. Es gibt kein Gesetz, das besagt, Du sollst wissen; tausend Gesetze rufen aus, Du sollst recht tun. Diese Menschen sind sich selbst ein Gesetz – und was für ein Gesetz! Es ist die alte Geschichte: die Gier nach Wissen treibt die Gerechtigkeit aus und die Barmherzigkeit und den Glauben. Was auch immer geglaubt wird, solcherart als Vorteil für höhere Geschöpfe bewirkt werden zu können oder nicht, die Ungerechtigkeit gegen die geringeren wird keineswegs verringert. Gerechtigkeit sieht nicht auf die Person, sondern es sind gewiss die Schwächeren, die in größerer Not nach Gerechtigkeit stehen!
Mühsal ist ein Gesetz des Universums und es ist kein Böses. Tod ist zumindest ein Gesetz in dieser Welt und er ist kein Böses. Folterung ist das Gesetz keiner Welt, sondern die Hölle menschlicher Erfindung. Mühsal und Tod sind zum besten Guten für jene, die sich mühen und sterben; sie sind Gesetze des Lebens. Folterung wird zweifellos überwunden zum Guten für die Gequälten, doch sie wird eines Tages eine eigentliche Hölle in den Herzen der Quäler entzünden.
Folter kann nur durch den Übergeordneten angewendet werden. Die göttliche Idee eines Übergeordneten ist einer, welcher Pflichten einfordert und schützt, hilft, befreit: unser Verhältnis zu den Tieren ist die ihrer Übergeordneten in der Familie, welche Arbeiten einfordern, das mag sein, doch gerecht, hilfreich und beschützend sind. Können sie irgendetwas vom Vater wissen, welcher seine ihm Untergeordneten weder liebt noch sie regiert, sondern sie benutzt wie ein Kind seine fühllosen Spielsachen, sie in Stücke zerreißend, um zu wissen, was in ihnen ist? Solche Menschen, sogenannte der Wissenschaft – lasst sie diese Würde zur Fülle ihres Wertes haben – gieren danach zu wissen, als läge eines Menschen Leben im Wissen, als wäre es eine abscheuliche Sache, unwissend zu sein – so abscheulich, dass sie, um seines geheimen Hortes der Fakten willen, recht tun, indem sie mit Folterung in das Haus des Unschuldigen eindringen! Gewiss werden sie solcherart nicht den Weg des Verständnisses finden! Gewiss gibt es einen wahnhaften Durst nach Erkenntnis wie es einen wahnhaften Durst nach Wein oder Blut gibt! Er, welcher Wissen am ernsthaftesten liebt, wird am geduldigsten darauf warten, bis es rechtmäßig zu erlangen ist.
Muss ich die Ungerechtigkeit argumentieren? Kann ein empfindungsfähiges Geschöpf ohne Rechte hervorkommen, ohne Anspruch auf Wohlergehen oder auf Berücksichtigung durch die anderen Geschöpfe, welches sie, gleichermaßen ohne ihr eigenes Dazutun, gegenwärtig finden im All? Wenn einer antwortet: „Soviel ich weiß, kann es so sein“, – Wo sind dann deine eigenen Rechte?, frage ich. Wenn ein anderer keine hat, müssen deine in deiner überlegenen Kraft liegen; und wird nicht eines Tages jemand kommen, der stärker ist als du? Könntest du nicht eines Tages an Nabots Stelle sein, mit einem Ahab, der aufsteht, um in deinen Weinberg zu gehen und ihn zu besitzen? Der reiche Mann könnte kommen und auf dein kleines Milchlamm lauern und was wirst du zu sagen haben? Er mag der Stärkere sein und du der Schwächere! Dass die Rechte der Tiere viel weniger sind als unsere, macht sie gewiss deshalb nicht weniger zu Rechten! Sie haben wenig und wir viel; sollten sie deshalb weniger haben und wir mehr? Müssten wir nicht eher viel ehrenhafter besorgt darum sein, dass sie ihr Weniges bis zur Fülle haben? Jeder Gewinn der Ungerechtigkeit ist ein Verlust für die Welt; denn das Leben besteht weder in der Länge der Tage noch in Bequemlichkeit des Leibes. Gier nach Leben und falsches Handeln, um es zu sichern, wird niemals etwas bewirken außer grässlichsten Verlust. Was das Wissen angeht, lass Gerechtigkeit deine Suche leiten und du wirst umso eher wissen. Tu den Willen Gottes und du wirst Gott erkennen und er wird deine Augen auftun, um in das eigentliche Herz der Erkenntnis zu schauen. Erzwinge deinen gewaltsamen Weg und gewinne Wissen, um die Wahrheit zu verfehlen. Du magst das Herz Gottes verwunden, doch du kannst es nicht auseinanderreißen, um Die Wahrheit zu finden, die dort auf dem Thron sitzt.
Was für ein Mensch würde der sein, welcher das Angebot annimmt, geheilt zu sein und am Leben erhalten zu werden durch Mittel, welche die Qual von gewissen Tieren benötigten? Würde er sich selbst als Gentleman fühlen – über die Erde wandelnd mit der Gesinnung, dass sein Leben und sein bewusstes Wohlergehen bewirkt und aufrechterhalten wäre durch die Agonie anderer Leben?
„Ich hoffe, Sir, um Ihre Gesundheit steht es besser als zuvor?“
„Vielen Dank, ich bin wunderbar wiederhergestellt – bin in Wahrheit eingetreten in eine neue Ebene des Lebens. Mein Organismus ist genährt worden von der Qual einiger Hunde und den Schmerzen einer Menge Kaninchen und Meerschweinchen und ich erfreue mich einer wundervollen Veränderung zum Besseren. Sie gaben mir ihr Leben und ich gab ihnen dafür schlimmere Schmerzen als die meinen. Der Tauschhandel hat sich für mich als ziemlich befriedigend erwiesen! Gewiss, ihre Leben gehörten ihnen, nicht mir; doch auch ihre Leiden gehörten ihnen und nicht mir! Sie konnten sich selbst nicht verteidigen; sie hatten kein Wort zu sagen, so vernünftig war der Austausch. Arme Narren! Sie waren weder so klug noch so stark noch solche Liebhaber der Bequemlichkeit wie ich! Dass sie nicht auf sich selbst aufpassen konnten, war ihre Warte, nicht meine! Jedes Tier schaue nach sich selbst!“
Es gab einen gewissen patriotischen Priester, welcher dachte, dass es besser sei, einen gerechten Mann zu Tode zu bringen, als dass eine gesamte Nation vergehen sollte. Kostbare Errettung, die durch Ungerechtigkeit gewirkt werden mag! Doch also lehrte der gerechte Mann, dass der reiche Mann und der Bettler eines Tages die Plätze tauschen müssen.
„Das Leben eines Hundes gegen das Leben eines menschlichen Wesens zu setzen!“
Nein, doch die Qual eines Hundes gegen das verlängerte Leben eines Wesens, das dazu in der Lage ist, ihn zu quälen. Teurer Gewinn ist die Verlängerung eines solchen Lebens für den Menschen und seine Freunde und sein Land!
Dass die Tiere nicht so viel leiden, wie wir es unter gleichen Bedingungen würden, hoffe ich, dass es wahr ist und denke, dass es wahr ist. Doch sind Zahnschmerzen nichts, weil es noch schlimmere Schmerzen für Kopf und Gesicht gibt?
Auf nicht wenige, welche sich selbst als Wohltäter der Menschheit betrachten, wird eines Tages mit einem Missfallen geschaut werden, von welchem kein Argument sie jetzt überzeugen kann, dass sie es verdienen. Doch es kommt ein anderer Tag, wenn sie selbst recht bekümmert die Verachtung über ihre eigenen Taten ausgießen werden; denn sie sind keine Steine, sondern Menschen, und müssen Buße tun. Lasst sie im Interesse der Menschheit ihre eigenen Eingeweide dem Messer preisgeben, ihre eigenen Sehnen freilegen, ihr eigenes Herz, um es schlagen zu sehen, und ich werde anbeten zu ihren Füßen. Doch soll ich ihre Entdeckungen bewundern auf Kosten eines Fremden – nein, keines Fremden – des armen Bruders in ihren Toren?
Dein Gewissen bedrängt dich nicht? Hab Acht, dass das Licht in dir nicht Finsternis sei. Was auch immer Gericht bedeutet, wird es dir in dieser Stunde anstehen zu sagen: „Mein brennendes Verlangen zu wissen, wie das Leben in ihm wirkte, trieb mich durch die Tore und Schranken seines Lebenshauses“? Ich zweifle, ob du hinzufügen wirst, in deinem Herzen mehr als mit deiner Zunge, „Und ich tat recht.“
Jenen, welche eine kommende Welt erwarten, sage ich also, Lasst uns achthaben, wie wir uns selbst gegen die Schöpfung betragen, welche mit uns die kommende Welt einnehmen wird.
Jenen, deren Herzen wund sind um diese Schöpfung, sage ich, Der Herr kümmert sich um die Seinen und wird beide retten, Mensch und Vieh.
Ende.
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