Leben
„Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“ Johannes 10, 11

In einem Wort, er kam, um all unseren Mangel auszufüllen – von der Wurzel ausgehend; denn was ist es, was wir brauchen als nur mehr Leben? Was braucht der Säugling als nur mehr Leben? Was gibt ihm der Busen seiner Mutter als nur Leben im Überfluss? Was braucht der alte Mann, dessen Glieder schwach sind und dessen Pulsschlag niedrig, als nur mehr von dem Leben, welches von ihm zu schwinden scheint? Erschöpft von Kraftlosigkeit ruft er nach dem Tode, doch in Wirklichkeit ist es Leben, was er will. Es ist nur der übergreifende Tod in ihm, der den Tod verlangt. Er sehnt sich nach Ruhe, doch Tod kann nicht ruhen; Tod wäre genauso viel ein Ende der Ruhe wie der Erschöpfung: selbst Schwäche kann nicht ruhen; es braucht sowohl Stärke als auch Erschöpfung, um zu ruhen. Wie verschieden ist die Erschöpfung des starken Mannes nach übermäßig andauernder Arbeit von der Erschöpfung des kranken Mannes, welcher am Morgen ausruft: „Wollte Gott, es wäre schon Abend!“ und am Abend: „Wollte Gott, es wäre schon Morgen!“ Erniedrigtes Leben hält sich selbst für erschöpft vom Leben, doch es ist Tod, nicht Leben, von dem es erschöpft ist. Niemals ging ein Ruf nach dem Gegenteil des Lebens von irgendeiner Seele aus, die wusste, was Leben ist. Warum sucht der arme, erschöpfte, ausgelaugte Selbstmörder den Tod? Ist es nicht in Wahrheit, um dem Tod zu entkommen? – dem Tod der Obdachlosigkeit und des Hungers und der Kälte; dem Tod des Versagens, der Enttäuschung und der Verstörung; dem Tod der Ausschöpfung der Leidenschaft; dem Tod des Wahnsinns – eines Haushaltes, den er nicht beherrschen kann; dem Tod von Verbrechen und der Angst vor Entdeckung? Er sucht die Dunkelheit, weil sie eine Zuflucht scheint vor dem Tod, welcher ihn besitzt. Er ist ein vom Tod besessenes Geschöpf; was er sein Leben nennt, ist nur ein Traum voll von grauenhaften Fantasmen.
„Mehr Leben!“ ist das unbewusste Gebet aller Schöpfung, stöhnend und sich mühend um die Erlösung ihres Herrn, der Sohn, welcher noch kein Sohn ist.[1] Ist nicht der stumme Schrei in den Angesichtern einiger Tiere zu lesen, im Aussehen einiger Blumen und in mancher Erscheinung von dem, was wir NATUR nennen? Alle Dinge sind möglich bei Gott,[2] doch nicht alle Dinge sind einfach. Es ist einfach für ihn zu sein, denn darin hat er es mit seinem eigenen vollkommenen Willen zu tun: es ist nicht einfach für ihn, zu erschaffen – das heißt, nach der großartigen Gestalt, welche allein sein herrliches Herz und Willen zufriedenstellen kann, die Gestalt, in welcher er uns jetzt erschafft. In der eigentlichen Natur des Seins – das heißt Gott – muss es schwer sein – und die göttliche Geschichte zeigt, wie schwer – das zu erschaffen, welches nicht er selbst sein wird und doch wie er selbst. Das Problem ist, dasjenige so weit von sich selbst zu trennen, welches doch immer und ewig und vollständig von ihm abhängig sein muss, dass es die Existenz eines Individuums haben wird und in der Lage ist, sich umzuwenden und ihn wahrzunehmen – ihn zu wählen und zu sagen: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen.“[3] und auf diese Weise in sich selbst das höchste Göttliche zu entwickeln, zu welchem es fähig ist – der Wille zum Guten gegen das Böse – der Wille, eins zu sein mit dem Leben, aus welchem es hervorgekommen ist und in welchem es immer noch ist – der Wille, den Kreis seines Hervorgehens in der Umwendung zu schließen, auf diese Weise die Vollkommenheit der Wiedervereinigung herausarbeitend – in seinem eigenen Leben den Ring der Ewigkeit zu formen – unmittelbar, bewusst und handelnd-willentlich von seiner Quelle zu leben, von seinem eigentlich eigenen Leben – um mit dem Anfang das Ziel zusammenzuführen, das aus diesem Anfang kommt – das Ding zu sein, an das der Schöpfer dachte, als er es wollte, ehe er anfing, sein Dasein zu formen.
Ich stelle mir die Schwierigkeit solcherart vor, diese Sache zu tun, diese Schöpfung auszurichten, diese Trennung von sich selbst, solcherart, dass Wille im Geschöpf möglich ist – ich stelle mir, sage ich, die Schwierigkeit einer solchen Schöpfung so groß vor, dass Gott dafür unfassbar weit zurück in den unendlichen Regionen der Anfänge beginnen muss – ganz zu schweigen vor etwas, das im geringsten dem Menschen ähnlich ist, doch unendliche Meilen jenseits der zuletzt weit entferntesten Entdeckung des Protoplasmas[4]– diese Scheidung von sich selbst in Bewegung zu setzen, welche in ihrem großartigsten Ergebnis Individualität sein sollte, Bewusstsein, Erwählung und bewusste Erwählung – zuletzt reine Erwählung, indem sie die Erwählung des Richtigen ist, des Wahren, des göttlich Harmonischen. Daher ist das letzte Ziel der Trennung nicht Individualität; diese ist nur ein Mittel zum Zweck; das endgültige Ziel ist Einssein – eine Unmöglichkeit ohne Individualität. Denn es kann keine Einheit geben, kein Entzücken der Liebe, keine Harmonie, kein Gutes im Sein, wo nur einer ist. Zumindest zwei sind nötig für das Einssein, und je größer die Anzahl der Individuen, desto größer, desto lieblicher, desto reicher, desto göttlicher ist die mögliche Einheit.
Gott ist Leben und die wollende Quelle des Lebens. Im Ausfluss dieses Lebens erkenne ich ihn; und wenn mir gesagt wird, dass er Liebe ist,[5] sehe ich, dass er, wenn er nicht Liebe wäre, er nicht erschaffen wollte und könnte. Ich weiß nichts Tieferes in ihm als Liebe, noch glaube ich, dass irgendetwas Tieferes in ihm ist als Liebe – nein, dass da irgendetwas Tieferes als Liebe sein kann. Das Sein Gottes ist Liebe, von daher Schöpfung. Ich stelle mir vor, dass er von Ewigkeit her erschaffend gewesen ist. So wie er sah, dass es nicht gut war für den Menschen, allein zu sein,[6] ist er selbst niemals allein gewesen; – von Ewigkeit her hatte der Vater den Sohn, und das anfangslose Dasein dieses Sohnes[7] stelle ich mir als eine einfache Entäußerung aus der Natur des Vaters vor; während andere Wesen zu schaffen – Wesen wie uns, ich mir als die Mühe eines Gottes vorstelle, eine ewige Mühe. Nach der armseligen menschlichen Weise unseres Denkens zu sprechen – die einzige Weise, die uns möglich ist – stelle ich mir vor, dass Gott niemals damit zufrieden gewesen war, einfach nur mit dem Sohn seiner Liebe allein zu sein, die erste und vollkommene Idee der Menschheit, sondern dass er von Anfang an gewillt und bemüht war, anderen Geschöpfen Existenz zu geben, welche mit seiner Seligkeit gesegnet sein sollten – Geschöpfe, welche er jetzt und immer geformt hat in das Ebenbild dieses Sohnes – eine Ebenbildlichkeit, die auf lange Zeit fern und gering wäre, doch eine Ebenbildlichkeit, die auf immer wachsen würde: vielleicht hatte noch nicht einer von ihnen, obwohl unaussprechlich gesegnet, auch nur eine ungefähre Idee von der Seligkeit, die für ihn aufbewahrt ist.
Keine Seele soll denken, dass zu sagen, Gott unternahm eine schwere Mühe im Wollen, dass viele Söhne und Töchter Teilhaber an der göttlichen Natur sein sollten, bedeutet, seine Herrlichkeit zu mindern! Je größer die Schwierigkeit, desto größer ist die Herrlichkeit dessen, welcher die Sache tut, die er sich vorgenommen hat – ohne den Schatten eines Kompromisses, ohne nur halben Erfolg, sondern mit einem Triumpf der absoluten Befriedigung für unzählige strahlende Seelen! Er wusste, was es kosten würde! – nicht die Kraft des Willens allein, oder bloß diese Entäußerung und Trennung von sich selbst, welche nur der Anfang der Schöpfung ist, obwohl dies selbst auch Schmerz sein mag – sondern das wunde Leiden, wie wir es uns nicht vorstellen können und es nur Gottes sein kann im Hervorbringen, nennt es Geburt oder Entwicklung, des göttlichen Lebens in der einzelnen Seele – ein immer noch erneuertes Leiden, ein Mühen stets vereitelt durch die Seele selbst, ihn dazu nötigend, immer noch um den Preis des Leidens, nicht das absolut Beste, sondern nur die bestmöglichen Mittel zu nehmen, die ihm durch den Widerstand seines Geschöpfes bleiben. Der Mensch findet es schwer zu bekommen, was er will, weil er nicht das Beste will; Gott findet es schwer zu geben, weil er das Beste geben wollte und der Mensch es nicht annehmen will. Was Jesus tat, war, was der Vater immer tut; das Leiden, was er aushielt, war das des Vaters von Grundlegung der Welt an, seinen Höhepunkt in der Gestalt seines Sohnes erreichend. Gott sorgt für das Opfer;[8] das Opfer ist er selbst. Er ist immer, war schon immer sich selbst opfernd an und für seine Geschöpfe. Es liegt dem Wesen seiner Schöpfung zugrunde. Die schlimmste Häresie, neben der, Religion und Gerechtigkeit zu scheiden,[9] ist, den Vater vom Sohn zu scheiden – im Denken oder im Fühlen oder im Handeln oder in der Absicht; den Sohn darzustellen, als täte er etwas, was der Vater nicht selbst tut. Wenn Jesus für die Menschen gelitten hat, dann deshalb, weil der Vater für die Menschen leidet; nur dass er den Menschen nahe kam durch seinen Leib und ihre Sinne, dass er ihren Geist nahe zu seinem Vater und ihrem Vater brächte, und so ihnen Leben gebend und so verlierend, was er von sich verlieren könnte. Er ist Gott unser Retter: Weil Gott unser Retter ist, ist Jesus unser Retter. Der Gott und Vater Jesu Christi konnte unmöglich je mit weniger zufrieden sein, als sich selbst den Seinen hinzugeben! Der Ungläubige mag sich leicht einen besseren Gott vorstellen als die allgemein landläufige Theologie ihn anbietet; doch nicht das liebevollste Herz, das je schlug, kann auch nur die Länge und Breite und Tiefe und Höhe der Liebe Gottes erfassen,[10] welche sich selbst in seinem Sohn zeigt – eins und eines Geistes mit sich selbst. Die gesamte Historie ist eine göttliche Agonie, göttliches Leben den Geschöpfen zu geben. Das Ergebnis dieser Agonie, der Sieg dieser schöpferischen und wieder schöpferischen Kraft, wird strahlendes Leben sein, wovon unaussprechliche Freude die Blüte ist. Jedes Kind wird in die Augen des Vaters schauen[11] und die Augen des Vaters werden das Kind in einer unendlichen Umarmung umfangen.
Das Leben, das der Herr uns zu geben kam, ist ein Leben, das jenes des höchst un-göttlichsten Menschen übersteigt, weit mehr als das Leben dieses Menschen das Leben des am wenigsten menschlichen Tieres übersteigt. Mehr und mehr davon gibt es für jeden, welcher es empfangen will, und dies bis in Ewigkeit. Der Vater hat dem Sohn gegeben Leben zu haben in sich selbst;[12] dieses Leben ist unser Licht.[13] Wir kennen Leben nur als Licht; es ist das Leben in uns, das uns sehend macht. All das Wachstum des Christen beruht darauf, mehr und mehr Leben zu empfangen. Zuerst mag seine Religion kaum zu unterscheiden sein von dem bloß klugen Verlangen, seine Seele zu retten; doch zuletzt verliert er eben diese Seele in der Herrlichkeit der Liebe und so rettet er sie; das Selbst wird nur eine Wolke, auf welcher das weiße Licht Gottes sich in unaussprechlicher Harmonie ausbreitet.
„Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“,[14] sagte einer; es ist viel wahrer, dass wir mitten im Tod im Leben sind. Leben ist die einzige Wirklichkeit; was der Mensch Tod nennt, ist nur ein Schatten – ein Wort für das, was nicht sein kann – eine Verneinung, die Idee von sich selbst dem schuldend, welches es verneinen will. Doch für das Leben könnte es keinen Tod geben. Wenn Gott nicht wäre, dann wäre da nicht einmal Nichts. Nicht einmal das dem Leben vorangestellte Nichts. Nichts schuldet seine Idee der Existenz.
Eine Form der Frage zwischen Materie und Geist ist, welches zuerst war und das andere verursachte – Dinge oder Gedanken; ob Dinge ohne Denken das Denken verursachten oder Denken ohne Dinge die Dinge verursachte.[15] Für jene, welche nicht zweifeln können, dass der Gedanke zuerst war, ursächlich hervorbringend die früheste materielle Erscheinung, ist es völlig klar, dass der Tod für nichts eine Heilung sein kann, dass die Heilung für alles Leben sein muss – dass die Krankheiten, welche mit der Existenz einhergehen, von ihrer Unvollkommenheit herrühren, nicht von ihr selbst – dass, was wir brauchen, mehr von ihr ist. Wir, welche sind, haben nichts zu schaffen mit dem Tod; unser Bezug ist allein zum Leben. Das Ding, das trauern kann, kann nur wegen des Mangels trauern; es kann nicht trauern wegen des Seins, sondern wegen des nicht genügenden Seins. Wir sind Gefäße des Lebens, noch nicht voll vom Wein des Lebens; wohin der Wein noch nicht reicht, da bricht der Ton und schmerzt und ist bekümmert. Wer würde deshalb den Wein ausschütten, der bereits da ist, anstatt es bis zum Rand mit Wein aufzufüllen! Alles Sein muss teilhaben am zugrundeliegenden Sein; das Leben muss mit dem Leben unterstützt, aufgerichtet, getröstet werden, jeder Teil. Leben ist das Gesetz, die Nahrung, die Notwendigkeit des Lebens. Leben ist alles. Viele missdeuten zweifellos die Lebensfreude als das Leben selbst; und nach der Freude verlangend, lechzend mit einem Durst zugleich elend und unauslöschlich; doch selbst dieser Durst deutet auf die eine Quelle. Jene lieben das Selbst, nicht das Leben, und das Selbst ist nur der Schatten des Lebens. Wenn es für das Leben selbst gehalten wird und als des Menschen Mitte gesetzt, wird es zu einem lebenden Tod in dem Menschen, einen Teufel betet er als seinen Gott an; den Wurm des ewigen Todes presst er an seine Brust als seine eine Freude!
Die von Harmonien ergriffene Seele hat mehr Leben, ein größeres Sein, als die von Sorgen verzehrte Seele; der Weise ist ein größeres Leben als der Clown; der Poet ist lebendiger als der Mensch, dessen Leben ausfließt, auf dass Geld hereinkommen mag; der Mensch, welcher seinen Nächsten liebt, ist unendlich mehr am Leben als der, dessen Bestreben es ist, sich selbst über ihn zu erheben; der Mensch, welcher danach strebt, besser zu sein, als der, welcher nach dem Lob der Menge verlangt; doch der Mensch, für welchen Gott alles in allem ist, welcher die Wurzel seines Lebens mit Christus verborgen fühlt in Gott,[16] welcher sich selbst erkennt als Erbe allen Reichtums und aller Welten und aller Zeitalter, ja, der zugrundeliegenden Kraft selbst, dieser Mensch hat wahrhaft begonnen, lebendig zu sein.
Lasst uns in allen Kümmernissen des Lebens daran erinnern – dass unser einer Mangel der des Lebens ist – dass das, was wir brauchen, mehr Leben ist – mehr von der leben-schaffenden Gegenwart in uns, uns mehr und immer mehr lebendig machend. Wenn wir am bedrücktesten sind, am lebensmüdesten, wie unser Unglaube es formulieren würde, lasst uns bei uns selbst bedenken, dass es in Wahrheit der Einfall und die Gegenwart des Todes ist, wovon wir müde sind. Wenn wir am meisten geneigt sind zu schlafen, lasst uns uns selbst aufraffen zum Leben. Von allen Dingen lasst uns die falsche Zuflucht eines erschöpften Zusammenbruchs vermeiden, ein hoffnungsloses sich Beugen vor den Dingen wie sie sind. Es ist das Leben in uns, das unzufrieden ist; wir brauchen mehr von dem, was unzufrieden ist, nicht mehr von dem Grund für die Unzufriedenheit. Unzufrieden, wiederhole ich, ist das Leben in uns, das nicht genug von sich selbst hat, sich selbst nicht genug ist, und darum nach mehr ruft. Der hat den Sieg, welcher inmitten von Schmerz und Schwäche ausruft, nicht nach dem Tod, nicht nach der Rast des Vergessens, sondern nach der Stärke zu kämpfen; nach mehr Kraft, mehr Bewusstsein für das Sein, mehr Gott in sich; welcher, wenn er am schlimmsten verwundet ist, mit Sir Andrew Barton in der alten Ballade sagt: –
Kämpft fort, Männer, sagt Sir Andrew Barton,
Verwundet bin ich, doch nicht erschlagen;
liegen will ich, eine Weile bluten,
Dann werd ich aufstehn, weiter kämpfen.[17]
– Und dies nicht mit der dümmlichen Haltung, den Helden zu spielen – was haben Geschöpfe wie wir mit Heldenmut zu schaffen, die wir noch nicht einmal aufrichtig sind! – sondern weil so zu kämpfen, die Wahrheit ist und der einzige Weg.
Wenn dort, im Äußersten unserer Erschöpfung, wie zu Elia als er in der Wüste schlief, ein Engel zu uns käme, um uns aufzuwecken und das auf uns wartende Brot und Wasser zeigte,[18] wie würden wir uns selbst betragen? Würden wir, in schwacher Unwilligkeit aufzustehen und zu essen, antworten: „Weh, ich bin erschöpft bis zum Tod! Die Schlacht ist von mir genommen! Sie ist verloren oder unwert, gewonnen zu werden! Die Welt ist zu viel für mich! Ihre Streitkräfte werden mich nicht beachten! Sie haben mich ausgelaugt! Ich habe keine Rettung bewirkt, nicht einmal für die Meinen, und werde nie welche wirken, lebte ich auch für immer! Es ist genug; lass mich nun dahin zurückkehren, woher ich kam, lass mich zu meinen Vätern versammelt werden und ruhen.“?[19] Ich bin abgeneigt zu denken, dass, wenn der Feind in erkennbarer Form schnaubend auf uns käme, wir nicht wie der Ritter vom roten Kreuz[20] schwanken würden, das schwere Schwert im fühllosen Arm, ihn zu treffen; doch in der Schlaffheit vereitelten Mühens braucht es noch mehr Glauben, aufzustehen und an der Nahrung teilzunehmen, die noch mehr Mühe zurückbringen wird, mehr Arbeit, mehr Erschöpfung. Der wahrhaftige Mensch vertraut auf eine Kraft, welche nicht die seine ist und welche er nicht fühlt, nicht einmal immer verlangt; glaubt an eine Kraft, die weit von ihm entfernt scheint, welche noch an der Wurzel seiner Müdigkeit selbst liegt und in seinem Bedürfnis zu ruhen – Ruhe so weit vom Tod entfernt wie das Mühen. Auf die Stärke Gottes in unserer Schwachheit vertrauen,[21] zu sagen „Ich bin schwach: so lass es mich denn sein: Gott ist stark.“, bei ihm zu suchen, welcher unser Leben ist, als der natürlichen, einfachen Heilung von allem, was uns fehlt, die Kraft zu tun und zu sein und zu leben, selbst wenn wir schwach sind, – dies ist der Sieg, der die Welt überwindet.[22] An Gott unsere Stärke zu glauben im Angesicht aller scheinbaren Verweigerung, an ihn zu glauben aus dem Herzen der Schwachheit und des Unglaubens,[23] trotz der Taubheit und Schwachheit und Trägheit; an die hellwache Wirklichkeit zu glauben, durch den ganzen betäubenden, aufstörenden, verstörenden Traum hindurch; erwachen zu wollen, wenn das gesamte Sein zu dürsten scheint nach einer gottlosen Rast; – dies sind die gebrochenen Stufen hinauf zu den hohen Gefilden, wo die Rast nur eine Form der Stärke ist, Stärke nur eine Form der Freude, Freude nur eine Form der Liebe. „Ich bin schwach“, sagt die wahrhaftige Seele „doch nicht so schwach, dass ich nicht stark sein könnte; nicht so schläfrig, dass ich nicht die Sonne aufgehen sehen könnte; nicht so lahm, dass ich nicht gehen könnte! Dank sei ihm, welcher die Stärke in Schwachheit vervollkommnet, und es den seinen im Schlaf gibt!“[24]
Wenn wir unseren Gott und Vater nur seinen Willen an uns wirken lassen werden, kann da keine Grenze sein für seine Erweiterung unserer Existenz, für die Flut des Lebens, mit welcher er unser Bewusstsein überströmen wird. Wir haben keinen Begriff davon, was Leben sein könnte, davon, wie weit das Bewusstsein wäre, dessen wir fähig gemacht werden könnten. Viele können irgendeinen Augenblick in Erinnerung rufen, in welchem das Leben reicher und voller schien als jemals zuvor; für einige kommen solche Augenblicke meist in Träumen: sollte die Seele, erwacht oder schlafend, eine größere Seligkeit umfassen, größer als ihr Leben, der lebendige Gott, besiegeln, erhalten, erweitern kann? Kann das menschliche Zwielicht eines Traumes dazu in der Lage sein, ein volleres Leben zu erzeugen oder zu enthalten als der Morgen des göttlichen Handelns? Sicherlich könnte Gott in jedem Augenblick einer Seele, durch ein Wort zu dieser Seele, indem er frisch in die geheimen Grotten ihres Seins atmet, einen Sinn des Lebens geben, welcher die frohlockendste Extase des irdischen Triumphs zu Asche verbleichen würde! Wenn die sonnenbeschienene, von hellen Segeln überflügelte See unter dem blauen Himmel, betupft mit windbewegtem Weiß, jemals deine Seele wie mit einer neuen Gabe des Lebens erfüllt hat, denk nur, welchen Sinn der Existenz der deine sein muss, wenn er, dessen Denken sein Gewand mit der Entäußerung solcher Schau nur gesäumt hat, seine Wohnung bei dir nimmt, und während du an das Glück eines Gottes in deinem Sein denkst, dich erkennen und fühlen lässt, dass er dich als ein Vater in seinem Busen trägt!
Ich habe gesprochen, als wäre das Leben und das Bewusstsein davon ein und dasselbe, doch das Bewusstsein des Lebens ist nicht Leben; es ist nur der Ausfluss des Lebens. Das wirkliche Leben ist das, welches von und durch sich selbst ist – es ist Leben, weil es sich selbst will – welches bedeutet, im aktiven, nicht im passiven Sinne: dies kann nur Gott sein. Doch in uns sollte ein Leben sein, das dem Leben Gottes entspricht; auch in uns muss ein Leben sein, das sich selbst will – ein Leben, das insofern dem selbst-existenten Leben ähnelt und Teil hat an seinem Bild, als dass es Teil an seinem eigenen Sein hat. Es gibt ein ursprüngliches Handeln, dem Menschen möglich, welches die Wirklichkeit seiner Existenz veranlassen muss. Er muss leben, indem und durch den Willen zu leben. Ein Baum lebt; ich zweifle kaum, dass er irgendeine vage Art von Bewusstsein hat, gewusst von ihm, aber ihm selbst nicht bewusst, nur dem Gott, welcher ihn gemacht hat; ich vertraue darauf, dass Leben in seinen geringsten Formen auf dem Weg zu Denken und Seligkeit ist, in diesem Prozess der Trennung, sozusagen, von Gott, in welcher die Erschaffung lebendiger Seelen besteht; doch das Leben dieser geringeren Formen ist nicht Leben im höheren Sinne – in dem Sinne, in welchem das Wort in der Bibel gebraucht wird: wahres Leben erkennt und regiert sich selbst; das ewige Leben ist das erweckte Leben. Das Leben der höchstentwickelten unter den Tieren ist nicht solcherart, was immer es werden soll und nichtsdestotrotz mag ich mich weigern zu glauben, dass ihr Schicksal und Sein festgelegt ist, wie wir es bei ihnen sehen. Doch so wenig wie irgendein Mann oder eine Frau geneigt sein würde, die Existenz eines Hundes, ein seltsamer Mangel aus seinem wehmütigen Auge blickend, eine befriedigende Existenz zu nennen – sein Leben ein selbstgenügsames Ziel in sich, so wenig könnte ich, auf das menschliche Vergnügen blickend, die menschliche Veredelung, das allgemeine menschliche Bestreben um mich her, zustimmen, diese als würdig der Benennung des Lebens zu halten. Was in ihnen wahrhaftig ist, wohnt inmitten unwidersprochenen Verderbens, nach Umkehr verlangend und Mühe und Gebet zu seiner Zerstörung. Der Zustand der meisten Männer und Frauen scheint mir ein lebendiger Tod, eine Wohnstatt in übertünchten Grüften, ein Besitztum verwitterter Gestalten durch Geister, die schlummern und plappern in ihren Träumen.[25] Dass sie es nicht so empfinden, bedeutet nichts. Die Sau, die im Schlamm sich wälzt,[26] mag rechtens behaupten, dass es ihre Art ist, sauber zu sein, doch ihr Leben ist nicht das der Gottgeborenen. Der Tag muss kommen, wenn sie ihre Angesichter mit solcher Scham verbergen, wie der gute Mensch nun fühlt bei der Erinnerung an die Zeit, als er lebte wie sie. Es gibt nichts für einen Menschen, das würdig wäre, Leben genannt zu werden, außer dem ewigen Leben – Gottes Leben, das heißt, nach seinem Maß geteilt durch den Menschen, der dazu gemacht ist, ebenso ewig zu sein. Denn er ist nach dem Bilde Gottes, dazu bestimmt, an dem Leben des Höchsten teilzuhaben, lebendig zu sein, wie er lebendig ist.[27] Der Ausfluss und das Licht dieses Lebens ist Gerechtigkeit, Liebe, Gnade, Wahrheit;[28] doch das Leben selbst ist eine Sache, die nicht bestimmt werden kann, so wie Gott nicht bestimmt werden kann: es ist eine Kraft, die gestaltlose Ursache der Gestalt. Es hat keine Begrenzungen, wodurch es bestimmt werden könnte. Es zeigt sich selbst der Seele, die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit,[29] doch diese Seele kann es nicht einer anderen zeigen, außer im Leuchten ihres eigenen Lichtes. Die unwissende Seele versteht unter diesem ewigen Leben nur eine endlose Verlängerung des Bewusstseins; was Gott damit meint, ist ein Sein wie sein eigenes, ein Sein jenseits des Angriffs von Verfall und Tod, ein Sein so grundlegend, dass es keinerlei Bezug zum Nichts hat; ein Etwas, welches ist und niemals zu dem kommen kann, welches nicht ist, denn damit hatte es nie zu schaffen, sondern kam aus dem Herzen des Lebens hervor, dem Herzen Gottes, der Quelle des Seins; eine Existenz teilhabend an der göttlichen Natur[30] und nichts gemein habend, als nur noch das Ewige selbst, mit dem, was vergeht und verwest: Gott schuldet sein Dasein niemandem und sein Kind hat keinen Herrn außer seinem Vater.
Dieses Leben, dieses ewige Leben, besteht für den Menschen im absoluten Einssein mit Gott und allen göttlichen Formen des Seins, Einssein mit jeder Faser des Rechten und der Harmonie. Es besteht in einer Liebe so tief wie sie universell ist, so bewusst wie sie unaussprechlich ist; eine Liebe, über die nicht argumentiert werden kann wie auch nicht über das Leben selbst – eine Liebe, deren Gegenwart ihr all-genugsamer Beweis und ihre Rechtfertigung ist, deren Abwesenheit ein vernichtender Fehl ist: er, welcher sie nicht hat, kann sie nicht glauben: wie sollte der Tod an das Leben glauben, obwohl all die Vögel Gottes jubilierend über dem leeren Grab singen! Die Wonne eines solchen Seins, die Prächtigkeit eines Bewusstseins, das aus den weit geöffneten Türen der Quelle der Existenz hervorstürzt, die Ektase des geistlichen Sinnes, in welchem die Woge des grundlegenden, unsterblichen, unerschaffenen Lebens in stiller Fülle vom Herzen aller Herzen fließt – wie mag das, wie muss das nicht erst sein, am großen Tage Gottes und der einzelnen Seele!
Wie also ist unser praktisches Verhältnis zum ursprünglichen Leben? Was haben wir zu tun hinsichtlich des Erlangens der Auferstehung von den Toten? Wenn wir uns selbst nicht gemacht haben, uns nicht machen konnten, wie können wir, nun, da wir gemacht sind, irgendetwas an den unbekannten Wurzeln unseres Seins tun? Welches Verhältnis bewusster Einheit kann sein zwischen dem zum einen selbstexistenten Gott und zum anderen den Wesen, welche durch den Willen eines anderen leben, Wesen, welche nicht ablehnen konnten zu sein – nicht einmal aufhören können zu sein, doch, durch den Willen dieses anderen, weiterleben müssen, müde von dem, was nicht Leben ist, nur in der Lage ihr Verhältnis zum Leben zu bestimmen, indem sie ablehnen, zufrieden mit dem zu sein, was nicht Leben ist?
Der selbstexistente Gott ist dieser andere, durch dessen Willen wir leben; so müssen die Glieder der Einheit bereits existieren und können nur fordern, zusammengeführt zu werden. Nach dem Glied in unserem Sein, womit der Kreis des unsterblichen Einsseins mit dem Vater zu schließen ist, müssen wir natürlich das Tiefste der menschlichen Natur durchsuchen: nur dort, mit aller Sicherheit, kann es gefunden werden. Und dort finden wir es. Denn der Wille ist das tiefste, das stärkste, das göttlichste Ding im Menschen; so, vermute ich, ist es in Gott, denn so finden wir es in Jesus Christus. Hier, und nur hier, in dem Verhältnis der zwei Willen, Gottes und seines eigenen, kann ein Mensch in lebendigen Kontakt kommen – nach der ewigen Idee, in keiner einseitigen Einheit der vollständigsten Abhängigkeit, sondern in gewollter Harmonie zwiefachen Einsseins – mit dem Alles-in-Allem.[31] Wenn ein Mensch es kann und gänzlich sagt: „Nicht mein Wille, sondern deiner soll geschehen.“[32] – wenn er den Willen Gottes so will, ihn zu tun, dann ist er eins mit Gott – eins, wie ein wahrer Sohn mit dem wahren Vater. Wenn ein Mensch will, dass sein Dasein dem Sein seines Ursprungs entspricht, welcher das Leben in seinem Leben ist, sein Leben verursachend und erhaltend, daher vollkommen und einzig von seiner Art, eins mit ihm mehr und tiefer als Worte und Bilder sagen können – dem Leben, welches es selbst ist, nur noch mehr es selbst und mehr als es selbst, sich selbst verursachend – wenn der Mensch solcherart sein eigenes verursachendes Leben annimmt und sich selbst aufmacht, den Willen dieses verursachenden Lebens zu leben, demütig eifernd nach den Privilegien seines Ursprungs, – solcherart Gott empfangend, wird er, in dem Akt, ein Teilhaber an der göttlichen Natur, ein wahrer Sohn des lebendigen Gottes und ein Erbe von allem, was er besitzt: durch den Gehorsam eines Sohnes empfängt er in sich selbst eben das Leben des Vaters. Gehorsam ist die Verbindung der Glieder des ewigen Rund. Gehorsam ist nur die andere Seite des schöpferischen Willens. Wille ist Gottes Wille, Gehorsam ist des Menschen Wille; die zwei sind eins. Die Lebenswurzel, nur zu gut erkennend die tausend Schwernisse, die sie über sich bringen würde, hat erschaffen und fährt fort, andere Leben zu erschaffen, dass sie, obwohl unfähig, von sich aus zu sein, durch willentlichen Gehorsam, an der Wonne ihres zugrundeliegenden selbst-verordneten Seins teilhaben mögen. Wenn wir den Willen Gottes tun, ist das ewige Leben unseres – keine bloße Fortsetzung von Existenz, denn das ist in sich selbst wertlos wie die Hölle, sondern ein Dasein, das eins ist mit dem zugrundeliegenden Leben, und so in seiner Reichweite, es zu füllen mit überfließendem und endlosem Ausfluss seiner Liebe. Unsere Seelen sollen stetig schwellende Gefäße sein, und wie sie stetig schwellen, gefüllt mit mehr und mehr Leben aus dem Vater und dem Sohn hervorkommend, von Gott dem bestimmenden und Gott dem gehorsamen. Was für eine Seligkeit des Seins, was für einen Überfluss des Lebens wir haben mögen, wofür er kam, können wir niemals wissen, bis wir es haben. Doch selbst jetzt, für die heilige Einbildung, mag es manchmal zu herrlich sein zu ertragen – als wenn wir vor lauter Leben sterben müssten – von mehr Dasein als wir tragen können – zu einem noch höheren Leben zu erwachen und angefüllt zu werden mit einem Wein, welchen unsere Seelen ehedem zu schwach waren zu halten![33] Für einen Augenblick solch reiner, einfacher Liebe nur gegen einen meiner Nächsten gewahr zu sein, wie ich glaube, dass ich eines Tages gegen jeden sein werde, muss in sich selbst einen Lebenssinn bringen, wie ihn das äußerste Bemühen meiner Vorstellungskraft jetzt nur schwach vorschatten kann – eine mächtige Herrlichkeit des Bewusstseins! – sie wird nicht immer gegenwärtig sein, wahrhaftig, denn meine Liebe und nicht mein Jubel in dieser Liebe, ist mein Leben. Darin wäre, selbst in dieser einen Liebe, in der einfachen Reinheit einer einzigen Zuneigung, welche zu erzeugen wir erschaffen wurden und bestimmt zu hegen gegen alle, eine unaussprechliche, unbeschreibliche Ausdehnung des Lebens. Denn wir sind für die Liebe geschaffen, nicht für das Selbst. Unser Nächster ist unsere Zuflucht; das Selbst ist unser dämonischer Feind. Jeder Mensch ist das Bild Gottes für jeden Menschen und in dem Maße, wie wir ihn lieben, werden wir diese heilige Tatsache erkennen. Diese kostbare Sache für die menschliche Seele ist, und wird eines Tages als solche erkannt sein, jede andere menschliche Seele. Und wenn es so zwischen Mensch und Mensch sein wird, wie soll es da erst zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer sein, zwischen dem Kind und seinem ewigen Vater, zwischen dem erschaffenen und dem erschaffenden Leben? Muss nicht die Herrlichkeit der Existenz endlos verdoppelt werden in der unendlichen Liebe des Geschöpfes – denn alle Liebe ist unendlich – für den unendlichen Gott, das eine große Leben, als welcher kein anderer ist – nur Schatten, liebliche Schatten von ihm!
Leser, für welchen meine Worte als solche von Aufblähung und närrischer Begeisterung erscheinen, für dich kann es nichts bedeuten, dir zu sagen, dass ich mir selbst nur die Worte der Wahrheit und Nüchternheit zu sprechen scheine; doch was ist, wenn der Grund, weshalb sie deinem Verstand anders erscheinen, ist – nicht bloß, dass du nicht ganz bist, sondern dass dein Sein keineswegs nach Harmonie dürstet, dass du nicht aus der Wahrheit bist, dass du noch nicht angefangen hast zu leben? Wie sollte der Nachtschwärmer, erschöpft und trunken aus den Heimsuchungen hervorgehend, wo die Gewalttätigen Freude durch Erzwingen an sich reißen, um herauszufinden, dass sie in ihren Armen dahinschwindet – wie sollte solch ein Nachtschwärmer, sage ich, hervorbrechen und mit den Söhnen des Morgens singen, wenn der Ozean des Lichts aus der Quelle des Ostens ausbricht? So wenig kannst du, mit deinem Geist voll kleinlicher Sorgen oder mehr noch kleinlicher Ambitionen, das Stöhnen und Abmühen der Schöpfung verstehen. Es mag tatsächlich sein, dass du ehrlich verlangend bist, deine eigene elende Seele zu retten, doch noch kannst du nur wenig wissen von deinem Bedürfnis nach ihm, welcher ist der Erste und der Letzte und der Lebendige.[34]
[1] Römer 8
[2] Matthäus 19, 26 / Markus 10, 27
[3] Lukas 15, 18
[4] Die veraltete Bezeichnung der Flüssigkeit im inneren lebender Zellen, Mitte des 19. Jahrhunderts gerade erst entdeckt.
[5] 1. Johannes 4, 16b
[6] 1. Mose 2, 18
[7] Siehe erstes Kapitel des Johannesevangeliums
[8] Anspielung auf 1. Mose 22, 8: „Abraham antwortete [seinem Sohn Isaak]: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer [Gott wird sorgen für ein Opfer].“
[9] Gemeint ist, religiöse Gesetze, Vorgaben und Rituale zu erfüllen und dies für die eigentliche Gerechtigkeit und Rechtfertigung vor Gott zu halten und nicht ein gerechtes Handeln in dieser Welt und am Nächsten. Häresie meint hier bei MacDonald im ursprünglichen Sinne dieses Wortes nicht ein Abirren von irgendeiner Form der Rechtgläubigkeit, sondern das Erschüttern der Fundamente des Christusglaubens selbst, die allen christlichen Denominationen gemein sind. Dazu gehört insbesondere die Aufspaltung der Wesensgleichheit von Vater und Sohn wie sie auch im Nicänischen Glaubensbekenntnis (325 n. Chr.) festgehalten ist.
[10] Epheser 3, 17 – 19
[11] Matthäus 5, 8 – 9
[12] Johannes 5, 26
[13] Johannes 1, 4
[14] “Media vita in morte sumus” – ein vielverwendetes Zitat, um die menschliche Sterblichkeit und die Vergänglichkeit allen Seins auszudrücken. Es stammt wohl ursprünglich aus einem gregorianischen Choral.
[15] Ob die Idee oder die Materie zuerst da war, ist eine philosophische Grundfrage, die von verschiedenen Denkern durchaus unterschiedlich beantwortet wurde und wird. Die christliche Antwort liegt in Christus. Am Anfang war das Wort, in Gestalt des Christus uns offenbart, als der ursprüngliche Gedanke Gottes, und daraus ging die Materie, die Schöpfung hervor (siehe Johannes Kapitel 1).
[16] Kolosser 3, 3: „Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.“
[17] “Fight on, my men,” says Sir Andrew Barton, / “I am hurt, but I am not slain; / I’ll lay me down and bleed a while, / And then I’ll rise and fight again. – Zitat aus einer Ballade über den berühmten schottischen Freibeuter Sir Andrew Barton, der für die schottische Krone fuhr und in einer Schlacht im Jahr 1511 ums Leben kam.
[18] Siehe 1. Könige 19
[19] Dieser fiktiven Aussage lässt sich kein direktes Bibelzitat zuordnen, dennoch dringt hier der Klang der Klagepsalmen durch und auch die Klage Hiobs, nachdem er alles verloren hatte. Vielfach baten auch Propheten der Bibel darum, dass Gott ihr Leben nehmen solle, zum Beispiel der im Text erwähnte Elia.
[20] The Knight of the Red Cross ist eine Figur aus Edmund Spensers The Faerie Queene.
[21] George MacDonald nimmt hier indirekt Bezug auf die bekannten Verse von Paulus über die eigene Schwäche und die Stärke Gottes, die darin offenbar wird – 2. Korinther 12, 9 – 10
[22] 1. Johannes 5, 4
[23] Markus 9, 24
[24] Psalm 127, 2
[25] Offenbarung 18, 2 / Matthäus 23, 27 / Jesaja Kapitel 28
[26] 2. Petrus 2, 22
[27] Johannes 14, 19
[28] Galater 5, 22 / Johannes 8, 12
[29] Matthäus 5, 6
[30] 2. Petrus 1, 3 – 4
[31] 1. Korinther 15, 28
[32] Lukas 22, 42
[33] Dies ist eine Anspielung auf ein Gleichnis Jesu, das in Matthäus 9, Markus 2 und Lukas 5 erwähnt ist. Jesus spricht davon, dass neuer Wein nur in neue Schläuche gefüllt wird, damit die Schläuche nicht platzen. Hier verwendet George MacDonald dieses Bild, um auszudrücken, dass der neue Wein des ewigen Lebens erst völlig mit dem neuen Leib der Auferstehung erfasst werden mag.
[34] Offenbarung 1, 17 u. 18 – Anschluss an die folgende Predigt
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